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[28.09.2006] (kfr)
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ILM beginnt bei den Prozessen

Gastkolumne von Wolfram Funk, Senior Advisor, Experton Group
 Wolfram Funk  Wolfram Funk, Senior Advisor, Experton Group
Traditionelle Speicherkonzepte sind den heutigen Anforderungen nicht mehr gewachsen. Dies gibt neuen Konzepten wie dem Information-Lifecycle-Management (ILM) Vortrieb. Themen, die sich mit ILM-Konzepten effizient adressieren lassen, sind beispielsweise Business-Continuity und Disaster-Recovery (Datensicherheit), die Bewältigung des Datenwachstums, die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und Langzeitarchivierung sowie generell die Kostenkontrolle im Bereich der Speicherinfrastrukturen. Derzeit gehen Anwenderunternehmen einzelne »Pain Points« an und greifen dabei auf ILM-Elemente zurück. Allerdings ist die Umsetzung von ILM nicht trivial. So zeigt eine Untersuchung der Experton Group zwar, dass sich Anfang 2006 fast 77 Prozent der deutschen Befragungsteilnehmer in irgendeiner Form mit ILM beschäftigt haben; über 23 Prozent nehmen aber eine ablehnende Haltung ein.

Die Verweigerer sehen keinen Nutzen in diesem Konzept, verweisen auf mangelnde interne Ressourcen bzw. Verständnisschwierigkeiten beim Begriff ILM. Auch werden Zweifel laut an der praktischen Umsetzbarkeit von ILM und an der Reife von verfügbaren Produkten. Es wird noch drei, vier Jahre dauern, bis die Standards und Technologien für ILM ausgereift sind. Ein kritischer Punkt ist momentan noch die automatisierte und toolgestützte Klassifizierung, vor allem unstrukturierter Daten. Die Speicheranbieter müssen sich hier technologisch verstärken um vollständigere Lösungen anbieten zu können. Ob dies aus eigener Kraft oder durch die Übernahme von spezialisierten Nischenanbietern geschieht, bleibt abzuwarten.

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Andererseits gibt es aber bereits Lösungen, die aktuelle Anwenderanforderungen weitestgehend abdecken. ILM scheitert daher weniger an der Technologie denn an der unternehmensinternen Unreife im Sinne von Prozessen. Schließlich handelt es sich nicht wirklich um ein Produkt, sondern vielmehr um ein technologieunabhängiges Konzept.

Mit Blick auf ILM empfiehlt sich für Unternehmen, zuerst die Daten zu kategorisieren und die entsprechenden Datentypen mit den Geschäftsregeln zu verknüpfen (Verfügbarkeit, Performance, Sicherheitsaspekte). Die Service-Level-Agreements müssen pro definiertem Datentyp die geschäftlichen Anforderungen berücksichtigen. Eine möglichst flexible Speicher-Infrastruktur hilft beim Aufbau und/oder Sourcing entsprechender Information-Services. Hinzukommt die Lösungsauswahl nach Hersteller und Portfolio zum Aufbau eines integrierten, heterogenen »Solution Stack«.

Bei der Realisierung von ILM-Vorhaben wird Branchen- und Prozess-Knowhow immer wichtiger. Dabei geht es um die Umsetzung branchenspezifischer Compliance-Anforderungen, aber auch um Service-Prozesse nach ITIL (IT Infrastructure Library). Mit Blick auf die Finanzverantwortlichen und Compliance-Anforderungen wird COBIT (Control Objectives for Information and Related Technology) zunehmend relevant.

Wolfram Funk, Senior Advisor, Experton Group
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