Rettung wertvoller Originale nach dem Einsturz (Bild: Stadt Köln)
Der Scan-Dienstleister
Alpha Com unterstützt das
Stadtarchiv Köln bei der Virtualisierung zerstörter Archivbestände. Er erzeugt insgesamt knapp 7,5 Millionen Bilddateien aus rund 7.500 Mikrofilmen, die Abbildungen der kostbaren Originale enthalten. Diese wurden beim Einsturz des Magazingebäudes des Kölner Stadtarchivs am 3. März 2009 zerstört. Die Konvertierung erreicht ein Datenvolumen von 30 TByte, die sich durch die Kompressions-Technologie von
LuraTech auf 3,3 TByte verkleinern.
Zur Digitalisierung nutzt Alpha Com einen besonders schnellen Rollfilm-Scanner von Kodak und eine eigens entwickelte Erfassungsmaske zum Eintragen der Metadaten. Um die Ladezeiten zu verkürzen, arbeitet der Dienstleister mit Thumbnails (kleinen Layout-Versionen) anstatt der großen Bilddateien.
Etwa sechs Millionen Abbildungen liegen bereits im PDF/A-Format auf sicheren Servern der Stadt Köln. Über 260.000 Einträge sind im »Digitalen Lesesaal« bereits einsehbar und Ende des Jahres sollen 250.000 hinzukommen. Bis das gesamte Material online abrufbar ist, wird es aber noch dauern.
Das Stadtarchiv beherbergt mittelalterliche und neuzeitliche Archivalien sowie Zeitgeschichtliches, die ehemals 30 Regalkilometer füllten. Beispiele sind Handschriften von Albertus Magnus oder Mittelalterliche Verfassungsurkunden der Stadt Köln.
Die verwendeten Mikrofilme stammen aus einem Programm der 1960er zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten, motiviert durch den Kalten Krieg. Verantwortlich ist das jetzige Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Erfreulicherweise kamen so hergestellte Sicherheitsfilme das erste Mal überhaupt zum Einsatz.