Bei dem ECM-Softwarehaus Easy Software wird ein vakanter Vorstandsposten endlich wieder neu besetzt: Mit Wirkung zum 15. Februar 2012 wird Claus M. Flury zum Mitglied des Vorstands bestellt. Flury wird die Geschäftsbereiche Unternehmensstrategie, Produkte, Entwicklung und Vertrieb verantworten. Andreas C. Nowottka, der vorübergehend Alleinvorstand war, wird in seinem Vorstandsressort die Bereiche Finanzen, Investor Relations und Marketing leiten.
Der jetzt von Flury besetzte Posten war vergangenen Frühsommer freigeworden, nachdem der bisherige zweite Easy-Vorstand Gereon Neuhaus das Unternehmen wegen Verdachts auf Untreue Knall auf Fall verlassen musste. Neuhaus soll für einen Schaden in hoher sechsstelliger Euro-Summe gesorgt haben. Bis heute hat sich Easy allerdings nicht geäußert, was eigentlich genau vorgefallen ist.
Fädelte Neuhaus Geschäfte mit Scheinrechnungen ein?
Immerhin deutete Easy-Aufsichtsrat Manfred A. Wagner, der als einer der Hauptanteilseigner rund 27 Prozent an der Aktiengesellschaft hält, damals gegenüber der »WAZ« an, dass das Easy-Geld nicht auf direktem Wege abgezweigt worden sei, sondern das System der Untreue »über Außenstehende gelaufen« sei.
Dies passt zu Branchengerüchten, die jüngst ECMguide.de zugetragen wurden. Demnach soll es so gelaufen sein, dass Neuhaus einem Unternehmen bevorzugt Aufträge zuschanzte, an dem er selber in erheblichem Maße beteiligt ist. Nach ersten Erkenntnissen der Gesellschafter soll Easy durch ein ausgeklügeltes System mit Scheinrechnungen der Schaden entstanden sein.
Gestückelt systematisch Geld aus Easy herausgezogen
Es seien »regelmäßig zu hohe Rechnungen« für fremdvergebene Software- und Beratungsleistungen gestellt worden. Aufsichtsrat Wagner wirft Neuhaus vor, auf diese Art und Weise systematisch Geld aus dem Unternehmen gezogen zu haben – nicht im Paket, sondern als gestückelte und daher weniger auffällige Posten durchgebucht.
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