Der Trend zur zunehmenden Digitalisierung war schon immer eine Herausforderung in Postbearbeitungsabteilungen. Nun kommt eine neue hinzu: »De-Mail« und »E-Postbrief« wurden jüngst rechtlich verabschiedet, die ersten Anbieter werfen die Marketingmaschinerie dafür an. Doch für welche Anwendergruppe ist der Online-Brief am interessantesten? »Doch wohl eher für Unternehmen und Behörden, der normale Bürger dürfte sehr selten davon profitieren«, glaubt
Wilhelm Kanzler, General Manager DMT Northern Europe bei
Pitney Bowes, in einem
ECMguide.de-Interview rund um das Thema »
Postbearbeitung«.
»Was ist das Ziel des Online-Briefes als komplementäres Medium? Habe ich damit wirklich die Möglichkeit, den Adressaten schneller, direkter, individueller anzusprechen? Oder ist der Ansatz vielmehr darin zu sehen, Kosten- und Portoeinsparungen zu erzielen?«, fragt Kanzler. »Bis zu ca. 75 Prozent der Prozesskosten betreffen heute das Porto. Unter diesen Gesichtspunkten würde es natürlich nahe liegen, dass sich hochvolumige Aussender durch den Kostendruck im Markt eher auf die Online-Versendung konzentrieren.«
Ziel: Dem Kunden die gewünschte Auswahl an Kommunikationskanälen bieten
Allerdings meint Kanzler, dass den Aussendern damit das große Aufmerksamkeitspotenzial entgeht, das gut gestaltete Briefe bieten: »Das Ziel sollte also immer ein ausgewogener Mix verschiedener Kanäle und Maßnahmen sein, auch um den Kunden die gewünschte Auswahl an Kommunikationskanälen zu bieten.«
Freilich ist sich der Pitney-Bowes-Manager darüber im Klaren, dass es »normale« Briefpost nahezu nicht mehr gibt. »Die Zeiten von unpersonalisierten, nicht individualisierten Anschreiben in weißen Kuverts sind definitiv vorbei. Basierend auf neuen Technologien, wie Pitney Bowes sie anbietet, bekommt der Brief eine komplett neue Wertigkeit«, betont Kanzler. »Dies beginnt bei der Dokumentenaufbereitung und -anreicherung mit kundenrelevanten Informationen und reicht bis zu personalisierten Briefhüllen mit individuellen Marketingbotschaften. Mit anderen Worten, wenn die Entscheidung für einen gedruckten und zugestellten Brief fällt, dann sollte der bestmögliche Nutzen für den Empfänger angestrebt werden – dann wird die Nachricht auch wahrgenommen und ein Mehrwert dadurch erzielt.«
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