Der Startschuss für die Zertifizierungen als De-Mail-Provider ist gefallen. Wenn alles planmäßig verläuft, wird die
Deutsche Telekom zusammen mit den anderen
De-Mail-Providern den neuen Online-Brief, der dem »E-Postbrief« der
Deutschen Post Konkurrenz machen soll, im Frühjahr 2012 auf den Markt bringen.
»Den Markt bewegt die Frage, wie sich die Verbindlichkeit des Briefes auf ein zeitgemäßeres digitales Medium übertragen lässt – ohne Einbußen bei Sicherheit und Vertraulichkeit aber zu geringeren Kosten. Daher ist das Interesse an der De-Mail groß«, erklärt Dr. Frank Wermeyer, Geschäftsverantwortlicher für De-Mail bei der Deutschen Telekom, in einem ECMguide.de-Interview im Rahmen unseres Schwerpunkts »Postbearbeitung«. »De-Mail erfüllt diese Anforderungen und ist gleichzeitig umwelt- und Ressourcen schonend, da große Papiermengen entfallen.«
Briefkasten am Haus zu installieren ist aufwändiger
Die De-Mail-Registrierung hält Dr. Wermeyer nicht für besonders hinderlich. »Einen Briefkasten am Haus zu installieren, ist deutlich aufwändiger. Die De-Mail-Registrierung macht man einmal, und verfügt danach über einen einfach zu bedienenden Kommunikationskanal, der schnell ist und Sicherheit und Verbindlichkeit bietet«, betont der Telekom-Manager. »Der Nutzen überwiegt den geringen Aufwand der Registrierung. Wir gehen daher davon aus, dass die De-Mail bis zum Jahr 2018 einen großen Teil der Postbriefe und der Geschäftsfaxe ablösen wird.«
Hybride Postsysteme, also Mischangebote aus Digitalversand und Papierzustellung, sieht Dr. Wermeyer gerade im Privatkundenbereich als Übergangsphänomen: »Dies endet, wenn sich elektronische Lösungen flächendeckend durchgesetzt haben.« Zumal durch Druck und Kuvertierung und Zustellung ein Großteil der Kosten- und Umweltvorteile des digitalen Mediums wieder verloren gehen würden.
Im Privatkundenbereich soll es kein Papier mehr geben
»Daher setzen wir im Privatkundenbereich künftig auf ein durchgängig elektronisches Produkt, ohne Papier dazwischen«, erläutert Dr. Wermeyer. »Trotzdem sehen wir den Bedarf unserer Großkunden, die zwar zunehmend mit ihren Kunden elektronisch, aber nach wie vor auch klassischen über Brief kommunizieren. Daher werden wir Unternehmen wie Banken und Versicherungen oder Behörden Kombidienste anbieten. Wir wollen uns künftig um deren De-Mail-Verkehr und über Partner auch um die Briefpost der Unternehmen kümmern.
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