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[26.06.2008] (ubr)
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Archive bleiben Banddomäne

Obwohl sich Festplatten-Arrays immer mehr Datenzentrumsplatz erobern, bleibt Bandspeicher nach wie vor die erste Wahl bei Archivlösungen. Kriterien wie Stromverbrauch, Kosteneffizienz, Kapazität und Sicherheit spielen hier eine wichtige Rolle. Disk kann hier nicht mithalten.

von Ulrike Rieß

Obwohl Bandtechnik auf eine lange Historie zurückblickt, ist sie noch keine altmodische Speichermethode. Gerade die neuesten Generationen von LTO oder AIT belegen die kontinuierliche technische Evolution dieser Technologien. Seit den Fünfzigerjahren treibt die Notwendigkeit der digitalen Datenablage die Bandspeicherbranche voran. Letztlich haben sich unter den vielen Formaten drei Segmente etabliert. Das Einstiegssegment umfasst beispielsweise AIT und immer noch ein wenig DAT, für den mittleren sowie den Enterprise-Bereich stehen LTO, die hochkapazitäre Form des AIT – S-AIT – und Mainframe-Tapes zu Verfügung. So offerieren LTO-4 und S-AIT2 derzeit 800 GByte nativer Speicherkapazität auf einer Cartridge.

»Die Roadmaps dieser Formate sind aber noch lange nicht am Ende angelangt«, sagt Claude Regnoux, Trade Marketing Manager Storage Media/Recording Media & Energy bei Sony Deutschland. »Diese Formate werden noch höhere Kapazitäten erreichen, die dafür entwickelte Technologie erlaubt eine höhere Raumdichte auf dem Bandmedium. Dadurch wird Bandspeicher lediglich unter zehn Cents/GByte in diesen Cartridges kosten. Mit diesem Preis-GByte-Verhältnis kann die Festplatte einfach nicht mithalten.

Regnoux kennt die Gründe, warum Bänder auch in Zukunft einen festen Platz in der Speicherwelt einnehmen werden: »Es müssen immer mehr Daten gesichert werden. IDC prognostiziert noch immer ein jährliches Wachstum von bis zu 60 Prozent. Aber nicht alle diese Informationen müssen stets verfügbar oder in Minutenschnelle wiederhergestellt sein. Vielmehr geht es um die verlässliche `Ablage´ von Daten. Oft müssen sie über lange Zeiträume sowie unveränderbar und nach Gesetzesvorgaben aufbewahrt werden. Hier können Disk-Systeme nicht die optimale Funktionalität und das Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten.«

RAIDs haben sich zwar aufgrund des stetigen Datenwachstums auch weiteren Markt und Anteile in Rechenzentren erobert, erfüllen hier aber dedizierte Aufgaben. Zum einen geht es hierbei um ständige Verfügbarkeit der Daten und verteilte Zugriffe. Zum anderen erlauben sie, wenn ins Backup eingebunden, ein schnelles Wiederherstellen von Informationen, falls es zu Systemausfällen oder Datenkorruption kommen sollte. Archivanforderungen und -strategien gestalten sich anders und somit finden Administratoren nicht unbedingt in festplattenbasierten Modellen eine Lösung für ihre Archivierungsprobleme.

Gute Gründe für Bandspeicher

Archivanforderungen setzen sich meist aus Gesetzesvorgaben, internen Bestimmungen und Auflagen für Disaster-Recovery zusammen. Vorhaltezeit, Revisionsfähigkeit, Unveränderlichkeit, Inhalt und Formatvorgaben werden oft von den ersten beiden Kriterien bestimmt. Disaster-Recovery-Angaben definieren die Auslagerung, Lagerort und Wiederherstellungsprozesse im Notfall.

»Kosten, Stromverbrauch und höhere Robustheit sprechen für den Einsatz von Bändern«, erklärt Regnoux die auffälligsten Vorteile von Bandarchiven. »Hinzu kommt der wachsende Platzmangel in Rechenzentren, der IT-Verantwortliche zum Umdenken zwingt.«

 Zum Vergrößern anklicken!  LTO-Innenleben (Bild: Sony)
Der Kostenpunkt ist ein wichtiges Auswahlkriterium. Ein 8-Slot-AIT-Autoloader mit AIT-4-Format speichert unkomprimiert 1,6 TByte. In der Anschaffung kostet er etwa 2.400 Euro, die Bänder zirka 60 Euro pro Kassette. Eine Erstausstattung mit acht Bändern und einer Reinigungs-Cartridge kommt so auf Investitionskosten von 2.940 Euro. »Dafür erhält der IT-Einkäufer vielleicht ein äußerst fragwürdiges Billig-RAID-System, dass ihm aber noch keinerlei Funktionalität bietet«, meint Regnoux. »Die Kosten hören hier nicht auf. Auch im Stromverbrauch zeigen sich Bandsysteme von ihrer besseren Seite, denn sie benötigen weniger Strom als die Disk-Modelle.« Außerdem benötigen Autoloader und Tape-Librarys weniger Kühlungsaufwand. Mit den steigenden Stromkosten erreichen Bandspeicher so eine höhere Kosteneffizienz und einen günstigeren Preis pro GByte.

Im Rahmen umweltfreundlicher IT ist der Stromverbrauch zu einem der wichtigsten Auswahlkriterien geworden. Aber nicht nur der grüne Gedanke treibt die IT-Verantwortlichen dazu, bewusster auf die Stromrechnung zu schauen. Viele Rechenzentren verfügen schlichtweg nicht über genügend Strom, um noch endlos weitere Festplattenrechner einzubinden. Laut einer Studie der Gartner Group sind Datenzentren für rund zwei Prozent der weltweiten Kohlenstoffemissionen verantwortlich, das entspricht etwa dem Wert der Luftfahrtindustrie. Mit Servern, Switches und Festplattenspeicher erreicht ein Unternehmen automatisch einen höheren Verbrauchs- und Emissionswert, da nicht nur Stromzufuhr, sondern auch Klimatisierung eine Rolle spielen. Band weist hier weitaus bessere Werte auf.

Ein großer Vorteil der Bandtechnologie ist ihre Robustheit, die sie zudem äußerst lagerfähig macht. Bänder sind selbst in raueren Umgebungen sehr beständig. Die ungefähre Lebensdauer eines Bandmediums ist auf etwa 30 Jahre ausgelegt. Disks halten nur verhältnismäßig kurz, im Durchschnitt sieben Jahre. Weil die Daten auch nach vielen Jahren noch lesbar und verfügbar sein sollen, muss auch das verwendete Medium eine gewisse Beständigkeit garantieren. Hinzu kommt der mögliche Ausfall einer Festplatte. Um hier das Risiko des Datenverlusts zu minimieren, liegen Daten in RAID-geschützten Plattenverbunden. Dies erfordert einen ständigen Aufenthalt im Rechenzentrum, was wiederum, Strom, Kühlung, Wartung und Administration zur Folge hat. Da auch RAID-Arrays enorme Größen erlangt haben, wurde die Entwicklung erweiterter RAID-Technologie notwendig, in Form von RAID 6. Band hingegen präsentiert sich mechanisch als die simplere Technik, die einfacher zu schützen ist. Darüber hinaus sind Bänder sehr einfach zu transportieren und an externen Standorten zu lagern. Zudem wurden sie für längere Lagerzyklen konzipiert.

 Zum Vergrößern anklicken!  Bild: Sony
Für gesetzeskonforme und revisionssichere Datenablage ist die WORM-Funktion sehr wichtig. »Write-Once-Read-Many« gewährleistet, dass einmal abgelegte Informationen nicht mehr verändert werden können. »Das ist einer der wichtigsten Vorteile der Bandtechnologie«, bestätigt Sony-Manager Regnoux. »Disk-Arrays können diese Funktion nicht bieten, aber sie ist für die meisten Archive von großer Wichtigkeit. Bei anfallenden Audits muss das jeweilige Unternehmen garantieren, dass besonders kritische Informationen – Steuer, Gehalt, Umsätze und Verträge – nicht verändert wurden. Disks können hier zwar mit Hash-Keys arbeiten, aber es erfordert wieder einen enormen Aufwand an Administration, Strom, Platz und Kühlung.«

Die Frage des Platzbedarfs und der Skalierung sind weitere Punkte, bei denen Band seinen Plattenkollegen einen Schritt voraus ist. Der Platz im Rechenzentrum wird eng. Zwar versuchen Technologien wie Deduplizierung oder Content-Addressed-Storage (CAS), Speicher-Ressourcen besser auszunutzen, die wachsende Datenlast erfordert allerdings immer noch höhere Kapazitäten. Eine Studie von Green Data Project mit SUN Microsystems ergab zudem, dass nur 30 Prozent der auf Disk gesicherten Daten ständig abgerufen werden. Etwa 40 Prozent verblieben auf den Systemen aus historischen oder regelbasierten Gründen. Diese Informationen sind in einem Archiv weit besser aufgehoben. Ein entsprechendes Bandarchiv löst dann auch Platz- und Skalierungsprobleme. Die einzelnen Bänder lassen sich leicht austauschen, auslagern und gewährleisten so höchste Kapazitäten, ohne dabei immer mehr Platz einzunehmen. RAIDs skalieren nur durch Hinzufügen von weiteren Platten oder Disk-Einheiten.

Die Transportfähigkeit ist ebenso einer der ausschlaggebenden Vorteile der Tape-Technologie. Gerade beim Disaster-Recovery ist dies entscheidend. Bei Brand, Erdbeben oder anderen Katastrophen ist ein Unternehmen durch ein externes Archiv hervorragend abgesichert. Festplatten sind an ein Rechenzentrum gebunden, während sich Tapes leicht nach der Sicherung entnehmen und an andere Standorte verbringen lassen.

Um absolute Datensicherheit zu gewährleisten, müssen Unternehmen auf Verschlüsselungsfunktionen achten. Die Verschlüsselung auf Bandmedien ist nicht nur einfacher, sondern meist ohne Aufpreis mit dem jeweiligen System zu erwerben. Das jeweilige Gerät ver- und entschlüsselt die Informationen automatisch. Ein unternehmensweites Key-Management ermöglicht eine Interaktion zwischen Key-Management-Software und Bandlaufwerk, das die Verschlüsselung übernimmt. Dadurch wird eine sichere und konsistente Verwaltung der einzelnen Schlüssel sowie des verschlüsselnden Laufwerks erreicht.

»Unter Betrachtung all dieser Punkte kristallisiert sich das Band als das optimale Archivmedium heraus«, betont Regnoux. »Selbst Deduplizierung oder andere Formate wie MO oder holografische Speicher erreichen nicht die Effizienz, die Bandspeicher bietet. Sony unterstützt IT-Interessierte mit individuellen Bandlösungen für ihre Archivanforderungen und dem entsprechendem Support.«

Sichere Archivmedien

Sony offeriert eine breite Palette an Speichermedien, die sich im Archiv eignen. Dazu gehören die Formate S-AIT, AIT, LTO, SuperDLT, DLT-IV, DLTVS, MO-Disks, Blu-Ray, DVD, CD sowie 4mm- und 8mm-Bänder. Dabei ist das Unternehmen ein Medienhersteller, der zugleich die Hardware produziert. Mit dieser Expertise und noch weiter führenden Entwicklungen will Sony IT-Verantwortlichen ein Maximum an technischer Erfahrung und Unterstützung bei der Umsetzung von Archivierungsprojekten bieten.

 Zum Vergrößern anklicken!  Bild: Sony
Sony-Tapes besitzen eine Garantie auf Lebenszeit. »Dies verdeutlicht, dass unsere Bänder nur äußerst selten ausfallen«, sagt Regnoux. »Darüber hinaus garantieren wir einen umfassenden technischen Support in Europa. Dieser umfasst zum Beispiel Bandüberprüfungen, direkte Kundenbetreuung und verlässlich hohe Qualitätsstandards. Darüber hinaus kann das jeweilige Unternehmen von unserem Labelling-Service profitieren. Dieser alphanumerische Service garantiert die leichte Identifizierung der Tapes. Die Labels selbst werden in sauberer Umgebung auf die Bänder appliziert und sind fünf Jahre garantiert defektfrei. Unser Business-Support rundet das Portfolio ab. Unser Unternehmen will mit Verständnis für die Anforderungen in Rechenzentren – gesetzlich, geschäftlich, technisch – und der langjährigen Markterfahrung optimale Archivlösungen bieten.«


Weitere Informationen:
Gartner schätzt, dass die ICT-Branche für zwei Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich ist; 26. April 2006; Gartner >>
IDC White Paper: A Forecast Of Worldwide Information Growth Through 2010. Gefördert von EMC, März 2007; IDC >>
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