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[09.09.2008] (ubr)
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Gingcom »T4.4«

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Gingcom »T4.4«
Die Storage-Appliance »T4.4« von gingcom soll IT-Verantwortlichen umfassende Speicher- und Archivmöglichkeiten bieten. Das System vereint Disk-to-Disk-to-Tape-Funktionen in einem Gerät. Eine Software verwaltet Dateien und Inhalte wie ein CAS-Array. Der Hersteller verspricht hier eine All-in-One-Lösung, die Information-Lifecycle-Management (ILM) auch in kleinen und mittelgroßen IT-Umgebungen realisieren soll.

Die Hardware ist eine Kombination aus Festplatten- und Bandtechnik und passt in ein 19-Zoll-Rack-Gehäuse von elf Höheneinheiten. Für die Server-Funktionen stellt das System vier SAS-Festplatten bereit. Betriebssystem und Applikationen operieren auf redundanten SAS-Drives mit 36 GByte und RAID-1-Schutz. Die Datenbanken für den Index und CAS-Funktionalität sind mit RAID 5 auf 300-GByte-Platten abgelegt. Hier operieren drei Platten mit einer Hot-Spare-Disk. Der Online-Speicher gewährleistet eine Gesamtkapazität von vier TByte in RAID-5-Konfiguration auf zehn Laufwerken. Im Bandspeicher befinden sich redundant angelegt insgesamt 8,8 TByte, also zwei Mal 4,4 TByte. Dabei verfügt der LTO-3-Autoloader über 24 Einschübe für 22 Kassetten, eine Mailbox und eine Reinigungskassette.

Auffälliges Merkmal des Systems ist das einheitliche Management unter Microsofts »Storage Server 2003«. Die Software stellt die drei Einzelkomponenten als eine Einheit dar, was den Einsatz vor allem bei kleineren und mittleren Unternehmen enorm erleichtern dürfte. Eine webbasierte Benutzeroberfläche soll dem IT-Manager die Integration in bestehende Netzwerke und die Bedienung erleichtern.

Der Online-Teil des Systems fungiert gegenüber dem Netzwerk als NAS-Filer. Auf ihm können alle zugelassenen Anwender Daten speichern, verschieben und löschen, ein Unterschied zur Nutzung eines Standard-Servers soll nicht erkennbar sein. Die Rechte dazu kommen vom einem »Windows Active Directory«-Server, der sich im gleichen Netzwerk befindet. Sollte der Bedarf über die NAS-Kapazität hinaus wachsen, werden die am seltensten geöffneten und ältesten ungeänderten Dateien automatisch auf den SATA-Teil des Systems verlagert. Somit muss sich der Verwalter nie wieder mit Dateisystem-Quotas oder ähnlichen Feinheiten seiner Speicherumgebung beschäftigen.

Die Software verwaltet Dateien und Inhalte wie ein CAS-Array (Content-Adressed-Storage). Auf Grund des letzten Lese- oder Änderungsdatums oder solchen Rahmenparametern wie erzeugende Anwendung oder Nutzer verschiebt das System diese automatisch von den schnellen auf langsame Festplatten. Danach transferiert es die Informationen auf Bänder, falls der Bedarf an Disk-Platz dies erforderlich macht. Dies geschieht auf Basis vordefinierter Standardregeln, welche sich nach Bedarf und Anwendung ändern oder neu definieren lassen.

Für das Backup steht dem IT-Manager ein Verfahren zur Verfügung, mit dem er das gesamte Filesystem in Zeitintervallen bis zu 15 Minuten genau sichern kann, einem »Near Continuous Data Protection Prinzip« (NCDP) entsprechend. Bei der Archivierung kann er Datei- und E-Mail-Archivierungsfunktion für Microsoft-basierte Umgebungen nutzen. Alle Dateien und E-Mails lassen sich nach unterschiedlichen Regeln langfristig auf Festplatten- und Bandspeicher archivieren. Die Deduplizierungsmöglichkeit sorgt zudem für Kapazitätseinsparung und optimale Ressourcennutzung bei Backup und Archiv. Leider beschreibt der Hersteller nicht genau, welche Methode er einsetzt. »Inband«-Deduplizierung sortiert und prüft die Daten vor der Sicherung, beim »Outband«-Verfahren werden die Objekte erst nach der Datensicherung auf Redundanzen hin untersucht.

Ein weiteres Feature ist die so genannte »Notebook-Protection«. Mit ihrer Hilfe stellt Gingcom ein initiales Backup eines entfernten Rechners über das Netzwerk her und ergänzt dieses bei Kontaktaufnahme um die in der Zwischenzeit erfolgten Änderungen. Alle Funktionen laufen automatisch ab und können sowohl von Notebook-Anwendern, als auch vom Verwalter des zentralen Arrays, überwacht und geändert werden. Ein adaptiver Bandbreiten-Monitor hilft dabei, die momentan verfügbare Leitung optimal auszunutzen oder nach einem unterbrochenen Backup dieses wieder aufzunehmen. Eine Policy-Engine hilft dabei, alle wichtigen Dateien, beispielsweise Dokumente, Zeichnungen oder Tabellen regelmäßig zu sichern und dem Nutzer im Notfall auf einem anderen System zur Verfügung zu stellen.

Optimiert für die Windows-Welt, unterstützt das T4.4 die Betriebssysteme »Vista« und »XP Professional«; im Exchange-Server-Bereich die Versionen »2000 Server«, »2000 Advanced Server«, »2003 Server«, »Exchange 2003« sowie »Exchange 2000«. Die Linux-Klientel hat nach wie vor das Nachsehen. Nettopreise für das T4.4 beginnen bei 53.350 Euro inklusive Hersteller-Service. Für Exchange kommen noch 8.950 Euro dazu. Die Garantielaufzeit für die Hardware liegt bei drei Jahren.

Gingcom Release 1.6
Gingcom führte mit der Version 1.6 seiner Appliance einige zusätzliche Funktionen ein. So ist nun ein Offsite-Management möglich, das die Auslagerung der redundanten Datensicherung via Netzwerk mittels iSCSI erlaubt (z.B. auf eine Tape-Library). Ein Offline-Management ausgelagerter Bänder inklusive eines Health Monitoring ist ebenso realisierbar. Policys auf Verzeichnis-Ebene verbessern die Abbildung von firmeninternen und rechtlichen Richtlinien. Policys können auch auf Ordnerebene zugewiesen werden.

Durch leistungsfähigere Hard- und Software-Module sollen sich schnellere Recovery-Zeiten, kürzere Suchzeiten und performantere Backups erreichen lassen. Das Größenverhältnis von Harddisks zu Bändern bei den Grundmodellen ist 1:1, die Festplattenkapazität entspricht also der Bandkapazität. Darüber hinaus nutzt der Hersteller verbesserte Agenten auf den Quellsystemen, was ebenso bessere Leistung verspricht. Für optimierte Ausfallsicherheit sorgt eine integrierte USV mit Sequenzer, die ein korrektes und sicheres Herunterfahren sicherstellt.

Fazit
Die All-in-One-Kombination macht das T4.4 zu einer interessanten Speicher- und Archivierungslösung. Ob Gingcom mit einem Preis von über 50.000 Euro auch wirklich kleinere Unternehmen anspricht ist allerdings fraglich. Für Mittelständler sollte es aber schon den Preis/Leistungs-Nerv treffen. Denn dafür erhalten IT-Manager NAS-Share, Online-Backup und Compliance-gerechte Archivierung in einer Box.

ILM ist auf Grund der vorhandenen unterschiedlichen Speichermedien ebenso möglich. Nützlich ist auch die Notebook-Sicherung, die ein Backup verteilter Ressourcen gewährleistet. Obwohl der Hersteller beispielsweise mit Deduplizierungsfunktion technisch auf dem neusten Stand bleibt, ist er mit LTO-3 jedoch ein wenig im Hintertreffen. LTO-4 ist bereits verfügbar und offeriert die doppelte Kapazität zum Vorgängerformat. Noch immer beschränkt sich Gingcom auf Windows-Umgebungen und schließt damit das vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen beliebte Linux aus.
Kurzinfo
Hersteller: Gingcom GmbH
Saline 29
D-78628 Rottweil
Tel: +49 (0) 741/24 83 08
Fax: +49 (0) 741/24 83 07
E-Mail: info@gingcom.com
Web: www.gingcom.com
Direkter Link zum Produkt: T4.4
Preis: ab 53.350 Euro
Garantie: 3 Jahr

Technische Details
Festplattenkapazität (brutto): 5 TByte im Speicher-Array, 1,2 TByte für CAS-Index, 70 GByte im Management-System
Art der Festplatten: SATA (im Speicher-Array), SAS (im Index/CAS und Management-System)
Anzahl Festplatten: 16
Nutzbare Bandkapazität: 8,8 TByte (LTO-3, unkomprimiert)
RAID-Level: RAID 1 im Management-System, RAID 5 (+Hotspare) im Speicher-Array
Autoloader: 24 Einschübe (22 Kassetten, 1x Reinigung, 1x Mailbox)
Schnittstellen: Gbit-Ethernet, SAS für Speicher-Array, SCSI für Autoloader, iSCSI für externe Library
Formfaktor: 19-Zoll-Rackmount

Plus
+ Kombination aus NAS, CAS und Bandspeicher
+ Deduplizierung
+ integriertes Notebook-Backup
+ ILM-Funktion

Minus
- kaum Konfigurationsmöglichkeiten für das Disk-Array
- Beschränkung auf Windows-Umgebungen
- keine LTO-4-Unterstützung
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