Andreas Mayer, Value Add Distribution Manager, Commvault Systems
E-Mail-Archivierung stellt IT-Manager immer wieder vor neue Herausforderungen. Bei der Wahl der richtigen Lösung sind rechtliche Vorgaben, Standardauswahl und Integration in bestehende Prozesse wichtige Kriterien. Dabei muss der Anwender auch immer an künftige Entwicklungen denken.
Wir sprachen mit Andreas Mayer, Value Add Distribution Manager bei Commvault, über Lösungsansätze und Trends bei der E-Mail-Vorhaltung.
Inwiefern können Standards bei der Einrichtung und Umsetzung von E-Mail-Archiven sinnvoll und hilfreich sein?
Mayer: Standards sind sinnvoll, damit die Abläufe automatisch fixiert werden, keine Daten verloren gehen und auch die primären Storage-Systeme entlastet sind. Gleichzeitig muss der Administrator die Abläufe und Vorgehensweisen auch offen legen, damit er zum Beispiel den Datenschutz garantiert, wenn die Archivierung erfolgt. Zudem helfen diese Standards auch Compliance-Anforderungen abdecken zu können.
Sind reine Software-Lösungen nutzbringender und kostensparender als Appliances? Wo liegen Vor- und Nachteile?
Mayer: Software-Lösungen zeichnen sich in der Regel durch eine höhere Flexibilität aus, da diese nicht an spezielle Systeme gebunden sind und sich besser in die vorhandene Infrastruktur integrieren lassen. Idealerweise ist so eine E-Mail-Archivierungslösung in das gesamte Daten-Management integriert, so dass Synergie-Effekte entstehen.
Suchfunktionen sind mitentscheidende Kriterien bei der Auswahl einer Lösung, worauf sollte man achten?
Mayer: Die Suche sollte leistungsfähig sein und einfach bedienbar. Die Endanwender müssen dabei selbst unkompliziert ihre Daten suchen können. Auch für Compliance-Anforderungen sind Suchmöglichkeiten wünschenswert.
Wie sieht beispielsweise eine typische Archivierungslösung bzw. E-Mail-Archivierungslösung in Unternehmen mit bis zu circa 100 Anwendern aus?
Mayer: Von einer typischen Archivierung zu sprechen, ist sicherlich nicht ganz einfach. Ideal ist aber, wenn die komplette Archivierung, das heißt, File- und E-Mail-Daten mit einbezogen werden und eine einfache und leistungsfähige Suchfunktion auch für die Endanwender integriert ist. Gleichzeitig ist es erforderlich, dass der IT-Verantwortliche die Lösung einfach und zentral verwalten kann und Kosteneinsparmöglichkeiten erreicht.
Das Thema Archivierung greift jüngst mit den Compliance-Anforderungen immer mehr um sich. Sind Unternehmen aus der Backup-Szene darauf vorbereitet, oder wird dies auch zukünftig ein Gebiet für spezialisierte Archivierungsanbieter sein?
Mayer: Dies ist sicher nicht nur ein Gebiet für spezifische Archivierungsanbieter. Wir bieten mit unserer »SIMPANA Suite« alle Möglichkeiten unter einer technologischen Plattform. Backup und Recovery, Archivierung, Replikation, SRM und Suche sowie auch das Abdecken von Compliance-Anforderungen.
Was zeichnet eine gute E-Mail-Archivierungslösung aus? Welche technische Entwicklung, Neuerungen und Features können Unternehmen von kommenden Produkt-Generationen erwarten?
Mayer: Eine gute Lösung zeichnet sich durch die Entlastung des E-Mail-Systems aus sowie auch die Möglichkeit, Compliance-Anforderungen abdecken zu können. Eine performante Suche, auch für Endanwender, ist ebenfalls von großer Bedeutung. Die Integration der Suche in andere Bereiche wie beispielsweise Files wird ebenso immer wichtiger. Ein ganzheitlicher Ansatz beim Daten-Management ist für ein Unternehmen der interessanteste und erfolgversprechendste Weg.
Welchen Stellenwert hat E-Mail-Archivierung im Bereich Storage-Management beziehungsweise künftig im Bereich Information-Lifecycle-Management (ILM)? Wo sind hier die Schnittstellen? Mit welcher Entwicklung sollten Unternehmen planen?
Mayer: Die Bedeutung von E-Mail ist unbestritten und auch die Relevanz der Daten, die im E-Mail-System liegen. E-Mail-Archivierung ist ein Teil des Daten-Managements und daher ist es ideal, sich eine Lösung auszusuchen, bei der die E-Mail-Archivierung ein Teil des Daten-Managements darstellt und Suchfunktionen auch über andere Daten-Bereiche möglich sind, wie es bei unserer Lösung der Fall ist.