Jörg Limberg, COO/Vorstand, WeWebU Software
Spätestens seit Web 2.0 und Social-Media werden immer mehr Inhalte in unterschiedlichsten Formaten verteilt, zusammen bearbeitet oder für Dritte zur Verfügung gestellt. Sei es im Internet oder im eigenen Unternehmen, eine solche Art der Zusammenarbeit sowie die schnell anwachsenden Inhalte benötigen gute Web- oder Content-Management-Systeme, damit der Verantwortliche Überblick und Kontrolle behält. Dabei muss er für die Integration auf viele Faktoren achten.
Wir sprachen mit Jörg Limberg, COO/Vorstand bei WeWebU Software über Lösungsansätze und Trends bei Web/Content-Management-Systemen.
Was sind die größten Herausforderungen im Content/Web-Management?
Limberg: Das größte Problem ist es, den unterschiedlichen Endanwendern in allen Abteilungen, bezogen auf ihre Rollen und abhängig von ihren Aufgaben und Funktionen im Unternehmen, einen leistungsfähigen Webarbeitsplatz und individuelle Applikationen zur Verfügung zu stellen, um ein effizientes Arbeiten mit Spaß und Engagement sicherzustellen.
Was müssen Unternehmen bei der Integration von Content/Web-Management-Systemen berücksichtigen?
Limberg: Die Anwenderfreundlichkeit und - akzeptanz bestimmen den Erfolg des System-Roll-outs. Hierbei ist besonders darauf zu achten, dass unterschiedliche fachliche Anwendungen, zum Beispiel für die Prüfung von Kredit- oder Leasinganträgen, schnell und kosteneffizient umgesetzt werden können und zwar durch ein hohes Maß an Systemkonfiguration und nicht durch Programmierung.
Welche Kriterien bestimmen die Wahl des Content/Web-Management-Systems?
Limberg: Das Frontend mit den Applikationen muss idealerweise entkoppelt von der Version des darunterliegenden Backend-Systems sein. Dies gewährleistet die Upgrade-Fähigkeit des Backend-Systems ohne größere Aufwände für das Nachziehen der Frontends mit ihren Applikationen. Der Endanwender arbeitet einfach in seiner gewohnten Umgebung weiter, ohne zu spüren, dass sich im Hintergrund ein Versionswechsel vollzogen hat.
Was zeichnet ein gutes Content-Management-System aus und welche Features sollten Unternehmen unbedingt erwarten?
Limberg: Unerlässlich ist für CMS-Anwender eine nahtlose Integration des CMS-Systems in die »Office«-Welt von Microsoft. Es darf auf Seiten des Frontends keinen Bruch mehr zwischen MS Office und dem CMS-Frontend geben. Das Programm »Word« beispielsweise muss weitestgehend die Funktionalitäten abbilden, die auch das CMS-System bietet. Es muss also möglich sein, direkt aus der Word-Anwendung ein »Suchen« abzusetzen oder Metadaten und Attribute eines Dokumentes zu bearbeiten. Dabei müssen die Versionierung und der Checkin-Checkout-Prozess intuitiv in Word integriert sein. Eine gute CMS-Anwendung sollte das alles rein als serverseitige Applikation bieten, die keine Installation auf dem Client erfordert – alles basierend auf Web 2.0 Technologie.
Welche Trends bewegen den CMS-Markt?
Limberg: Es wird immer wichtiger, Content aus unterschiedlichen Systemen zugänglich zu machen. Ein Weg ist die Konsolidierung der unterschiedlichen historisch gewachsenen CMS-Systeme in einem Unternehmen. Die kostet hohe Summen für die Migration auf die neue Ziel-CMS-Plattform oder man bedient sich so genannter »Unified EIM Frontends«, die es ermöglichen über unterschiedliche CMS-Repositories hinweg Content in konsolidierten Sichten darzustellen. Das bedeutet für den Endanwender eine Arbeitsumgebung mit den notwendigen Applikationen aber nutzbar für die unterschiedlichen CMS-Repositories. So wird also über die Laufzeit ganz sanft migriert – für den Endanwender völlig unsichtbar.