Der Wunsch, Informationen zentral elektronisch zu speichern, ist im Prinzip nicht neu. ECM-Systeme in der einen oder anderen Form werden seit mehr als 30 Jahren verkauft. Aber das Bedürfnis, eine ECM-Lösung tatsächlich auch einzusetzen und zu nutzen, ist für Unternehmen drängender geworden.
Früher waren es fast nur die Inhalte von Datenbanken. Aber jetzt sind Dokumente, Formulare, Bilder, Bewegtbilder, Grafiken und interaktive Webseiten dazugekommen. Kurz: unstrukturierte Informationen. Eine ECM-Lösung ist hier der typische elektronische Sammelpunkt. Nicht zuletzt deswegen haben ECM-Systeme mehr Aufmerksamkeit von Schwergewichten der IT-Branche gewonnen: IBM, HP, EMC, Microsoft und Oracle nehmen sich des Themas massiv an.
Die Bewegung auf dem Markt hilft Mittelständlern, die sich mit den Systemen der Großen nicht auseinander setzen wollen. Es gibt viele DMS/ECM-Lösungen von mittelständisch orientierten Softwarehäusern, die genau die Mittelstands-Klientel ansprechen. Neuerdings ist auch Open-Source ein Thema. In den USA finden sich bereits Dutzende Softwarefirmen, die sich damit auseinander setzen. Hierzulande sicherlich erst eine Handvoll, aber der Trend ist vorgezeichnet.
Auch Software-as-a-Service (SaaS) scheint im Kommen zu sein. Wie es aussieht, ist dies allerdings kein Thema für Großunternehmen. Sie wollen alles selbst im eigenen Rechenzentrum haben. Aber für Mittelständler ist dies eine interessante Alternative.
Und nicht zuletzt bewegt Microsoft mit Sharepoint den Markt. Infrastruktur-Umgebungen von Microsoft sind bei Mittelständlern eher zu finden als bei großen Unternehmen. Hier tut sich ein Kunde dann ziemlich leicht, mit Sharepoint eine einfache ECM-Basis aufzubauen. Anschließend werden entsprechende, nicht allzu teure DMS/ECM-Pakete von anderen Firmen oben aufgesetzt.
Die vielen neuen Optionen öffnen und bewegen jetzt einen Markt, der bislang im Griff großer ECM-Hersteller war. Am meisten dürfte davon der Mittelstand profitieren. Einziges Manko für den potenziellen Anwender: die Qual der Wahl wird größer. Aber ich denke, damit kann man leben.