Martin Falk, Product Manager LFP/DIMS, Canon
Der Markt für Beleg- und Dokumentenscanner wächst zum Teil um 15 bis 20 Prozent. Zudem steigt das Interesse an Netzwerkscannern und Dokumentenmanagement generell. Waren entsprechende Systeme speziell für den Mittelstand nahezu unerschwinglich, stehen nun ausgereifte und erschwingliche Lösungen zur Verfügung.
Wir sprachen mit Martin Falk, Product Manager LFP/DIMS bei Canon.
Wie beurteilen Sie das Geschäft mit Dokumenten- und Abteilungsscannern im bisherigen Verlauf 2008? Was wird gekauft, wo wird vor allem investiert?
Falk: Der Markt für Dokumentenscanner entwickelt sich weiterhin sehr positiv. Die Zahl der verkauften Produkte in Deutschland ist in den letzten Jahren um circa 15 Prozent pro Jahr gewachsen. Diese positive Marktentwicklung wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen.
Es zeichnen sich zwei große Trends im Markt ab:
Es werden immer mehr kleine Dokumentenscanner mit einer Scangeschwindigkeit von 15 bis 25 Seiten/min. nachgefragt. Hier ist der Trend zum dezentralen Scannen zu sehen. Wo früher im Posteingang oder zentral in einer Abteilung mit einem oder mehreren großen Systemen gescannt wurde, wird heute an jedem Arbeitsplatz ein Scanner platziert.
Dokumente lassen sich so sofort vom jeweiligen Sachbearbeiter bearbeiten und einem Vorgang zuordnen. Der zusätzliche Nutzen: Wegezeiten und Durchlaufzeiten werden optimiert und der Dokumentenscanner kann für zusätzliche Aufgaben genutzt werden. Zusätzliche Aufgaben für den Scanner sind beispielsweise die Erfassung von Visitenkarten über ein mitgeliefertes Visitenkarten Tool, das Scannen von Dokumenten und anschließende OCR Texterkennung und Scan-to-Mail-Funktionen. Auch mit den kleinen Scannern wird in Top-Qualität gescannt, in hoher Geschwindigkeit, Simplex oder Duplex und mit vielen Bildverbesserungsfunktionen – und alles zu einem sehr guten Preis/Leistungs-Verhältnis.
Der zweite Trend sind Netzwerkscanner. Diese werden direkt ins Netz eingeklinkt, über einen Browser administriert und vom Benutzer über ein Touch-Display bedient. Funktionen wie Scan-to-Mail, Scan-to-File, und Scan-to-USB sollten Standard sein. Der Vorteil von Netzwerkscanning: Der Scanner kann zentral administriert werden und jeder User kann nach einer Einarbeitungszeit von zehn Minuten alle Vorteile eines professionellen Dokumentenscanners nutzen.
Wie sieht Ihrer Meinung nach ein typischer Abteilungsscanner der Einstiegsklasse aus? Worauf sollten vor allem kleine Unternehmen beim Kauf achten? Welche Fehler werden beim Kauf oft gemacht?
Falk: Der typische Arbeitsplatzscanner in der Einstiegsklasse ist ein Duplexscanner mit einer Scangeschwindigkeit zwischen 20 bis 25 Seiten pro Minute. Er ist klein, kompakt, hat ein umfangreiches Software-Paket dabei und kann alle Formate von der Visitenkarte bis zum Faxpapier vom Stapel weg verarbeiten.
Der Kunde sollte beim Kauf darauf achten, dass der Feeder zuverlässig arbeitet und die Bildqualität stimmt. Auch sollte man darauf achten, dass die Scangeschwindigkeit im realen Einsatz eingehalten wird. Ein weiterer wichtiger Faktor ist, dass das Produkt über das Energy-Star-Logo verfügt. Nicht zuletzt muss bei der Entscheidung das Preis/Leistungs-Verhältnis stimmen.
Wie sieht Ihrer Meinung nach ein typischer Dokumentenscanner der Mittelklasse aus? Worauf sollten Unternehmen beim Kauf achten? Was zeichnet ein gutes Gerät aus?
Falk: Ein Dokumentenscanner der Mittelklasse besitzt eine Scangeschwindigkeit zwischen 30 bis 50 Seiten pro Minute. Qualität und Zuverlässigkeit sind hier die Kriterien für die Entscheidung für einen Hersteller. Hier ist wichtig, dass ein Ultraschallsensor einen Doppelblatteinzug verhindert, der Papiereinzug alle Dokumenten-Vorlagen, Formate und Qualitäten vom Stapel weg verarbeitet. Auch ist die Bildqualität ein entscheidendes Kriterium.
Mit welcher Entwicklung können Anwender und Unternehmen im Bereich Scannen & Erkennen in den kommenden ein bis zwei Jahren rechnen?
Falk: Dokumentenscanner werden mehr Scangeschwindigkeit zu gleichen Preisen bieten. Die Modelle werden noch kompakter und robuster. Der wichtigste Trend ist bei den Netzwerkscannern zu sehen. Viele Marktstudien belegen, dass in 2012 jeder vierte verkaufte Dokumentenscanner ein Netzwerkscanner ist.
Welchen Stellenwert hat das Thema Inputmanagement und Dokumentenerfassung in kleinen und mittelständischen Unternehmen? Welches sind die konkreten Vorteile der beiden Ansätze?
Falk: Durch die rechtlichen Vorgaben weltweit hat das Thema digitales Dokumentenmanagement einen immer größeren Stellenwert. Waren vor fünf Jahren professionelle Dokumenten-Management-Systeme für kleinere und mittlere Unternehmen teilweise unerschwinglich und mit vielen Fehlern behaftet, bieten viele große Anbieter nun Lösungen, die perfekt auf die Branchen zugeschnitten und auch bezahlbar sind.