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[25.06.2009] (eh)
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Im Interview: Pitney Bowes

Jürgen Küpper, General Manager DMTi Central & Northern Europe, Pitney Bowes

Der Markt für Postbearbeitungslösungen wird neuerdings mehr denn je durch die zunehmende Digitalisierung der Arbeitsabläufe getrieben. Das hat Auswirkungen auf den Maschinenpark von Unternehmen jeder Größenordnung.
Wir sprachen mit Jürgen Küpper, General Manager DMTi Central & Northern Europe bei Pitney Bowes, über neue Technologien, Strategien und Produkte sowie Einsatzszenarien neuer Postbearbeitungslösungen.

Wenn sich Firmen derzeit für neue (digitale) Postbearbeitungslösungen entscheiden, ist das primär eine Frage des Kostendrucks oder geht es einfach nur darum, jetzt die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen?

 Jürgen Küpper 
Jürgen Küpper
Küpper: Meist handelt es sich um eine Kombination aus beiden Gründen. Gerade im Bereich der Hochleistungspostbearbeitung geht es zum einen um Effizienz – immer größere Mengen zu günstigeren Preisen. Zum anderen steigen aber auch die Qualitätsansprüche deutlich. Ein Kunde möchte die Sicherheit haben, dass ein Poststück rechtzeitig und vollständig bearbeitet und auch versendet wurde, und er will das auch kontrollieren können. Des Weiteren gibt es im Bereich Direct-Marketing und speziell Transpromo einen wachsenden Bedarf nach inhaltlich gestalteten, individualisierten Anschreiben, auch wenn sie mehr kosten. Diese Investition lohnt sich aber, da sie beim Kunden besser ankommen.

Gibt es Branchen, die leichter für eine Postbearbeitungslösung zu begeistern sind? Und wenn ja, was sind die Gründe, warum sich bestimmte Branchen eher für den Einsatz entscheiden?

Küpper: Im Markt für Frankiertechnik sehen wir keine Branche, die besonders hervorsticht. Das Thema Postbearbeitung betrifft einfach jeden und die damit verbundenen Einsparmöglichkeiten sind branchenübergreifend für alle Unternehmen interessant. Branchenunabhängig interessieren sich gerade die großen Anwender für effizientere Hardware- insbesondere aber auch für Software-Lösungen. Auch private Postdienstleister sind sehr an modernster Sortiertechnologie interessiert.

Wodurch wird der Markt für Postbearbeitungslösungen getrieben und welche Trends sind zukunftstauglich?

Küpper: Neben den Möglichkeiten der Kosteneinsparung spielen die Integration in vorhandene IT-Lösungen sowie die Nutzung von Pflichtkommunikation für Werbung (Transpromo) eine immer wichtigere Rolle. Außerdem wächst der Bereich für automatisierte Sortierung deutlich, was zur Ablösung manueller Bearbeitung und zur Erhöhung des Durchsatzes beiträgt.

Postbearbeitungslösungen unterliegen ja einem gewissen technologischen Wandel. Würden Sie evtl. einem Kunden z.B. Leasing-Modelle empfehlen, damit der Gerätepool stets auf dem aktuellen Stand der Technik ist?

Küpper: Absolut. Technologie-Leasing, noch dazu direkt vom Hersteller, bietet optimale Voraussetzungen und größte Flexibilität, um mit dem Stand der Technik Schritt zu halten. Unternehmen, die kurzfristig Systeme benötigen und kein Kapital für den Kauf frei haben, können so schnell über die notwendigen Systeme verfügen und Ausfallzeiten verhindern.

Ist möglicherweise ein Dienstleister für Postbearbeitungslösungen für einen Kunden eine gangbare Alternative?

Küpper: Genau wie in der IT-Industrie gibt es auch im Mailing-Bereich Kunden, die einen verlässlichen Partner suchen, an den sie ihre Postbearbeitung outsourcen können. Dieser Partner kann Pitney Bowes sein. Der Geschäftsbereich PBMS (Pitney Bowes Management Services) bietet hier entsprechende Dienstleistungen an, beispielsweise Dokumentenmanagement- und Poststellenservices.

Am PC einen Brief schreiben und ihn auf Knopfdruck an eine zentrale Stelle senden, die sich dann um Druck und Versand kümmert – es hört sich einfach an, aber gibt es wirklich schon so einfache und praxistaugliche Systeme?

Küpper: Allen Zentralisierungsbemühungen zum Trotz wird der Mix aus dezentralem und zentralem (hochvolumigen) Druck weiterhin Bestand haben. Eine Verlagerung des Fulfillments an Dritte wird schon aus datenschutzrechtlichen und technischen Einschränkungen immer nur eine Ergänzung darstellen können.

Beim Briefschreiben macht sich ein Anwender eigentlich kaum Gedanken, welche Kosten ein einziger Brief – abgesehen von den Versandkosten – verursacht. Wie teuer kommt ein Brief tatsächlich in der Regel, wenn man alle Faktoren berücksichtigt?

Küpper: Das ist individuell sehr unterschiedlich und hängt sehr von der Effizienz der am jeweiligen Prozess beteiligten Unternehmen ab.

Wenn wir jetzt z.B. Rechnungseingangslösungen betrachten – welche Kosten ergeben sich hier typischerweise für ein Unternehmen? Und: Welche Einsparpotenziale gibt es hier?

Küpper: Dazu lässt sich keine pauschale Aussage treffen, da die Kosten stark vom Schriftgut abhängen und dementsprechend eine große Bandbreite einnehmen können. Bei solchen Lösungen muss genau kalkuliert werden, ob nicht die notwendigen manuellen Korrektur-Arbeitsplätze die möglichen Einsparungen auffressen.

Welche Lösungen halten Sie für Transpromo-Mailings bereit, bzw. unterstützen Sie mit Ihren Produkten oder Dienstleistungen Transpromo-Lösungen?

Küpper: Wir bieten bereits heute eine ganze Reihe von Lösungsansätzen, um Lieferscheine, Rechnungen und Zahlungserinnerungen mit kundenspezifischen Werbebotschaften zu versehen. Darin liegt auch die Stärke unseres kombinierten Angebots aus Software und Maschinen. Transpromo war übrigens ein Schwerpunkt unseres vielbeachteten Messeauftritts zur »Drupa 2008«.

Mit welchen Trends ist Ihrer Meinung nach in der nächsten Zeit im Postbearbeitungs-Segment zu rechnen?

Küpper: Transpromo wird zunehmend auch vom Mittelstand aufgenommen werden und somit eine immer größere Rolle spielen. Zudem wird es weitere Konzentrationsbewegungen und Effizienzsteigerungen im Bereich Transaktionsmail geben. Allgemein wird ein stärkerer Fokus auf Qualität und integrativer Prozesssteuerung über spezialisierte Software liegen. Außerdem zeichnet sich eine engere Zusammenarbeit zwischen den privaten Postdienstleistern ab.
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