Compellent »Storage Center 4.0«
Das »Storage Center« von
Compellent ist eine SAN-Lösung (Storage-Area-Network), die sich durch ihren modularen Aufbau gut skalieren lassen soll. Der Hersteller selbst beschreibt sein System als eine Kombination aus standardisierter Hardware und intelligenter Software und will mit diesem Tenor wie viele andere auch den SAN-Markt eröffnen. Die Festplatten stecken in so genannten Disk-Drive-Enclosures, die maximal 16 Laufwerke fassen. Insgesamt können 63 dieser Einheiten verbunden werden und ergeben damit Platz für 1.008 FC- oder 720 SATA-Platten. Zum Einsatz kommen dabei entweder FC-Laufwerke mit 73, 146, 300, 400 und 500 GByte oder SATA-Drives mit 500 und 750 GByte sowie ein TByte. Diese können auch als Mix im Speichersystem laufen.
Das Host-Interface unterstützt bis zu 18 FC- (2 und 4 Gbit/s) und iSCSI-Ports, die sich auch im Mix betreiben lassen. Das Gerät lässt sich mit ein oder zwei Controllern ausstatten. In der Dual-Konfiguration können diese dabei im Active-Active-Modus operieren. Im Falle eines Controller-Ausfalls übernimmt der noch funktionierende die Arbeitslast beider. Dies soll eine hohe Ausfallsicherheit gewährleisten, die allerdings in einem solchen Szenario 50 Prozent Leistung kostet. Um Systemstillstandszeiten zu vermeiden sind Controller, Festplatten, Lüfter und Stromversorgungen redundant ausgelegt und im laufenden Betrieb austauschbar. Sollte das System ausfallen oder keinen Strom erhalten, so sorgt eine Batterie dafür, dass es noch 72 Stunden weiterlaufen kann. Diese Zeit nutzt das Gerät, um den Cache leer zu schreiben, damit kein Datenverlust entsteht.
Das Storage Center schützt die Daten mit den RAID-Leveln 0, 5 und 10. Der Administrator kann die Anzahl an gewünschten Hot-Spare-Platten individuell konfigurieren. Das System kann mit den Betriebssystemen »Windows«, »Solaris«, »
HP-UX«, »AIX«, »NetWare«, »
Apple«, »Tru64« und »
VMware« operieren.
An Funktionalitäten bietet die Speicherlösung alles, was sich der EDV-Verantwortliche für sein SAN wünschen kann. Virtualisierung und Thin-Provisioning gehören ebenso zum Software-Umfang wie Replikation und Snapshots, letztere in unlimitierter Anzahl. Darüber hinaus ist der IT-Manager in der Lage Daten bzw. Volumes mittels Kopien ohne Leistungseinbußen zu migrieren. Mit »Fast Track« ist es möglich, aktive, oft benutzte Daten auf die äußeren Tracks der Festplatten zu schreiben. »Thin Import« konvertiert Daten anderer Systeme in Thin-Provisioning-Volumes. Eine wichtige Funktion für optimales Thin-Provisioning ist das »Free Space Recovery«. Üblicherweise meldet das System auch nach dem Löschen von Dateien, dass dieser Speicherplatz belegt ist. Das Tool sorgt dafür, dass diese Kapazität wieder nutzbar gemacht wird, allerdings beschreibt der Hersteller explizit: »nach dem Löschen von Windows-Files«. Hier sollte bei Bedarf im Vorfeld geklärt werden, wie es sich beim Löschen anderer Files verhält.
Darüber hinaus kann der IT-Verantwortliche mit dem »Application Optimizer« seinen Datentransfer im SAN so konfigurieren, dass er optimale I/O-Leistung für die verschiedenen existierenden Applikationen erbringt. Server ohne Diskkapazität können direkt vom System aus gebootet werden und somit ihre Daten anderen Nutzern zur Verfügung stellen. Dafür unterstützt das Storage Center optional File-Level und kann NAS-Funktionen offerieren wie beispielsweise bis zu acht NAS-Server zum Cluster zusammenfassen. LUN-Masking, simultane Betriebssystem-Unterstützung sowie umfangreiche Überwachungs- und Reportfunktionen gehören beim Storage Center dazu. Die Verwaltung erfolgt zentral über jeden beliebigen Browser.
Der Preis für ein »Storage Center 4.0 Quickstart ILM Bundle« beginnt bei ca. 40.000 Euro (Nettopreis). Darin sind 7,2 TByte Speicherkapazität, ein Controller, Fast-Track und Thin-Import sowie Free-Space-Recovery enthalten. Software-Lizenzen und eine dreijährige Garantie für die Hardware sowie neun Monate für die Software gehören auch zum Lieferumfang. Compellent lizenziert weder Multipathing-Funktion noch Boot-From-SAN oder Anzahl der Volumes, die ein Kunde erstellen darf, extra. Thin-Provisioning und Fast-Track muss der Anwender beispielsweise zusätzlich erwerben.
Der Hersteller offeriert zusätzlich ein Support-Angebot unter dem Namen »Copilot«. Der Rund-um-die-Uhr-Service bietet dabei eine zentrale Anlaufstelle, vier Stunden Onsite-Assistenz für die Hardware, Software-Patches, Austausch vor Ort, automatische Benachrichtigung, Problemerkennung, Entfernen und Installation von Austausch-Komponenten sowie eine »Phone-Home«-Funktion.
FazitCompellent positioniert das Storage Center als SAN-Lösung, die mit wachsenden Anforderungen flexibel mithalten kann. Erfreulich sind die umfassenden Funktionalitäten für optimale Nutzung der SAN-Ressourcen wie beispielsweise Thin-Provisioning oder Virtualisierung. Automatisierte Prozesse sollen zudem den IT-Alltag erleichtern. Inwiefern der IT-Manager in die einzelnen Funktionen zusätzlich investiert, muss er beim Anbieter erfragen. Hier werden einzelne Bundle bzw. Skalierungsoptionen geschnürt. Hervorzuheben ist die Funktion Free-Space-Recovery, da im Vergleich viele Systeme damit kämpfen freigewordenen Speicherplatz erneut zur Verfügung zu stellen. Auch der Application Optimizer, Thin-Import und unbegrenzte Snapshots für sofortige Datenwiederherstellung sind mehr als nützliche Funktionen im SAN.
Bei den Harddisks fehlt die Unterstützung von RAID 6, was beim Einsatz von SATA-Laufwerken nicht fehlen sollte. Wer aufs Datenblatt sieht, wird zudem feststellen, dass der Hersteller die unterstützten FC-Drives unterteilt. Disks mit 10.000 und 15.000 U/min stuft er als Highend ein, die mit 7.200 U/min als Mid-Tier. Das ist ein wenig geschönt, wahrscheinlich um das Portfolio umfangreicher darzustellen – was wirklich nicht nötig ist.
Fakt ist: FC ist und bleibt hochwertige Tier-1-Technologie, im Mid-Tier sieht der Markt derzeit eindeutig SAS-Platten.
Kurzinfo
Hersteller: Compellent International
Jahnstr. 22
D-76571 Gaggenau
Tel. +49 (0)72 25/77 08 56
Web: www.compellent.comE-Mail: international@compellent.comDirekter Link zum Produkt: Storage Center Preis: ab 40.000 Euro (netto)
Garantie: 3 Jahre (Hardware)
Technische DetailsDrives pro Enclosure (max): 16
Anzahl Fesplatten (max): 1.008 (FC), 720 (SATA)
Festplattenformate: 73 GByte FC, 146 GByte FC, 300 GByte FC (jeweils 15.000 U/min), 400 GByte FC (10.000 U/min), 500GByte FC (7.200 U/min), 500 GByte SATA, 750 GByte SATA (je 7.200 U/min), 1 TByte
Kapazität (brutto, max): 504 TByte (FC); 720 TByte (SATA)
Anzahl Controller 1 oder 2
Anzahl Ports (max): 20
Host-Interface: 4- oder 2-Gbit/s-FC, iSCSI (auch im Simultanbetrieb)
Anzahl Host-Ports (max): 18
RAID-Level: 0, 5, 10
Unterstützte Betriebssysteme: Windows, Solaris, HP-UX, AIX, Netware, Apple. True 64, VMware
Plus+ Free Space Recovery
+ unbegrenzte Snapshots
+ Thin-Provisioning
+ File-Level-Support
Minus- kein RAID-6-Schutz