Die Konjunkturkrise belastet ganz klar die Kennzahlen der
Böwe Group im ersten Halbjahr 2009. Vor allem der Finanzsektor, einer der Zielmärkte des Spezialisten für Postbearbeitungsgeräte, leidet massiv. Die damit einhergehende Investitionszurückhaltung habe sich auch im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres weiter fortgesetzt. Auch in vielen anderen Branchen werden derzeit Investitionen verschoben, oder mangels Finanzierungszusagen ausgesetzt, meldet das Unternehmen. Der Auftragsbestand habe dadurch den niedrigsten Stand seit mehreren Jahren erreicht: 179,7 Millionen Euro bedeutet einen Rückgang um 20 Prozent.
Der Konzernumsatz sank indes »nur« um 2 Prozent auf 205,1 (i.V. 210,2) Millionen Euro. Dabei profitierte vor allem
Böwe Systec vom kontinuierlichen Servicegeschäft, das eine stabilisierende Komponente im Geschäft des Konzerns darstellt, sowie von positiven Wechselkurseffekten in Höhe von 18,0 Millionen Euro.
In Folge der strukturellen Anpassungen des Personalbestands, insbesondere in den USA, ging die Anzahl der Mitarbeiter gegenüber der Jahresmitte 2008 deutlich zurück. Der Rückgang um 311 Mitarbeiter entspricht -8 Prozent. Hier wurde bekanntermaßen das US-Scanner-Geschäft Anfang des Jahres der Geschäftsbereich
Böwe Bell + Howell Scanners an die
Eastman Kodak Company (USA) verkauft (
ECMguide.de berichtete)
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank im ersten Halbjahr 2009 deutlich auf 3,6 (10,1) Millionen Euro. Ausschlaggebend für das niedrigere Ergebnis war neben den rückläufigen Umsätzen in erster Linie eine reduzierte Bruttomarge. Sonderaufwendungen im Zusammenhang mit der Restrukturierung des Konzerns belasteten das Ergebnis mit 3,9 Millionen Euro. Dank eines verbesserten Working-Capital-Managements erzielte Böwe Systec im ersten Halbjahr 2009 einen positiven operativen Cashflow in Höhe von 13,9 (-7,0) Millionen Euro.
Ziel für dieses Jahr ist es, das operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu verbessern. »Unser mittelfristiges Ziel ist es, das operative Ergebnis, gemessen am EBITDA, wieder auf ein Niveau von 10 Prozent vom Umsatz zu steigern«, heißt es aus dem Unternehmen. Hierbei setzt man besonders auf den hohen Anteil der Serviceumsätze. Ab 2010 dürften auch die positiven Effekte der eingeleiteten Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung – insbesondere der Anpassungen im Personalbereich – deutlich sichtbar werden.
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