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[16.11.2011] (eh)
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Francotyp ist bereit für die De-Mail zum Jahreswechsel

Axel Janhoff
In behördlichen Pilotprojekten ist die rechtsverbindliche E-Mail »De-Mail« bereits gut unterwegs. Der Rest von Deutschland – Unternehmen und Privatanwender – wartet noch auf den Startschuss. »Wir sind im Dezember/Januar fertig«, ließ Axel Janhoff, Vorstand von Mentana-Claimsoft, gestern auf einer Presseveranstaltung zum aktuellen De-Mail-Stand durchblicken. Mentana-Claimsoft ist einer der kommenden De-Mail-Provider. Das Unternehmen wurde im März diesen Jahres von dem Postbearbeitungsspezialisten Francotyp-Postalia Holding übernommen. Mit der Übernahme will Francotyp-Postalia in den sich abzeichnenden boomenden vollelektronischen Briefkommunikationsmarkt einsteigen.

Wenn die De-Mail-Provider wie Mentana-Claimsoft/Francotyp-Postalia mit ihrer Entwicklung fertig sind, müssen sie ihre Lösung noch zertifizieren lassen. Janhoff erwartet, dass dieser anschließende Vorgang nicht allzu lange dauern sollte. Er geht jedenfalls davon aus, dass der Marketing-Startschuss für die Francotyp-Postalia-Lösung zur kommenden CeBIT in Hannover fallen dürfte. Noch im Frühsommer war sich Francotyp-Postalia sicher, im dritten Quartal 2011 starten zu können.

Derzeit handeln die De-Mail-Provider ihre Verträge aus

Die De-Mail-Adressen können bei allen Providern jetzt schon registriert werden. Neben Francotyp-Postalia sind dies noch web.de, GMX sowie die Deutsche Telekom (bzw. T-Systems, T-Online und T-Home).

Weiterhin ließ Janhoff durchblicken, dass die De-Mail-Provider derzeit dabei seien, die entsprechenden Providerverträge für die Kosten des Versendens der De-Mail auszuhandeln. Dies ist relativ ähnlich wie bei Mobilfunkverträgen; hier muss ein Teil des Mobilfunktarifs abgegeben werden, wenn der Mobilfunkteilnehmer jemanden in einem anderen Netz anruft. Janhoff ist guter Dinge, dass diese Providerverträge noch dieses Jahr zum Abschluss kommen.

Spannende Frage: Wie viel kostet die De-Mail künftig?

Extrem spannend ist die Frage, wie viel die De-Mail denn nun kosten wird. Immerhin kostet das Pendant, der »E-Postbrief« der Deutschen Post, mit 55 Cent je elektronischer Mail genauso viel wie das Briefporto. »Es gibt die Indikation, dass wir bei ungefähr der Hälfte des Portos landen sollten«, gibt Janhoff Einblick in die Diskussion. Aber diese Diskussion, räumt Janhoff ein, ist noch ziemlich offen.

»Es gibt derzeit noch kein Produkt, deshalb haben wir auch noch keinen Preis«, ergänzte Hans Szymanski, Vorstandssprecher von Francotyp-Postalia, auf der Diskussionsrunde. »Aber zur CeBIT wird’s einen Preis geben.«

Francotyp-Postalia fokussiert auf Behörden und Unternehmen

Mit ihren De-Mail-Aktivitäten fokussiert die Francotyp-Postalia-Gruppe vor allem auf Profis in Betrieben und Behörden. Man geht davon aus, dass Unternehmen aus der Industrie und dem Dienstleistungssektor kurzfristig nachziehen dürften, um De-Mails etwa von Behörden oder Krankenkassen empfangen zu können. Die FP-Gruppe will sich zunächst nur auf De-Mail-Lösungen für Business-Kunden beschränken. Eine De-Mail-Adresse kann beispielsweise »ihr.name@ihre-domain.de-mail.de« lauten.

Das De-Mail-Gesetz regelt die rechtssichere elektronische Kommunikation per Internet. Alle De-Mail-Anbieter brauchen eine staatliche Zulassung. Hierin unterscheidet sich die De-Mail vom E-Postbrief, mit dem die Deutsche Post seit über einem Jahr unterwegs ist.

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