Ablauf der Dienstleistung rund um das Beschreiben der Glas-Disk (Bild: Syylex)
Das deutsche Startup-Unternehmen
Syylex geht nun richtig an den Start. Syylex wurde im April 2011 von drei ehemaligen Mitarbeitern des mittlerweile geschlossenen
Thomson-R&D-Center in Villingen-Schwenningen gegründet. In diesem Forschungslabor wurde an vielen IT-Technologien gearbeitet, die aber oftmals nicht den Weg auf den Markt fanden. Das Syylex-Management hat sich die Lizenzen der DVD-ähnlichen »GlasMasterDisc« gesichert, und sucht nun nach der Fertigentwicklung und Produktionsaufnahme Vertriebspartner.
Bei der Glas-Disk werden die Daten nicht mittels Laserstrahl in eine DVD gebrannt. Vielmehr werden die Daten in einem fotolithografieähnlichen Prozess in die Oberfläche der Glasdisk geätzt. Dadurch weist die Glas-Disk konstruktionsbedingt bereits größte Widerstandsfähigkeit gegenüber allen denkbaren Umwelteinflüssen wie Feuchtigkeit, Temperatur, Strahlung, elektrischen und magnetischen Feldern sowie mechanischen (Kratzer) und chemischen (beispielsweise durch Reinigungsmittel) Beanspruchungen auf.
Glas-Disk ist in jedem DVD-Player lesbar
Heißt: In einem DVD-Brenner lässt sich die Glas-Disk nicht beschreiben. Aber sie lässt sich mit jedem DVD-Laufwerk auslesen. Daten, die auf der Glas-Disk archiviert werden sollen, müssen deshalb an Syylex angeliefert werden. Als Vertriebspartner sucht Syylex deshalb in erster Linie Digitalisierungs-, Scan- bzw. Archivierungsdienstleister, die ihren Kunden die Datenspeicherung auf einem wirklich sicheren Datenträger offerieren wollen. Zielkunden sind unter anderem Museen, Bibliotheken, Privatarchive, Behörden, Banken, Versicherungen, Pharma-Konzerne, Krankenhäuser, Ärzte, mittelständische Unternehmen, Architekturbüros, Anwaltskanzleien und Ingenieurs-Dienstleister.
Durch das Ätzverfahren sind die Daten nachträglich nicht mehr veränderbar. »Die Glas-Disk eignet sich bestens für jegliche Art von Compliance-Anforderungen«, erklärt Syylex-Technologieleiter Dr. Stephan Knappmann gegenüber speicherguide.de. »WORM-Funktionalität ist also im Produkt bereits eingebaut.«
Glas-Disk hält Daten rund 100 Jahre
Die Dienstleistung, eine komplette Glas-Disk mit rund 4,7 GByte zu beschreiben nebst der evtl. vorgelagerten Scan-Dienstleistung, dürfte laut Dr. Knappmann auf rund 150 Euro kommen. »Mit der Glas-Disk wollen wir ein digitales Speichermedium anbieten, das die Daten mindestens genauso lange hält wie Papier«, umschreibt Dr. Knappmann die Vorteile.
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