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[21.01.2008] (ubr)
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EMC »Celerra NS20«

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EMC »Celerra NS20«
Als NAS-System richtet sich die »Celerra NS20« von EMC an kleine und mittlere Unternehmen. Zudem offeriert es iSCSI- und SAN-Funktionalitäten. Das Multiprotokoll-RAID bietet gleichzeitig Anschlüsse an unterschiedliche Arten von Rechner- und Speichernetzen.

Technisch stellt das Gerät eine Kombination aus den bekannten Komponenten »CLARiiON« als Speicher-Array und Celerra als File-Header dar. Das Array bietet mindestens sechs und maximal 60 Laufwerkseinschüben in vier so genannten »DAE«s (Disk Array Enclosures) Platz. Diese sind über zwei 4-Gbit-Loops im Backend mit dem Controller verbunden. Der Controller verfügt über zwei »DPE«s (Disk Processor Enclosures), in denen jeweils ein Intel Xeon mit 1,8 GHz und zwei GByte Cache ihren Dienst tun. Die DPEs sind »Active-Active« geschaltet, das heißt, im Normalfall wird die Hälfte der Laufwerke vom einen, die andere Hälfte der Laufwerke vom zweiten DPE angesteuert. Sollte ein DPE ausfallen, übernimmt der andere die Kontrolle aller Laufwerke. Damit soll eine kontinuierliche Verfügbarkeit gewährleistet sein – jedoch sinkt die Leistung des Systems in diesem Fall unter 50 Prozent ab.

An den acht Front-End-Ports der Clariion lassen sich bis zu 128 Datenpfade anschließen, maximal 64 Rechner mit redundanten Pfaden im SAN. Die Ports bieten 4-Gbit/s-Durchsatz und steuern im Bedarfsfall auf zwei Gbit/s bzw. einem Gbit/s herunter. In den 60 Einschüben kommen entweder nur Fibre-Channel-, nur SATA- oder eine Mischung beider Festplattentypen zum Einsatz. Der Hersteller empfiehlt allerdings »aus technischen Gründen«, FC- und SATA-Platten nicht in einem DAE zu kombinieren. Welche technischen Gründe dies sind, ließ sich weder auf Nachfrage, noch durch Studium der Dokumentation, in Erfahrung bringen.

Mit Laufwerksgrößen von 73 oder 146 GByte (FC 15.000 U/min), 146 oder 300 GByte (FC 10.000 U/min) und 500 bzw. 750 GByte (SATA 7.200 U/min) bietet die Clariion maximal 45 TByte brutto mit SATA. Die 512 logischen Laufwerke lassen sich wahlfrei mit jeder denkbaren Schutzklasse ausrüsten, unterstützt werden die RAID-Level 0, 1, 3, 5, 6 und 10. Aufpassen sollte der Administrator lediglich beim Einrichten des Systems – die 15.000-U/min-FC- und SATA-Drives verfügen über 4-Gbit-Ports, die 10.000-U/min-FC-Disk über 2-Gbit/s-Schnittstellen. Sind beide Plattentypen unabsichtlich auf derselben Backend-Loop installiert, steuert diese automatisch auf den geringeren Durchsatzwert herunter und macht so den Vorteil der schnellen und teuren Laufwerke zunichte. Ein latentes Problem, bedenkt man, dass die Clariion in dieser Bauart doch nur zwei Backend-Loops bietet. IT-Manager werden indirekt gezwungen, sich beim Kauf entweder für eine schnelle oder eine langsame Konfiguration zu entscheiden. Eine Mischung, die EMC immer propagiert, kann zumindest in diesem Typ kaum stattfinden. Fast schon selbstverständlich für Clariion-Arrays ist die Redundanz von Stromversorgung und Lüftern, die sich im laufenden Betrieb tauschen lassen.

Als Betriebssystem spielt EMC auf der Clariion das so genannte »FLARE« ein, eine auf Storage-Belange optimierte Windows-Version. Diese liegt nun in der Version 26 vor und ist mit allen Vorgänger-Versionen kompatibel. Replikation bietet das Produkt »SnapView«, mit dessen Hilfe sich physikalische oder logische Kopien einzelner Laufwerke erzeugen lassen. Mit »MirrorView« können Daten zwischen Clariion-Systemen bewegt und mit »SANCopy« diese in heterogene SAN-Umgebungen integriert werden. Flare befindet sich auf einem Teil der ersten vier in RAID 5 geschützten Laufwerke des Arrays, genau so wie alle Einstellungen des Gerätes auch.

Als Verwaltungswerkzeug kommt der »Navisphere Manager« zum Einsatz. Über diesen lassen sich alle Funktionen des Systems steuern, überwachen und bei Bedarf in übergeordnete Netzwerke einbinden. Das Web-Werkzeug lässt sich auf jedem Rechner im Browser starten, ist sehr übersichtlich und benötigt nur eine kurze Einarbeitungszeit.

Der File-Header Celerra verfügt in der NS20 über ein oder zwei der so genannten X-Blades. In jedem Blade befinden sich zwei Pentium-4-Prozessoren mit 2,8 GHz und ein Arbeitsspeicher von vier GByte. Jeweils zwei FC-Ports gewährleisten den Anschluss an SANs und jeweils vier Gbit-Ethernet-Ports erlauben die Verbindung zu Rechnernetzen. Zu den Blades gibt es eine so genannte Control-Station, die alle Funktionalitäten des Systems verwaltet. Eine Celerra mit nur einem Blade ist unterbrechungsfrei auf zwei Blades erweiterbar.

Das Betriebssystem »DART« bietet alles, was ein File-Server heute mitbringen muss. Es unterstützt NFS, CIFS, iSCSI und Fibre-Channel, den Network-Lock-Manager, RIP, SNMP, NDMP, ARP, ICMP, NTP, SNTP, Kerberos und LDAP. Die Klienten können dateiseitig über FTP, NFS und CIFS zugreifen, blockseitig über iSCSI und Fibre-Channel. Aufpreispflichtige Funktionen umfassen einen Online-Virenscanner, den so genannten »Celerra Replicator« zur Fernspiegelung zwischen zwei Filern und die »File Level Retention« zur löschsicheren Aufbewahrung von Dateien.

Die Celerra wird durch redundante Netzteile der X-Blades und die Möglichkeit zum Austausch von Netzteilen und Lüftern im laufenden Betrieb hochverfügbar gemacht. Die Verwaltung erfolgt über die Control-Station mit der hier befindlichen Software »Celerra Manager Basic«. Auch diese lässt sich laut Hersteller schnell erlernen und bietet eine kompakte und sinnvolle Verwaltung aller Funktionen des Systems, inklusive Dateisystemerstellung, deren Freigabe und Einrichtung sowie das Management von Anwendern und Nutzergruppen.

Fazit
Für einen Einstiegspreis ab 10.889 Euro für die Kombination aus Clariion und Celerra-Filer erhalten Unternehmen ein Highend-Gerät mit vier Gbit und mit zahlreichen Ausbaumöglichkeiten in Kapazität und Leistung. Bis zu 45 TByte Speicher lassen sich in allen möglichen Schutzklassen unterbringen und der Filer bietet alles, was auch wesentlich größere und teurere Lösungen bereitstellen. Nur sollte sich der IT-Interessierte von allem Glanz nicht blenden lassen. Durch das mit zwei Loops sehr schmale Backend wird der Nutzer schnell auf eine bestimmte Art von Platten und Bandbreite beschränkt.
Kurzinfo
Hersteller: EMC Deutschland GmbH
Am Kronberger Hang 2a
658245 Schwalbach
Tel. 061 96/472 80
Fax 061 96/472 82 18
E-Mail: german_marketing@emc.com
Web: www.emc2.de
Direkter Link zum Produkt: NS20
Preis: ab 10.889 Euro (mit 6x 146 GByte FC-Drives)
Garantie: 36 Monate inkl. Vor-Ort-Service

Technische Details
Gehäuse: 19 Zoll Rackmount
Speicherkapazität: max. 45 TByte brutto
Laufwerksanzahl: fünf bis 60 SATA- und/oder FC-Festplatten
Unterstützte SATA-Festplatten: 500 oder 750 GByte mit 7.200 U/min, 3 Gbit/s
Unterstützte FC-Festplatten: 73, 146 oder 300 GByte mit 10.000 U/min, 2 Gbit/s oder mit 15.000 U/min, 4 Gbit/s
RAID-Level: 0, 1, 3, 5, 6 und 10
Cache: 2x 2 GByte
Schnittstelle: 4 Gbit/s Fibre-Channel, 2x 4 Ports
Redundante Komponenten: Lüfter, Netzteile, Controller
Hotswap-Komponenten: Lüfter, Netzteile, Laufwerke
Prozessor: 2x Pentium 4 2,8 GHz pro X-Blade, max. 2 X-Blades
System-Memory: 4 GByte je X-Blade
Host-Schnittstellen: 2x 4-Gbit-FC, 4-Gbit-Ethernet- pro X-Blade
Unterstützte Protokolle: NFS (v2/3/4), CIFS, FTP, SSH, iSCSI, NLM (v1/3/4), RIP (v1/v2), SNMP, NDMP (v1-v4), ARP, ICMP, NTP, SNTP, Kerberos, LDAP
Software-Funktionen: Anti-Virus-Agent, Replicator, Manager Advanced Edition, File-Level-Retention (alle optional)

Plus
+ Mischbetrieb FC- und SATA-Festplatten
+ Erweiterbarkeit und Service im laufenden Betrieb
+ Betriebssicherheit durch redundante Auslegung von Laufwerken, Netzteilen, Lüftern und Controllern
+ überdurchschnittliche Herstellergarantie

Minus
- schmales Backend mit nur zwei FC-Loops
- SATA- und FC-Platten in getrennten Gehäusen
- Active-Active-Betrieb mit unter 50 Prozent Leistung bei Ausfall eines DPEs
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