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[24.05.2010] (eh)
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Böwe Systec insolvent wegen Gesellschafterstruktur

80 Prozent Kursverlust: Insolvenz von Böwe Systen schockte die Börse
80 Prozent Kursverlust: Insolvenz von Böwe Systen schockte die Börse
Der Augsburger Postbearbeitungsspezialist Böwe Systec, immerhin einer der weltweit größten Hersteller von Postprüf- und Sortieranlagen, musste vergangenen Freitag beim Amtsgericht Augsburg wegen drohender Überschuldung einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen. Das Unternehmen ging 2009 durch eine harte Sanierung, die auch noch nicht ganz abgeschlossen ist. Nichtsdestoweniger traf es die Börse wie ein Schlag – als Pennystock mit Insolvenzgefahr wurde Böwe Systec zuvor schließlich nicht gehandelt.

Freilich gab es erste Warnzeichen. Bei einer Eigenkapitalquote von zuletzt nur noch 7 Prozent betrug die Nettoverschuldung 400 Millionen Euro. Damit bekam das Unternehmen kaum noch Kaufempfehlungen von Analysten. Und dann ging wenige Tage zuvor der Großaktionär Wanderer-Werke in die Insolvenz – das dürfte wohl der eigentliche Auslöser gewesen sein.

Der Großaktionär spielte in der Vergangenheit eine mehr als unrühmliche Rolle – denn trotz der prekären bilanziellen Lage wurden Dividendenausschüttungen durchgesetzt. Freie Aktionäre bezeichneten die Wanderer-Werke deshalb schon als Heuschrecke, die das Unternehmen regelrecht aussauge.

Auftragseingang seit Anfang 2010 wesentlich belebt

Das Management rechnet sich jedenfalls reelle Chancen aus, im Rahmen des Insolvenzverfahrens das Unternehmen neu aufzustellen. Denn trotz des anhaltend schwierigen Marktumfelds habe Böwe Systec seit Anfang des Jahres eine wesentliche Belebung im Ordereingang registriert. Von Januar bis April 2010 stieg der Auftragseingang um 40 Prozent auf 18,7 Millionen Euro, verglichen mit den ersten vier Monaten 2009. Der Umsatz bis Ende April lag mit 14,2 Millionen Euro um 11,3 Prozent über dem Plan.

Die gesamte Böwe-Gruppe beschäftigt rund 3.600 Mitarbeiter. Von der Insolvenz der Aktiengesellschaft sind rund 600 Mitarbeiter betroffen. Der bereits laufende Restrukturierungsprozess umfasst eine weitere Personalreduzierung um 120 Mitarbeiter und ist aufgrund des konjunkturell niedrigen Umsatzniveaus erforderlich.

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