von Alexander Feldmann
Die Workgroup-Document-Scanner »imageFORMULA DR-2010c« und »imageFORMULA DR-2510c« von
Canon richten sich vor allem an SOHOs und Kleinbüro-Anwender. Die beiden Produkte sind praktisch baugleich, der 2010c ist laut Datenblatt circa 20 Prozent langsamer und besitzt vor allem keinen Ultraschallsensor.
Die Geräte scannen von Visitenkarten bis zu A4 und ähnlich große US-Formate mit einer Länge bis zu 100 cm, bei Bedarf auch doppelseitig. Bei Einzelblattzufuhr lassen sich auch geprägte Papiere wie Visitenkarten verarbeiten. Über den Folio-Modus können auch einzelne A3-Seiten eingescannt werden, dazu wird das Blatt gefaltet und in einem eigenen Halter eingelegt, das A3-Bild wird dann automatisch aus Vorder- und Rückseite zusammengebaut. Müssen öfters A3-Seiten gescannt werden, so empfiehlt sich allerdings die Anschaffung eines eigenen A3-Scanners für diesen Zweck. Bei A4 sind je nach Vorlage 10 bis 15 Seiten/Minute zu erreichen, 25 Seiten/Minute schafft das Gerät bei verminderter Auflösung. Eine relativ kleine Aufstellfläche von 298 x 220 mm (ohne Papierauswurf, also etwas breiter als ein A4-Blatt) ermöglicht einen flexiblen Betrieb im Büro. Der Anschluss ist ausschließlich über USB möglich.
Hands-on-TestDie Redaktion von
ECMguide.de hatte Gelegenheit den DR-2510c im Rahmen eines Hands-on-Tests selbst auszuprobieren. Das Bedienungskonzept ist relativ einfach, der Treiber und die Capture-Software werden einmalig installiert und konfiguriert. Wie schon seit längerem in Consumer-Scannern üblich, erlaubt das Gerät ein einfaches One-Touch-Scannen. Über die Tasten an der Scannerfront lassen sich die Funktionen »Scannen und Speichern«, »Scannen und Drucken« sowie »Scannen und per Mail versenden« direkt aufrufen. Diese Funktionen kann der Anwender über die Software auch umkonfigurieren.
Besondere Features bei diesem Gerät sind »Batch Scanning« und »Auto Paper Size Detect/Auto Color Detect«. Mit Batch-Scanning ist es möglich, größere Mengen Dokumente zu scannen und diese je nach Bedarf in einzelne Dateien zu speichern, ohne den Scanvorgang jedes Mal unterbrechen zu müssen.
Mit Auto-Paper-Size-Detect erkennt der Scanner automatisch die Seitengröße, dadurch können in einem Scanvorgang Dokumente verschiedener Größen gescannt werden. Auto-Color-Detect ermöglicht dem Gerät festzustellen, ob ein Dokument vierfarbig oder schwarz-weiß vorliegt und speichert es entsprechend.
Über die Menüs lassen sich Standard-Voreinstellungen wie »Seiten drehen« und »Helligkeit ändern« vornehmen. Ansonsten kann sich die Menüfülle mit der von üblichen Flachbett-Scannern messen.
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| Bild: ECMguide.de |
Der automatische Einzug funktioniert bei Standard 80-Gramm-Papier sehr zuverlässig, wie immer raten wir, das Papier vor dem Scannen einmal durchzufächern. Dies empfiehlt sich besonders, wenn es zuvor geklammert war, da sich einzelne Seiten gerne an den Klammerkanten verhaken. Je nach Papierdicke sind 50 Blatt problemlos möglich. Sobald man andere Papiersorten scannt, verschlechtert sich der Eindruck allerdings, sowohl bei glattem dünnem Zeitschriftenpapier als auch bei rauerem etwas dickerem Papier – wie viele Ökopapiersorten – treten Doppeleinzüge deutlich häufiger auf. Diese werden vom Ultraschall-Sensor zwar sehr zuverlässig erkannt (wir konnten den Sensor kein einziges Mal überlisten), aber es unterbricht doch den Arbeitsablauf.
Die Walze zum Papiereinzug ist dabei sehr massiv ausgelegt, man fühlt sich fast an ein Profil von Winterreifen erinnert. Die Gegendruckwalze, die hauptsächlich für die Seitentrennung zuständig ist, fühlt sich allerdings sehr weich und schwammig an, möglicherweise liegt dort das Problem mit dem Doppeleinzug.
Die Scanzeilen liegen schräg im Gerät und nicht am tiefsten Punkt, daher besteht nicht wie bei anderen Produkten das Problem, dass sich dort Papierstaub sammelt und für Streifen am Bild sorgt. Eine tägliche Reinigung mit einem Antistatiktuch ist trotzdem zu empfehlen und auch in wenigen Sekunden erledigt.
Die schon in der Scan-Software eingebaute Texterkennung arbeitet zufriedenstellend, bei einem noch einigermaßen leserlichen Text, zum Beispiel von einem verblassenden Fax, konnte relativ schnell und gut ein PDF mit Volltext und relativ wenigen Fehlern erzeugt werden. Über das Programm-Menü lässt sich vor dem Scan-Vorgang die OCR-Sprache einstellen, auch das verbessert die Erkennungsrate nochmals. Für hochwertige Ergebnisse sollten Anwender aber eine eigene Scan-Software wie beispielsweise Omnipage einsetzen.
Zum Dokumenten-Management liegt dem Paket »PaperPort 11 SE« und »Omnipage SE 4«, beide von
Nuance/ScanSoft, bei. Speziell zur Verwaltung von Visitenkarten wird der »BizCard Reader 5 SE« mitgeliefert. Das Handbuch liegt in mehreren Sprachen gedruckt und auf CD bei.
Alle Versionen sind allerdings nur abgespeckte Schatten ihrer selbst, deren Funktionsumfang doch weit hinter dem der Vollversion zurückbleibt. So kann Omnipage SE kein zuvor mit dem Scanner erzeugtes PDF öffnen, es öffnet sich lediglich ein Browser-Fenster mit einem Bestellformular für ein Software-Update. Die einzig sinnvolle beiliegende Software ist die Vollversion von
Adobe »Acrobat 8«. Dazu, ob möglicherweise in Zukunft Version 9 beigelegt wird, konnte Canon noch keine Auskunft geben.
FazitDer DR-2510c ist ein gut ausgestattetes Gerät mit sinnvollen Funktionen, besonders der Ultraschallsensor ist sonst nur bei Scannern einer höheren Klasse zu finden. Auch der Aufbau ist schlüssig und die Verwaltungs-Software gut bedienbar. Auf das beiliegende Software-Bundles hätte man bis auf Acrobat 8 aber verzichten können. Auf jeden Fall raten wir zum Modell 2510c mit Ultraschallsensor. Das Modell 2010c ohne Sensor würden wir nur unter Aufsicht betreiben, um sicherzustellen, dass wirklich jede Seite gescannt wurde. Das vom Hersteller angegebene Scanvolumen von 1.500 Seiten pro Tag halten wir für zu hoch. Der Duplex-Scanner eignet sich eher für Anwender mit einigen wenigen Scanjobs in der Woche.
Neben der vom Händler gegebenen gesetzlichen Gewährleistung bietet Canon einen 2-jährigen Bring-In-Service, bei dem man etwaige Mängelhaftungsansprüche auch gegen Canon gelten machen kann (zumindest für in Deutschland gekaufte Geräte). Dabei scheint es sich aber nicht um eine Herstellergarantie zu handeln. Canon selbst konnte hier auch keine klärende Auskunft geben.
Der Straßenpreis (netto) liegt bei rund 450 Euro (DR-2010c) bzw. 550 Euro (DR-2510c). Mitbewerbsprodukte wie der Workgroup-Scanner
Kodak »i1120 ScanMate« (
siehe Produkt-Review auf ECMguide.de) sind mittlerweile bereits ab 425 Euro erhältlich. Ein Austauschrollensatz für 30.000 Seiten kostet ca. 60 Euro.
Kurzinfo
Anbieter: Canon Deutschland GmbH
Europark Fichtenhain A10
D-47807 Krefeld
Tel. +49 (0)21 51/34 50
Fax +49 (0)21 51/34 51 02
E-Mail: nein
Web: www.canon.de/cbcDirekter Link zum Produkt: DR-2010cDR-2510cPreis (netto): ca. 450 Euro (DR-2010c),
ca. 560 Euro (DR-2510c)
Garantie: 2 Jahre Bring-In-Service (
Service-PDF)
Technische DetailsEmpfohlenes Tagesvolumen: bis hin zu 1.500 Seiten
Durchsatz-Geschwindigkeiten (Hochformat, A4): bis zu 20/25 Seiten/min. bei 200 dpi (Bitonal, Graustufen, Farbe)
Maximale Optische Auflösung: 600 dpi
Maximale Dokumentengröße: 216 mm x 356 mm (8,5 x 14 Zoll) bis zu 1.000 mm Länge über den Long-Document-Mode" möglich
Minimale Dokumentengröße: 50 mm x 54 mm (2 Zoll x 2,1 Zoll)
Einzug: bis zu 50 Blatt 80-g/m²-Papier
Schnittstelle: USB 2.0
Besonderheiten: externes Netzteil, Standby-Funktion am Gerät
Stromverbrauch*: <2 Watt in Standby, 15 Watt während des Scan-Betriebs
Unterstützte Betriebssysteme: Windows Vista (32 Bit)/XP SP2/2000 Pro SP4
Lieferumfang: Nuance Paperport 11 SE, Scansoft Omnipage SE 4, Presto! Bizcard Reader 5 SE, Adobe Acrobat 8
Abmessungen: Höhe: 160 mm ohne Fächer, Breite: 298 mm, Tiefe: 160 mm ohne Fächer
Gewicht: 2,4 kg
Plus+ schneller, doppelseitiger Scanner
+ sehr zuverlässiger Ultraschallsensor (nur beim DR-2510c)
+ geringer Platzverbrauch
+ gute Ausstattung
Minus- gebundelte Software von Drittherstellern liegt nur in abgespeckter Version vor
- wie jeder Einzugsscanner für Fotos nur sehr bedingt geeignet
- durchschnittliche Herstellergarantie
* Vermerk zum Stromverbrauchstest: Die Messung wurden von ECMguide.de mit einem ungeeichten Consumer-Gerät durchgeführt.