In der Praxis bestehen Archivierungslösungen häufig aus einer
Kombination aus Hard- und Software. Hohe Kompatibilität ist gefragt, da
technische Innovationen und andere Gründe oft Migrationen erfordern.
In Zukunft werden die Archive verstärkt in der Cloud zu finden sein.
WORM-basierte Lösungen sind derzeit im Trend (Bild: Fast LTA)
Die Hardware übernimmt die Speicherung der Daten. Die Software steuert die Bedienung. Beispiel dafür ist eine Installation bei der
Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen Lippe (KVWL). Hier wirken die festplattenbasierten Speicherwürfel »Silent Cubes« von
Fast LTA und das ECM-System »d.3« von
d.velop. Damit werden bei der KVWL aktuell etwa acht Millionen Dokumente vorgehalten, und jedes Quartal kommen rund 200.000 neue Dokumente hinzu.
Die KVWL setzt zwei Silent-Cubes mit je 16 TByte in zwei bau- und brandtechnisch getrennten Zellen ihres Rechenzentrums ein, was ihr eine Spiegelung der Daten ermöglicht und somit deren maximale Sicherheit selbst bei Bedrohung durch Sturm, Wasser oder Feuer gewährleistet. In der Hauptsache archiviert die KVWL auf den Festplattenspeichern die Abrechnungsunterlagen ihrer Vertragsärzte, aber auch kaufmännische Unterlagen.
Archivierungslösungen unterstützen mehrere Storage-Herseller
Wie Dvelop unterstützen auch andere Softwarehersteller für Archivierungslösungen die verschiedensten Hardwarehersteller und umgekehrt. »Das 'windream ECM-System' bzw. die integrierte Archivierungslösung unterstützt alle gängigen Speichermedien, von optischen Medien einschließlich Jukeboxen bis zu modernen Festplattensystemen und Storage-Herstellern, zum Beispiel EMC 'Centera' und 'Celerra'«, NetApp, Silent-Cubes von Fast LTA sowie SAN- und NAS-Systeme von IBM. Mehrere Hardware-Speichersysteme lassen sich mit Windream auch parallel betreiben«, erläutert Dr. Michael Duhme, Pressesprecher von windream.
Momentan gelten als Favoriten unter den Speichermedien WORM-basierte Festplattenlösungen wie die Silent Cubes von Fast LTA. Gründe hierfür seien unter anderem auslaufende Wartungsverträge bei optischen Speichermedien wie Jörg Eckhard, Vertriebsleiter bei Dmsfactory, in einem Interview mitteilt. Nicht selten führen neue Entwicklungen im Speichermarkt oder Konsolidierungen dazu, dass Unternehmen ihr Speichermedium wechseln und Daten migriert werden müssen. Daher sollten Anwender diesen Fall bereits bei der Planung der Archivierungslösung berücksichtigen und sicherstellen, dass die Schnittstellen entsprechend ausgelegt sind.
Bedeutung von Cloud-Storage wird zunehmen
Bereits jetzt zeichnen sich weitere Speichertrends ab wie Franz Pauthner, Vice President Product Management, von OpenText, verdeutlicht: »Die Bedeutung von Cloud-Storage wird zunehmen, sobald diese Lösungen Funktionalitäten bieten, die denen heutiger CAS-/NAS-Systeme entsprechen. Darüber hinaus wird Tiered-Storage immer wichtiger, also die Fähigkeit, Dokumente entlang ihres Lebenszyklus auf dem jeweils optimalen Medium zu verwalten.«
Da hinter dem Begriff »Archivierung« viel mehr steckt als nur die Aufbewahrung von Daten, glaubt Hans-Günter Borgmann, Geschäftsführer von Iron Mountain Deutschland, dass der Trend in den nächsten Jahren verstärkt in Richtung Outsourcing der Archivierung an einen spezialisierten Dienstleister gehen wird. In vielen Märkten außerhalb Deutschlands ist das bereits der Fall.« Borgmanns Meinung nach gehe es vor allem darum, Daten optimal zu verwalten und Prozesse aufzusetzen, welche die Informationen eines Unternehmens effizient in die Geschäftsstrategie einbinden. Zudem sind mit der Archivierung und dem Management der Informationen viele Anforderungen an die Sicherheit der Daten oder gesetzliche Regelungen verbunden. Häufig fehlen für diese Aufgaben unternehmensintern jedoch die nötigen Ressourcen und das Know-how.
Nicht nur Outsourcing alleine, sondern auch die Kombination mit Cloud-Lösungen sind Entwicklungen, die es in Zukunft immer mehr zu sehen geben wird.
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