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[19.07.2010] (eh)
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Storage-Management ist besser als Speichernachkauf

Wolfgang Munz
Das Gaildorfer Softwarehaus dataglobal plädiert für eine intelligentere Storage-Strategie. Dort hat man sich mit einer kürzlich erschienenen IDC-Studie näher befasst und festgestellt, dass zu viel Speicherkapazität unnötigerweise in den Unternehmen ungenutzt bleiben. Dataglobal-CEO Wolfgang Munz plädiert deshalb für eine intelligentere Storage-Strategie – was zur Folge hätte, dass der Nachkauf teurer Primärspeicher oft überflüssig sein könnte.

Kurz zur Rekapitulation der Studie: Die Menge an digitalen Informationen wuchst im Jahr 2009 trotz Rezession und Wirtschaftskrise um 62 Prozent auf 800 Milliarden GByte (0,8 ZettaByte) an. Ein ZByte entspricht einer Billion GByte. Für 2010 prognostiziert IDC sogar eine Datenmenge von 1,2 ZByte. Um 58 Prozent soll das Speichervolumen der weltweit installierten Massenspeicher steigen. Und damit ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Für spätestens 2015 prognostizieren die IDC-Marktforscher eine Steigerungsrate von 93 Prozent gegenüber heutigen Einsätzen (virtualisierungs-guide.de berichtete).

Kein chronischer Hang zur Vergeudung

Freilich glaubt Munz nicht an Verschwendungssucht. »Wer böswillig ist, unterstellt bei diesen Zahlen den IT-Verantwortlichen einen chronischen Hang zur Vergeudung – frei nach dem Motto: ‚Nehmen Sie ruhig noch eines, dann haben Sie eines mehr' Allerdings bin ich davon überzeugt, dass dem nicht so ist.« Seiner Meinung nach hätten freilich die Entscheider richtigerweise verinnerlicht, was der wichtigste Aktivposten in fast jedem Unternehmen ist: die digital gespeicherte Information. »Nur welche der Myriaden von Datensätzen wichtig und welche unwichtig sind, weiß niemand«, sagt Munz. »Und bevor man den Erfolg oder gar die Existenz der eigenen Firma aufs Spiel setzt, greift man lieber in die wohlgefüllten Regale der Storage-Anbieter und rüstet nach.«

Dass dabei die stets knappe Ressource Geld leidet und der IT-Etat mit jedem nachgerüsteten TByte mehr ausdünnt, werde zähneknirschend in Kauf genommen. Dabei ginge es auch anders – wenn die Voraussetzungen stimmen. Mach Meinung von Munz sei die wichtigste dieser Voraussetzungen das Wissen um die Wertigkeit jeder einzelnen der gespeicherten Informationen.

Nutzwert klassifizierter Daten steigt deutlich

Dataglobal hat dafür die Datenklassifizierungs-Lösung »ERS« (Enterprise Resource Management) parat (speicherguide.de berichtete). Denn wenn Daten analysiert und klassifiziert werden, steigt ihr Nutzwert um ein Vielfaches. »Es ist dann auch in vielen Fällen denkbar, die Daten sicher, aber ihrem Nutzwert entsprechend preisgünstig, zu verwahren beziehungsweise zu löschen, wenn sie auf der Werteskala die Null erreichen«, argumentiert Munz.

Im Prinzip sieht das so aus: Aktuell genutzte Daten finden sich dann auf einem 1st-Tier-Speicher, ist ihre Präsenz nicht mehr ganz so gefragt, lassen sie sich auf preisgünstigere 2nd-Tier-Storage-Systeme auslagern, und zur Archivierung geht es dann ganz preisgünstig auf 3rd-Tier-Speicher. »Eine effiziente Speicherplanung«, meint Munz, »ist dementsprechend keine Frage der Masse, sondern der Klasse.«

Aus Inboxx wird die Marke »dataglobal«

Die neue »dg«-Produktfamilie von Dataglobal
Die neue »dg«-Produktfamilie von Dataglobal
Parallel meldet Dataglobal, dass man sich nach der Übernahme der Hamburger inboxx auch nach außen hin durch einen neuen Markenauftritt zeigt. Inboxx wurde erst im vergangenen Mai 2010 von GFT Technologies übernommen (ECMguide.de berichtete). Beide Unternehmen agieren ab sofort unter dem Dach der neuen Marke »dataglobal«.

Die Produkte sollen vollständig zu einer Produktfamilie integriert und künftig als »dg«-Produktfamilie angeboten werden. Aus dem Archivierungsprodukt »inboxx hyparchive« wird nun beispielsweise »dg hyparchive«. Bereits vor der Übernahme haben die beiden Unternehmen mehrere Jahre intensiv als OEM-Partner zusammengearbeitet und hatten bereits begonnen, die Produkte auch technisch zu integrieren. Daher ist man auf diesem Weg zwei Monate nach dem Zusammenschluss bereits deutlich weiter als andere Unternehmen in ähnlichen Situationen.

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