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[03.11.2009] (eh)
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Im Interview: Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt)

Rainer Christian Beutel, Vorstand der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt)

Die Entwicklung bei den Landesbanken hat deutlich gemacht, wie unvollkommen die Steuerung öffentlicher Beteiligungsunternehmen in vielen Fällen funktioniert.
Wir sprachen mit Rainer Christian Beutel, Vorstand der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement, welche Verbesserungsmöglichkeiten es beim Finanzmanagement der öffentlichen Verwaltung gibt.

Woran liegt es, dass viele Beteiligungen der öffentlichen Hand nicht optimal geführt werden?

 Rainer Christian Beutel 
Rainer Christian Beutel
Beutel: Teilweise liegt es daran, dass kein umfassendes Beteiligungsmanagement implementiert wurde. Die KGSt wird dazu nächstes Jahr einen Bericht für ihre Mitglieder herausgeben, in dem entsprechende Vorschläge gemacht werden. Teilweise liegt es auch an einem ganz normalen psychologischen Prozess.

Können Sie das näher erläutern?

Beutel: Das verselbständigte Unternehmen sieht in erster Linie sich selbst und nicht mehr den öffentlichen Kontext und Auftrag, in dem es agiert. Natürlich wollen auch Geschäftsführer möglichst eigenständig agieren, das führt zu Zentrifugalkräften, die der Gegensteuerung bedürfen.

Also der ganz normale menschliche Faktor?

Beutel: Richtig, denn teilweise liegt es auch daran, dass die Steuernden und die Gesteuerten fachlich nicht auf Augenhöhe agieren. Da wedelt dann schnell einmal der Schwanz mit dem Hund, statt umgekehrt. Damit dürften die wesentlichsten Ursachen für mangelhafte Steuerung genannt sein.

Wer steuert und wer kontrolliert das Beteiligungsmanagement?

Beutel: Das sollten der zuständige Dezernent und der Verwaltungschef tun. Außerdem die entsprechenden Fachausschüsse und letztlich das jeweilige oberste parlamentarische Gremium. Diese Instanzen brauchen aber die notwendigen Informationen und das notwendige fachliche Beurteilungsvermögen.

Wie lässt sich das Beteiligungsmanagement verbessern?

Beutel: Es geht darum, eine professionelle Beteiligungssteuerung einschließlich Beteiligungscontrolling aufzubauen, die qualitativ und quantitativ über das notwendige Personal verfügt. Ausführlich wird dazu der angekündigte KGSt-Bericht Vorschläge unterbreiten.

Gibt es auch erfolgreiche Musterbeispiele für die Steuerung kommunaler Beteiligungsunternehmen und wodurch zeichnen sich diese aus?

Beutel: Ich verweise exemplarisch, aber nicht abschließend, auf den »Corporate Governance Kodex« der Freien und Hansestadt Bremen oder auf die Richtlinien zur Beteiligungssteuerung der Stadt Mannheim. Letztlich sehen jedoch fast alle Beteiligten auf der Steuerungsebene Defizite im Hinblick auf eine optimale Steuerung öffentlicher Beteiligungen.
Vortrag auf »Moderner Staat 2009«
Rainer Christian Beutel hält auf »Moderner Staat 2009« den Vortrag »Hat uns das Desaster bei den Landesbanken nicht gereicht? Beteiligungssteuerung der Zukunft durch die öffentliche Hand«. Darin will er eingehen auf Fragen wie »Wie stellt sich das Beteiligungsmanagement der öffentlichen Hand künftig auf?« oder »Verbessern sich durch den Gesamtabschluss nach Einführung der Doppik – jedenfalls im kommunalen Bereich – die Steuerungsmöglichkeiten?«
Der Vortrag findet am 25. November 2009, 11.30 – 13.00 Uhr statt.

• Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement Moderner Staat

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Editorial
Lange wurde darüber diskutiert, mehrmals verschoben, Unternehmensverbände wetterten dagegen heftig – aber nun kommt 2012 die unsägliche E-Bilanz auf die Unternehmen zu. Perverserweise ist die E-Bilanz ein Teil des »Steuerbürokratieabbaugesetz« (SteuBAG). Klingt doch eigentlich gut, oder nicht? Bürokratieabbau – wer will das nicht? Da ist es nicht opportun dagegen zu sein.

Der Steuerhammer E-Bilanz kommt

Engelbert Hörmannsdorfer
Redaktion ECMguide.de
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