Transtec »3100M Storage Server«
transtec, bisher bekannt durch seine »Superserver« getauften Intel-Systeme, bietet mit dem »3100M Storage Server« ein traditionelles Setup mit »Windows Unified Data Storage Server« an. Das Gerät besteht aus einem Superserver-Mainboard, einer Intel-Xeon-CPU 5110 Dual Core mit 1,6 GHz mit 2 GByte Arbeitsspeicher (ECC) und bis zu 16 SATA-II-Festplatten mit mindestens 250 GByte Kapazität. Somit erhält der Administrator wenigstens vier TByte, mit 1-TByte-Laufwerken maximal 16 TByte an Speichervolumen.
Praktisch ist, dass das Transtec-System äußerst Flexibel aufgebaut ist. So wird es zwar serienmäßig mit SATA-Festplatten vertrieben, optional lassen sich aber auch SAS- oder FC-Modelle darin betreiben. Auch bei den Netzwerk-Schnittstellen zeigt sich der 3100M kompromissbereit: Auf den freien PCI-X- oder PCI-Express-Steckplätzen finden schnell iSCSI-Gbit-Ethernet- oder FC-Controllerkarten Platz.
Die Funktion »Single Instance Storage« soll sicherstellen, dass mehrfach abgelegte Dateien nur einmal physikalisch gespeichert werden. Dies reduziert den Speicher- und Backup-Bedarf. Snapshots mit User-Level-Restore ermöglichen jedem Anwender ohne Rückgriff auf den Helpdesk alte, gelöschte oder verschobene Dateien in verschiedenen Versionen wiederherzustellen. Hinzukommt ein Speicher- und Quota-Management, welches die Einrichtung von manuellen oder auf Vorgaben basierenden Speicherkontingenten pro Nutzer, Gruppe, Verzeichnis und logischem Laufwerk erlaubt. Mit Hilfe dieser Funktion kann der maximal nutzbare Speicherplatz eingeschränkt, zugeteilt und der tatsächlich belegte abgefragt werden. Diese Funktionalitäten werden in erster Linie durch den »Windows UDS Server« realisiert.
Hands-on-Test eines 12-TByte-Systems (aus November 2006)Die Redaktion hatte Gelegenheit, das Gerät in einem Hands-on-Test zu begutachten. Schon beim Entfernen der Verpackung und dem anschließenden Einbau in einen 19-Zoll-Schrank wird eines deutlich: Transtec stellt nicht erst seit gestern Server her und weiß daher genau auf Hardware-Qualität zu achten. Das mit 16 Festplatten voll bestückte Testsystem mit einem Gewicht von knapp 40 kg kommt mit einem massiven Gehäuse von bester Verarbeitung daher, das auch nach näherer Betrachtung keine Mängel preisgibt.
Das vorliegende Modell ist mit 16
Seagate-SATA-II-Festplatten mit je 750 GByte und einem vier GByte großen Hauptspeicher bestückt. Als RAID-Controller findet der »ARC-1160« von
Areca Verwendung, der einen
Intel »331« I/O-Prozessor mit zusätzlichen 128 MByte Cache aufbietet. Mit diesem können die Festplatten in den RAID-Leveln 0, 1, 10, 3, 5 und 6 organisiert werden. Das getestete Gerät verfügt darüber hinaus über zwei zusätzliche Gbit-Ethernet-Schnittstellen, die zusammen auf einer Intel-PCI/X-Steckkarte verbaut sind.
Nach Anschluss des Systems mit redundanter Stromversorgung und insgesamt vier Ethernet-Verbindungen folgt die Standardinstallation eines englischen »Windows 2003 Storage Servers« mit Service Pack 1. Nach Abzug der Systempartition mit 27,9 GByte verbleiben als Rest im durch RAID 6 geschützten Plattensatz 8.352 GByte, für die Tests also vier gleiche Partitionen zu 2.088 GByte.
Als Alltagstest hat sich der Transport unterschiedlich großer und vor allem durch unterschiedliche Formate geprägte Dateien (binär, Text) von und nach dem Speichersystem – nun als normaler Server in einer Windows-Umgebung – bewährt. Hierfür finden solche zwischen einem KByte und mehreren MByte aus jeglichem heute in Windows-Umgebungen zu speichernden Dateien Verwendung. Als Ergebnis lässt sich feststellen, dass sich bei Aktivierung nur einer Ethernet-Schnittstelle zwischen 28 und 35 MByte schreiben und zwischen 31 und 48 MByte lesen lassen. Bei Aktivierung aller vier Schnittstellen können zwischen 59 und 71 MByte geschrieben und zwischen 102 und 119 MByte gelesen werden. Die dazwischen durchgeführten Tests lassen schließen, dass bis zu zwei Ethernet-Schnittstellen diese und darüber hinaus SATA-II der einschränkende Faktor ist. Allerdings sind die festgestellten Werte für einen einfachen Windows-Server mit Standard-RAID-Controller und 750er-Platten mehr als ordentlich. Auch darf die Auslegung des Systems mit RAID 6 (also doppelter Parität) nicht außer Acht gelassen werden, die sich nochmals leistungshemmend auswirkt.
Legt man für die Tests nicht CIFS oder NFS als Transportprotokoll fest, sondern verwendet iSCSI, ändern sich die Leistungswerte überraschenderweise nur geringfügig. Mit nur einer Schnittstelle erreicht der 3100M schreibend 28 und 30 MByte/s lesend, zwischen 49 und 65 MByte/s. Mit allen vier aktiven Schnittstellen erreicht der Server zwischen 55 und 68 MByte beim Schreiben und immerhin noch zwischen 97 und 115 MByte beim Lesen. All diese Werte sind rein akademisch dem Overhead des iSCSI-Protokolles geschuldet und bestätigen den ersten Lauf durchgehend.
Auch im zuletzt durchgeführten Backup-Test zeigen sich ähnliche Werte. Im Stream über TCP/IP mit einer Schnittstelle erreicht das Gerät zwischen 46 und 50 MByte/s. Zieht man die einzelnen Partitionen über jeweils eine Schnittstelle ab, erreicht der 3100M eine Gesamtleistung zwischen 118 und 122 MByte/s. Das bedeutet für ein volles Backup der gesamten Kapazität zwar immer noch knapp 19 Stunden, man darf hier allerdings die Gesamtgröße von netto über acht TByte nicht vergessen.
Auch den Ausfalltest besteht der 3100M ohne Probleme. Die Simulation eines Plattenausfalls durch Ziehen eines Laufwerkes verursacht einen scharfen Hinweiston, das Aufleuchten einer LED am entsprechenden Einschub und über den WSS 2003 eine Nachricht an den Systemverwalter. Die Festplatte – inzwischen in einem anderen Gerät formatiert, mit einer anderen Firmware-Nummer überschrieben und somit für das Testsystem neu – benötigt nach dem Wiedereinsetzen bei 75 Prozent Füllgrad der RAID-Gruppe und Standard-Aktivität circa 17 Stunden zur Wiederherstellung. Auch die Simulation des Ausfalles eines Netzteiles besteht der 3100M.
FazitDas Disk-Array ist generell für jede Anschlusskonfiguration wie DAS, NAS und SAN geeignet und daher für alle Umgebungen einsetzbar. Für kleine und mittlere Büro-Installationen mit bis zu 100 Nutzern ist die Schreib/Lese-Leistung mehr als ausreichend. Was hier genauso zählt ist einfache Handhabung und Zuverlässigkeit. Beides bietet der 3100M über den Standard hinaus. Zwei Mängelpunkte ergaben sich trotzdem: ohrenbetäubend laute Lüfter und ein Energieverbrauch von mehr als einem Kilowatt bei einem 19-Zoll-System mit zwei kleinen Netzteilen.
Auch ein SATA- und SAS-Mischbetrieb ist möglich, dazu muss lediglich ein SAS-Controller in einen der freien PCI-X- oder PCI-Express-Slots gesteckt werden. Darin finden auf Wunsch auch andere Netzwerk-Controller Platz, um den Server zum Beispiel in einem FC-SAN zu betreiben.
Die Einstiegskosten lassen sich als moderat bezeichnen. Eine 4-TByte-Version mit 16 Festplatten zu je 250 GByte ist ab 4.750 Euro erhältlich. Eine Konfiguration mit acht TByte Kapazität kommt auf 5.032 Euro inklusive drei Jahre Vor-Ort-Service. Ein Preis den Mitbewerber nur schwer schlagen können. Lesen Sie hierzu auch den
Fachartikel »Vergleich NAS-Server mit 16 Platteneinschüben«.
Kurzinfo
Hersteller:transtec AG
Waldhörnlestraße 18
D-72072 Tübingen
Tel. +49 70 71/70 30
Fax +49 70 71/70 32 99
E-Mail: transtec@transtec.deWeb: www.transtec.deDirekter Link zum Produkt: 3100M Storage ServerPreis: 5.032 Euro (8 TByte)
Garantie: 3 Jahre mit Vor-Ort-Service
Technische DetailsAnzahl Festplatten (max): 16
Festplatten-Schnittstelle: SATA II (3Gbit/s), SAS
Maximale datentransferrate: 300GByte/s
Prozessor: Intel Xeon 5110 Dual Core CPUs
RAID-Controller: Areca
Cache: 256 MByte auf dem Controller
Battery-Backup: integriert
Schnittstellen: 4x 1 Gbit/s-Ethernet
Unterstützte RAID-Level: 0, 1, 10, 3, 5, 6, JBOD
Redundante Komponenten: Netzteile, Lüfter
Redundante Komponenten: Stromversorgung, Lüfter (in Stromversorgungen)
Netzteile: 2 x 800 Watt
Formfaktor: 3U Rackmount
Unterstützte Betriebssysteme: unabhängig
Plus+ Schutz vor multiplem Disk-Ausfall durch RAID 6
+ integrierte Snapshot-Funktion
+ Batterie-Puffer serienmäßig
+ umfangreiche Erweiterungsmöglichkeiten
+ SAS-SATA-Mischbetrieb möglich
+ optionales FC-Modul
+ optionales 10-Gbit-Modul
Minus- geringer Cache
- nur zwei Netzteile
- extrem laute Belüftung
- verhältnismäßig hohe Leistungsaufnahme