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[26.06.2008] (ubr)
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Archivkosten im Vergleich

In einer detaillierten Finanzanalyse vergleicht eine Plasmon-Studie den Einsatz von Magnetplatten, Magnetbändern und optischen Technologien innerhalb einer Archivierungsumgebung. Die Technologien offenbaren verschiedene Stärken und Schwächen und vor allem unterschiedlichen Kostenstrukturen.

von Ulrike Rieß

 Zum Vergrößern anklicken!  Plasmon »UDO Archive Appliance«
Das Ziel der Plasmon TCO-Analyse (Total-Cost-of-Ownership) ist es, die Anschaffungs- und Betriebskosten für verschiedene zur Datenarchivierung genutzte Speichertechnologien zu vergleichen. Um ein repräsentatives Modell für die Analyse zu erhalten, wurde ein realer Anwendungsfall verwendet. Die Anforderung stellt ein Archiv mit 40 TByte Kapazität mit einem Betriebszeitraum von drei Jahren dar.

Die hierfür gewählten Archivierungslösungen sind die Magnetbandbibliothek »Scalar i500« von Quantum mit LTO-3-Laufwerken, »UDO Archive Appliance« von Plasmon mit UDO-2-Medien, »FAS 3020« von Netapp sowie zwei EMC »Centera«-Systeme, jeweils mit SATA-Festplatten. Die in der Analyse betrachteten Kosten umfassen Hard- und Software-Anschaffung, Medienbeschaffung, Wartung der Hard- und Software, Standfläche und die Aufwendungen für Stromverbrauch und Kühlung.

Beispielszenario im Bankenumfeld

 Zum Vergrößern anklicken!  EMC »Centera«
Um eine möglichst realistische Bewertung der Gesamtkosten zu ermöglichen basiert die Analyse auf den realen Anforderungen einer Niederlassung einer international tätigen Bank. Diese Organisation stellt besondere Anforderungen zur Speicherung von Aktientransaktionen und Kundenfinanzdaten.
Das Finanzinstitut speichert die aktiven Daten für einen Monat auf fehlertoleranten, hochleistungsfähigen Arrays, bevor sie in ein Archiv gelangen. Da nach einem Monat der Zugriff nur noch relativ selten erfolgt, rechtfertigt dies eine kostengünstigere Speicherstrategie zur Archivierung, die mit den gesetzlichen Verpflichtungen zur Datenspeicherung im Einklang steht.

Weil diese Bank unter anderem mit US-Wertpapieren handelt, ist eines der wichtigsten Anliegen die Konformität mit der »Securities and Exchange Commission« (SEC). Die SEC-Anordnung 17a-41, die Broker-Händler-Transaktionen regelt, fordert eine Datenspeicherung für bis zu sieben Jahre. Zudem legt sie fest, dass die Archivierungsmedien ein nicht löschbares, nicht überschreibbares Format haben müssen. Diese Anforderung für ein nicht veränderbares Speichermedium ist eine entscheidende Komponente zur Etablierung einer langfristigen Datenauthentizität und häufig in internationalen Regularien für Archivspeicher zu finden. Demzufolge benötigt das Unternehmen eine Archivspeicherstrategie, die die besonderen Anforderungen bezüglich Langlebigkeit und Authentizität erfüllt.

Band im Blickpunkt

 Zum Vergrößern anklicken!  Quantum »Scalar i500«
Die Gesamtkapazität des Archivs wurde mit 40 TByte festgelegt. Bei einem täglichen Archivierungsvolumen von durchschnittlich acht bis zehn GByte und einer jährlichen Wachstumsrate von 30 bis 40 Prozent entschied sich das Unternehmen für eine Kapazität von 40 TByte, damit auch die Archivierungsanforderungen der nächsten drei bis fünf Jahre abgedeckt sind. Weltweit arbeiten Tausende von vernetzten Anwendern, die alte Datenbestände einsehen müssen und an einem üblichen achtstündigen Arbeitstag durchschnittlich 2.500 archivierte Datensätze abfragen.

Die Kosten-Analyse vergleicht verfügbare und etablierte Speichertechnologien von führenden Herstellern: Magnetband, Festplatte und UDO-Speichertechnologie. Alle ausgewählten Produkte werden von ihren Herstellern als Speicherlösung für die Langzeitarchivierung angeboten. Die Analyse vergleicht die jeweils neueste Generation dieser Produkte, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verfügbar war.

Das LTO-3-Band wurde als Archivierungstechnologie ausgewählt, da es das momentan populärste Magnetbandformat ist, obwohl LTO-4 bereits verfügbar ist. LTO 3 verfügt über eine unkomprimierte Datenträgerkapazität von 400 GByte und komprimiert über eine Kapazität von bis zu 800 GByte. Der maximal erreichbare laufwerksbasierte Kompressionsgrad hängt sehr von der Größe und dem Datentyp ab. Kompression bietet oft nur einen kleinen oder keinen Vorteil für kleine oder mittelgroße Geschäftsdaten, die bereits mit Hilfe eines anderen Kompressionsverfahrens gesichert wurden. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren werden für die Analyse Medien mit einer unkomprimierten Kapazität von 400 GByte verwendet.

Festplatte keine Alternative fürs Archiv

 Zum Vergrößern anklicken!  Netapp »FAS 3020«
Daneben wurden Netapps FAS 3020 und die Centera-Produkte (Generation 4 LP) von EMC gewählt, weil diese weitestgehend als Speicher in Archivierungsumgebungen eingesetzt werden. Beide bieten spezielle Leistungsmerkmale inklusive WORM-Emulation, um die Anforderungen von Archiven zu erfüllen.
Plasmons UDO-Appliance stellt hier eine Alternative zu den Platten- und Magnetbandtechnologien dar. Das System ist eine in ein Netzwerk eingebundene Archivierungslösung mit einem integrierten Disk-Cache, in diesem Beispiel mit zwei TByte. Die sichere Archivierung der Daten erfolgt auf UDO-2-Medien mit 60 GByte der zweiten Generation.

Das Finanzmodell setzt volle Kapazität des Archivs vom ersten Betriebstag an voraus. Obwohl es richtig ist, dass all diese Technologien mit kleineren Konfigurationen implementiert und im Laufe der Zeit erweitert werden können, lässt sich jede Technik auf verschiedenen Wegen skalieren. Folglich wäre es zu komplex, die Unterschiede in der Skalierbarkeit angemessen darzustellen und es war nicht wesentlich für die Zwecke dieser Analyse.

Resultate sprechen für Band und optische Medien

 Zum Vergrößern anklicken!  Disk bietet im Kostenvergleich keine Alternative zu optischen oder Bandmedien.
(Grafik: Plasmon)
Die Ergebnisse zeigen, dass die Gesamtkosten für ein 40-TByte-Archiv mit Quantums LTO-3-Bibliothek und Plasmons UDO-Appliance am niedrigsten sind. Diese beiden Konfigurationen sind praktisch gleichauf. Auch die Kosten für die Netapp und EMC Parity-Konfigurationen liegen sehr nah beieinander, sie sind aber doppelt so teuer wie die Quantum- und Plasmon-Lösungen. Die Centera-Mirrored-Konfiguration ist mit Abstand die teuerste Option. Sie kostet fast viermal so viel.

Die vollständige Studie steht als PDF (ca. 410 KByte) auf speicherguide.de kostenlos bereit. Hier klicken...

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