»StorageTek SL3000 Modular Library System« von SUN Microsystems
Die Bandbibliothek »StorageTek SL3000 Modular Library System« von
SUN Microsystems wurde für den gehobenen Mittelstand konzipiert und soll hohe Leistungseigenschaften sowie eine Ausstattung auf Enterpriseniveau anbieten. Dabei stehen Skalierbarkeit, Ausfallsicherheit und Performance im Fokus des Herstellers.
Das Basismodul kann als Einstiegskonfiguration zwei Laufwerke und 200 Kassetten beherbergen. Maximal lässt sich das System auf 56 Laufwerke und 3.000 Cartridges aufrüsten. Dabei lässt sich zwischen reiner Hardware-Aufstockung oder Lizenzfreigabe wählen. Bei letzterer Skalierungsvariante erwirbt der Anwender die Hardware mit allen Slots bereits von Anfang an und kann dann über Lizenzen auf gewünschte Kapazitäten erweitern. Damit will Sun sein Storage-on-Demand-Konzept weiter im Markt durchsetzen.
Das System unterstützt die Bandformate LTO-3, LTO-4 sowie die hauseigenen Formate des T10000, des T9840c und T9840d. Mit unkomprimierten Kapazitäten von 400 GByte (LTO-3), 800 GByte (LTO-4), 500 GByte (T10000), 40 GByte (T9840c) und 75 GByte (T9840d) ergeben sich unterschiedliche Gesamtspeichervolumina. Die höchste Speicherdichte erreicht der IT-Manager mit LTO-4, das ihm in der Einstiegskonfiguration 160 TByte und in der maximalen Ausbaustufe 2,4 PByte Speicherplatz offeriert.
IT-Verantwortliche, denen die Zugriffszeiten im Vordergrund stehen, sollten entweder mit der T9840c- oder T9840d-Technologie arbeiten. Mindestkapazitäten liegen hier bei acht bzw. 15 TByte, maximaler Speicherplatz bei 120 bzw. 225 TByte. Das Basismodul fasst laut Hersteller bis zu 24 Laufwerke sowie mindestens 200, höchstens aber 444 Bänder, je nach Konfiguration und Bandformat. Die Drives und Cartridges lassen sich innerhalb der Bibliothek beliebig in den Einschüben anordnen.
Die verschiedenen Band- und Laufwerksformate bestimmen den jeweiligen Datendurchsatz. LTO-4 sowie das T10000 erbringen je 120 MByte/s. LTO-3 gewährleistet 80 MByte/s und die T9840-Modelle jeweils 30 MByte/s. Bei einem Rechenbeispiel mit 24 operierenden Bandlaufwerken lassen sich innerhalb einer Stunde entweder 10,4 TByte (LTO-4, T10000), 6,9 TByte (LTO-3) oder 2,6 TByte an Daten transferieren. Allerdings kann der IT-Administrator auch jede gewünschte Kombination an Bandformaten innerhalb der SL3000 operieren. Somit kann er Performance und Kapazität seinen individuellen Geschäftsanwendungen anpassen. Ebenso kann er damit Migrationsschwierigkeiten vermeiden.
Für verbesserten Ausfallschutz hat der Hersteller auf möglichst viele Redundanzen gesetzt. So ist die gesamte Library-Elektronik, also die Steuerung, voll redundant. Ebenso können zwei Roboter in der Bibliothek laufen. Diese können sich gleichzeitig die Library aufteilen und zeitgleich arbeiten, fungieren aber auch als Ersatz beim Ausfall des anderen. In einem solchen Fall bewegt sich der noch funktionierende Roboter an die Stelle des ausgefallenen und schiebt ihn in eine bestimmte Parkposition. Danach übernimmt er nahtlos die Arbeit des still gelegten Geräts zusätzlich zum eigenen Wirkungsbereich.
Die SL3000 ist linear aufgebaut und wird entsprechend erweitert. Sie erlaubt bis zu acht Hardware-Partitionierungen, die wiederum zeitgleich mit Mainframe- und Open-Systems-Umgebungen operieren können. Ebenso ist eine Software-Partitionierung möglich, die »shared drives« erlaubt sowie alle Kassetten unter einer Partition zusammenfassen lässt. Auch die Netzteile sind standardgemäß redundant ausgelegt, bei Gleichstrom in N+1, bei Wechselstrom optional 2N.
Die Verwaltung kann von einem entfernten Ort, also remote, oder an einem Touchpanel an der Gehäusefront erfolgen. Zur Überprüfung verfügt die Library über ein digitales Sichtsystem. Dieses speziell entwickelte Sichtsystem mit Digitalkamera steht für die fortlaufende Kalibrierung und zum Lesen des Barcodes zur Verfügung.
Die standardmäßige abgesetzte Überwachung geschieht per TCP/IP. Darüber hinaus gibt es zusätzlich dedizierte Reinigungskassettenfächer zum automatischen Reinigen von Bandlaufwerken für unterschiedliche Laufwerkstypen durch die Bibliothek oder per Software-Befehl. Das System erkennt selbsttätig alle Laufwerke, Medientypen und Fächer und richtet diese ein. Da die Kalibrierung automatisch abläuft, bedarf es hier keiner regelmäßigen Wartung oder Ausrichtung. Zum Austauschen von Kassetten oder ganzen Kassettenreihen bedient sich der Administrator eines »Cartridge Access Slot«, der Zugriff auf jeweils ein Teilmodul mit 26 Cartridges zulässt.
Anschluss findet das Gerät über FICON oder Fibre-Channel. Es unterstützt unter anderem die Betriebssysteme Solaris, z/OS, AS/400, AIX, HP-UX, Windows und Linux.
FazitHersteller Sun hat seine SL3000 auf den gehobenen Mittelstand gut zugeschnitten, da hier Leistungsmerkmale enthalten sind, die Unternehmen eher im Enterprise-Segment finden. Dazu gehört die hohe Redundanz für bessere Auslastung und die gute Skalierbarkeit. Hierbei spielt das »Storage-on-demand«-Konzept eine wichtige Rolle, das dem IT-Manager den Ankauf kompletter Hardware erlaubt, ohne gleich alles bezahlen zu müssen.
Mit insgesamt 3.000 Slots ist das System auch hohem Datenwachstum gewachsen. Der problemlose Einsatz unterschiedlicher Bandformate, auch in Kombination, gibt dem IT-Nutzer zudem große Flexibilität für Datenmigration, performance-abhängige Speicherverteilung und leichten Austausch von Technologien. Bei so viel Angebot beginnen die Preise auch nicht gerade im untersten Segment. Eine Einstiegskonfiguration eines Basismoduls mit einem installierten Laufwerks-Array, mit acht Laufwerkseinschüben, der Option für zwei weitere Laufwerks-Arrays mit maximal 24 Laufwerkseinschüben sowie der Steuerungsschnittstelle für TCP/IP und FC, Zugriff auf 200 Bandstellplätzen und redundante Netzteile kostet 54.100 Euro. Allerdings müssen Stromverteilereinheit und Netzkabel gesondert bestellt werden. Die Garantielaufzeit beträgt lediglich ein Jahr. Ebenso ist vielleicht die Frage nach iSCSI-Anschluss realistisch, da sich diese Technologie auch gerade im SAN etabliert. Da Preis und Ausstattung sich aber eher am gehobenen Mittelstand orientieren, ist dies derzeit noch kein Thema beim Hersteller.
Kurzinfo
Hersteller: Sun Microsystems GmbH
Sonnenallee 1
D-85551 Kirchheim-Heimstetten
Tel. +49 89/46 00 80
Fax +49 89/460 08 22 22
E-Mail: nein
Web: www.de.sun.comDirekter Link zum Produkt: SL3000
Preis: ab 54.100 Euro
Preisliste: Preisbeispiele Garantie: 1 Jahr
Technische DetailsAnzahl Laufwerke (Basismodul) min/max: 2/24
Anzahl Slots (Basismodul) min/max: 200/444
Skalierbarkeit: 56 Drives/3.000 Cartridges
Unterstützte Formate: LTO-3, LTO-4, T10000, T9840c, T9840d
unkomprimierte Kapazität min/max: 80 TByte/1,2 PByte (LTO-3), 160 TByte/2,4 PByte (LTO-4), 8/120 TByte (T9840c), 15/225 TByte (T9840d); 100 TByte/1,5 PByte (T10000)
Durchsatzraten: 80 MByte/s (LTO-3), 120 MByte/s (LTO-4), 30 MByte/s (T9840c/d)
Durchsatzraten pro Stunde bei 24 Laufwerken: 6,9 TByte (LTO-3), 10,4 TByte (LTO-4, T10000), 2,6 TByte (T9840c/d)
Redundante Komponenten: Laufwerke, Bänder, Robotik, Steuerungselektronik, Lüfter, Netzteile
Unterstützte Betriebssysteme: Solaris, z/OS, AS/400, AIX, HP-UX, Windows, Linux
Anschlüsse: FC, FICON
Mechanik-Steuerungsschnittstelle: TCP/IP
Verwaltung: digitales Sichtsystem mit Digitalkamera für fortlaufende Kalibrierung und zum Lesen der Barcodes, standardmäßige abgesetzte Überwachung per TCP/IP, zusätzliche dedizierte Reinigungskassettenfächer zum automatischen Reinigen von Bandlaufwerken für unterschiedliche Laufwerkstypen durch die Bibliothek oder per Software-Befehl, selbsttätige Erkennung und Einrichtung aller Laufwerke, Medientypen, Fächer, durch fortlaufende automatische Kalibrierung ist keine regelmäßige Wartung oder Ausrichtung erforderlich
Plus+ hohe Skalierbarkeit
+ Kombination der Formate möglich
+ hohe Redundanz
Minus- unterdurchschnittliche Herstellergarantie