Microsoft Sharepoint 2010 mit Excel verknüpft
Der Marktstart von Microsoft »SharePoint 2010« rückt näher. In rund sechs Wochen ist es soweit. Grund genug für Microsoft, gemeinsam mit dem Analystenhaus Experton Group im Rahmen einer Presseveranstaltung die neue Version in München ausführlicher zu besprechen.
Im Gegensatz zur Vorgängerversion (»Microsoft Office SharePoint Server 2007«, MOSS 2007) fällt in der Namensbezeichnung vor allem der »Server« und das »Office« weg. Hintergrund ist wohl, dass man die neue Version verstärkt als Applikationsplattform positionieren will. Natürlich eignet sie sich als Office-Anwendung – aber das wäre zu kurz gesprungen. »Business-Intelligence, Enterprise-Content-Management, Collaboration und Enterprise-Search – sie alle brauchen jetzt Sharepoint 2010«, erläutert Christian Mertens, Direktor Geschäftsbereich Information Worker bei Microsoft.
Mobiler Zugriff auf Sharepoint
Dazu kommt, dass man auf Sharepoint-Files demnächst auch von mobilen Geräten zugreifen kann. Eine Version für Nokia-Geräte ist bereits in Arbeit. Für Windows-Phones ist es natürlich obligatorisch. Open Text hat den Trend ebenfalls erkannt, und mit »Open Text Everywhere« kürzlich eine Version ihrer ECM-Suite für »BlackBerry«-Smartphone vorgestellt (ECMguide.de berichtete). Ähnlich geht auch der Stuttgarter ECM-Spezialist ELO Digital Office voran, der für seine ECM-Suite eine Schnittstelle zum »Apple iPhone« parat hält (ECMguide.de berichtete).
Office-Anwender, die mit Sharepoint 2010 arbeiten wollen, tun sich prinzipiell leicht, da die aus den Office-Programmen vertraute Multifunktionsleiste in die neue Version implementiert wurde. Allerdings mit einer Einschränkung: Office-2007-Anwender tun sich leicht. Mit dieser Version änderte Microsoft die Art und Weise, wie mit Dokumenten umgegangen werden kann. Mertens räumte ein, dass Aufsteiger beispielsweise aus Office-2003-Versionen »durchaus etwas größeren Schulungsbedarf« haben könnten.
Vorschau mit Live-Preview
Neu ist in Sharepoint 2010 noch die Live-Preview, die sofort eine Vorschau der Auswirkung eines Befehles zeigt. Überdies können auf der Sharepoint-Seite direkt Text-Änderungen oder Bildanpassungen durchgeführt werden.
Durch eine optimierte Zusammenarbeit mit Office 2010 können Dokumente gleichzeitig von mehreren Personen bearbeitet werden. Word-Templates lassen sich nun automatisch mit Daten füllen, die aus einem ERP kommen. Powerpoint nutzt jetzt beispielsweise vom Marketing zentral verwaltete Folien, die jederzeit auf Aktualität geprüft werden können. Und Excel-Sheets können in Sharepoint zentral verwaltet und über eine interaktive Web-Seite zur Verfügung gestellt werden. »Das ist jetzt alles wie aus einem Guß«, betont Peter Fischer, Produktmanager für Sharepoint und Enterprise-Search bei Microsoft. Seiner Meinung nach mache es jetzt keinen Sinn mehr, auf die Suche nach einzelnen Best-of-Breed-Produkten zu gehen, und diese dann »zeitaufwändig und kostenintensiv zu implementieren«.
IT-Abteilungen bietet Sharepoint 2010 die Möglichkeit, zwischen einer Vor-Ort oder Cloud-Bereitstellung zu wählen, wodurch verschiedene Szenarien unterstützt und gleichzeitig Ressourcen optimiert werden können. Mit Hilfe der Tools und Funktionen von Sharepoint 2010 können Benutzer bestimmte Unternehmens- und Zusammenarbeitsanforderungen selbst umsetzen. Sie erstellen im Rahmen vorgegebener Leitlinien eigene Lösungen ohne zusätzliche Programmierung. Die IT kann diese zentral administrieren.
Sharepoint ist prädestiniert für die Cloud
Sharepoint lässt sich übrigens auch aus der Wolke beziehen. Mindbusiness stellt einen entsprechenden Service unter »cloudig.de« zur Verfügung. Eine reine Sharepoint-Online-Lizenz kommt auf netto 4,27 Euro pro Monat pro Anwender. So weit, so gut. Aber bereits für netto 8,52 Euro/Monat/User gibt es eine komplette »Business Productivity Online Suite« (BPOS), zu deren Komponenten Exchange-Online, Sharepoint-Online, Office-Live-Meeting und Office-Communications-Online zählen – und das ist zweifelsohne ein Kampfpreis. Das Angebot ist erst seit kurzem online, und laut Helmut Reinke, Projektmanager von MindBusiness, habe man innerhalb kürzester Zeit »über 700 Anwender« dafür gewonnen.
Reinke ist sich sicher: »Das was wir früher mit Word und Excel und Powerpoint erlebten, das werden wir demnächst mit Sharepoint und Infopath und Silverlight erleben.« Nur eine Sache läuft jetzt anders ab: Damals hätten die Office-Anwendungen die Anwender in die Firmen hineingetragen – mit Sharepoint müssten zuerst die Firmen überzeugt werden, die es dann auf die Anwender übertragen müssten.
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