So fügt sich »OpenWorkdesk« in das »OpenECM«-Framework ein (Bild: Wewebu)
Die aktuelle Entwicklung des ECM Marktes (Enterprise Content Management) rund um den neuen CMIS-Branchenstandard (Content Management Interoperability Services) der
OASIS ist so ermutigend, dass sich das Herzogenauracher Softwarehaus
WeWebU Software entschlossen hat, eine Open-Source-Version ihres »OpenWorkdesk« anzubieten. Der Entschluss ist freilich kein reinrassiger mildtätiger Zweck.
Dr. Rainer Pausch, Head of Products & Marketing bei Wewebu, hofft, dass sich durch die Open-Source-Community schließlich so viele potenzielle Anwender mit dem Paket befassen, dass es schließlich zu einer Art »Lead-Generation-Tool für die kommerzielle Openworkdesk-Version« wird.
Die kommerzielle Version hat nämlich noch ein paar Features mehr. So offeriert es unter anderem eine Microsoft-Office-Integration, adaptive Adaptoren für IBM/Filenet-Systeme, Mandantenfähigkeit und BPM-Eigenschaften (Business Process Management). »Und darüber hinaus gibt es professionellen Support für Unternehmenskunden«, betont Dr. Pausch im Gespräch mit ECMguide.de. Bei Openworkdesk handelt es sich um eine Suite von Applikationen für ECM, die die Dokumentenbearbeitung erleichtern und beschleunigen.
Open-Source-Variante eine vollständige professionelle Version
Im CMIS-Bereich sei die Open-Source-Variante aber trotzdem laut Dr. Pausch eine »vollständige professionelle Version«. Im Rahmen eines Subskriptionsmodells wird freilich auch eine kommerzielle CMIS-Version des Openworkdesk mit vollem Support angeboten werden. Sofort lauffähig werde das Wewebu-Open-Source-Paket bei dem Open-Source-ECM-System Alfresco sein. Dr. Pausch verweist darauf, dass es beispielsweise auch von Alfresco oder von dem Open-Source-CRM-System »SugarCRM« bzw. von »MySQL« eine kommerzielle Variante gebe – insofern sei die Wewebu-Vorgehensweise nicht ungewöhnlich.
Mit CMIS wird demnächst eine Vielzahl von ECM-Paketen lauffähig sein. Die CMIS-Initiaitve wurden von IBM/Filenet, Microsoft und EMC ins Leben gerufen. Mittlerweile sind Unternehmen wie beispielsweise SAP, Adobe, Open Text, Saperion und Oracle mit im Boot.
Zweigleisige Strategie nicht ungewöhnlich
»Das Feedback, das wir zu unserer Open-Source-Version erhalten werden, wird uns helfen, weitere herausragende Funktionen in unser Flaggschiff-Produkt einfließen zu lassen«, ergänzt Stefan Waldhauser, Vorstandsvorsitzender und Mitgründer von Wewebu Software. »Ich bin davon überzeugt, dass eine kommerzielle Open-Source-Strategie es uns ermöglichen wird, erstklassige Produkte in optimaler Qualität schneller auf den Markt zu bringen und langfristig optimal weiterzuentwickeln.« Die Open-Source-Version des Openworkdesk soll ab Juli 2010 erhältlich sein.
Parallel erfuhr ECMguide.de eine Personalie im Hause Wewebu: Jörg Limberg, COO des Unternehmen, wird in wenigen Tagen wieder in den Beirat zurückkehren, in dem er schon aktiv war, bevor er im Oktober 2009 in den Wewebu-Vorstand wechselte. Ob Limberg seine Aktivitäten im Beirat allerdings genügen, wagen wir zu bezweifeln – ein baldiges Auftauchen in einer verantwortlichen Management-Position bei einem anderen Unternehmen halten wir für obligatorisch.
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