Angeregte Diskussion über die Verwaltung elektronischer Signaturen auf der »DMS Expo 2006«
Die Resonanz, die die Aussteller an
ECMguide.de herangetragen haben, lautet relativ unisono: »Gerade der erste Messetag war so gut besucht wie noch nie.« Vielleicht wurden deshalb die Fragen, die viele Journalisten im Gepäck hatten, nämlich wie es nach den Übernahmen von
FileNet durch
IBM und
Hummingbird durch
Open Text weitergehen wird, kaum beantwortet.
Die betroffenen Unternehmen zeigten sich diesbezüglich wenig auskunftsfreudig: In puncto Open Text und Hummingbird war nichts zu erfahren. Und bei IBM und Filenet? So viel ist sicher: IBM hat alle Funktionen einer ECM-Lösungen im Haus. Deshalb wurde also Filenet nicht gekauft. Warum dann? »Nun das Business-Process-Management von Filenet ist ein Grund«, kommentiert
Dr. David J. Brazier, Vice President Worldwide Industry Marketing Filenet. Und
Martyn Christian, Chief Marketing Officer von Filenet, ergänzt: »Ein weiterer: Bei IBM war das Softwaregeschäft rund um den Content-Manager nicht umsatzstark genug, um auch innerhalb von IBM genug Gewicht in die Schale werfen zu können. Und noch ein weiterer: Filenet hat viele Mitarbeiter mit Branchen-Know-how, die ECM-Lösungen auf die Belange der einzelnen Unternehmen herunter brechen können.« Produktbezogen fährt man weiter zweigleisig, wie auch die neusten Entwicklungen zeigen: IBM strickt gerade an einer Domea-Zertifizierung – Filenet hat sie schon.
Ebenso bei Open Text und Hummingbird: Open Text wartet mit einer Lösung zum Vertragsmanagement auf – einem Lieblingsthema von Hummingbird. Aber es gab auch Neues: Open Texts Strategie als Bindeglied zwischen
Microsoft und
SAP trägt neue Früchte: Die Business-Lösung »Customer Information Management« (CIM). Sie wurde speziell für Unternehmensbereiche mit kundennahen Prozessen wie Vertrieb, Support, Kundenservice und Logistik konzipiert. CIM stellt alle kundenbezogenen Inhalte und Prozesse konsolidiert auf Basis einer Kundenakte unabhängig von Ursprungsapplikation und Aufbewahrungsort in einer Microsoft-Office-Umgebung wie Outlook zur Verfügung. Erster Anwender von CIM in Deutschland ist
ThyssenKrupp Nirosta, Hersteller von nicht rostendem Stahl.
Karl Mosbach, Geschäftsführer ELO Digital Office, freut sich über die Beliebtheit von SOA: »Wir haben unsere Architektur von Anfang an Dienste-orientiert aufgebaut. Schön, dass unsere Philosophie jetzt Trend wird.« Aber nicht nur darüber kann sich Mosbach freuen: ELO holt sich mit dem Produkt »IKEM for ELO« den in diesem Jahr erstmals vergebenen DMS-Innovationspreis.
Das Besondere an IKEM for ELO: eine sprachübergreifende Thesaurus-Suche. So findet zum Beispiel eine französische Suchanfrage auch Dokumente in Chinesisch, selbst wenn nur ein Synonym des Suchbegriffs im Text enthalten ist. »Damit bietet ELO insbesondere international agierenden Unternehmen eine sinnvolle Unterstützung bei der Informationsbereitstellung«, würdigte
Kölnmesse-Geschäftsführer Oliver P. Kuhrt das Unternehmen in seiner Laudatio.
Den zweiten Platz teilen sich bei gleicher Punktzahl
Mentana und
Plustek Technology. Mentana überzeugte mit dem »M-Doc AutoSigner«. Dabei handelt es sich um eine Software für die qualifizierte Massensignatur. Plustek Technology punktete mit der patentgeschützten »SEE Technologie« (Shadow Elimination Element). Damit kann bis an die äußerste Kante einer Buchseite gescannt werden. Sie bietet somit eine gute Alternative zu Overhead-Scannern. Das Scan-Ergebnis ist frei von Bruchschatten und Textverzerrungen.
Ein wahres Hypethema ist PDF/A. Egal ob mit oder ohne elektronische Signatur – das Interesse der Hersteller und Anwender an dem standardisierten Archivierungsformat ist groß.
Compart,
LuraTech oder
Adobe – alle arbeiten an Lösungen rund um PDF/A. Luratech bietet eine Softwarelösung an, mit der direkt aus Office oder CAD-Systemen PDF/A-Dokumente erzeugt werden. Der »LuraTech Validator« überprüft bei PDF/A-Dateien, ob sie wirklich dem ISO-zertifizierten Format für Langzeitarchivierung entsprechen. Zusätzlich lassen sich mit dem PDF-Compressor gescannte Dokumente in hoch komprimierte und im Volltext (OCR) durchsuchbare PDF/A-Dokumente verwandeln.
Auch
intarsys consulting präsentierte auf der Messe mit dem PDF/A-Validierer »PDF/A live!«, eine Lösung, die PDF-Dokumente auf ihre PDF/A-Konformität überprüft, fehlerhafte Dokumente korrigiert und sie an ein Archivsystem übergibt. Seit 2006 gibt es sogar einen Verband für PDF/A: das
PDF/A Competence Center. Zu den Gründungsfirmen zählen die Unternehmen
callas software,
Compart Systemhaus,
LuraTech Europe,
PDF Tools und
PDFlib. Als neue Mitglieder konnten auf der Messe
Actino Software ebenso gewonnen werden wie
atori,
Docucom,
intarsys consulting,
Openlimit Holding und
Pentadoc.
Top-RahmenprogrammAusgesprochen positiv wurde von den Besuchern die Integration des Rahmenprogramms in die Messehalle aufgenommen. Somit konnten sie ohne Erwerb eines Zusatztickets oder gesonderter Kongress-Registrierung an dem vielfältigen Programm teilhaben. Das Rahmenprogramm bot für jeden etwas: Technischer Tiefgang war genauso dabei wie Spekulationen über die Strategien der nächsten Jahre. Auf drei Plattformen konnten sich Messebesucher und Aussteller informieren. Eine gelungene Mischung.
Neben dem
VOI-Forum erwiesen sich die Themenbühnen »Vertical und Compentence Spot« als Publikumsmagneten. Insbesondere die hochkarätig besetzten Keynotes und Roundtable-Gespräche sorgten stets für ein überfülltes Plenum. »Interessant waren erneut die Podiumsdiskussionen, die sehr lebendig und kontrovers waren. Das machte den Besuchern sichtlich Spaß«, so
Henner von der Banck vom Branchenverband VOI.
Forum ITC setzt sich durchZufriedene Gesichter auch bei den Ausstellern des Gemeinschaftsstandes Forum ITC (Internationale Technische Kommunikation) – dem Treffpunkt für alle, die sich mit technischen Dokumentationen und Produktinformationen beschäftigen. Auf dem Gemeinschaftsstand waren Anbieter von Werkzeugen und Dienstleistungen rund um die Redaktion und Übersetzung technischer Texte wie Handbücher, Anleitungen oder Produktdokumentationen vertreten. Hier erfuhren Messebesucher, wie Softwarelösungen den Aufwand für die Erstellung und Pflege insbesondere mehrsprachiger Dokumentationen reduzieren.
Henning Mallok, Mitglied im Beirat des Forum ITC, fasste zusammen: »Wir sind mit dem Verlauf der DMS Expo überaus zufrieden. Vor allem die Toolanbieter hatten starken Zulauf, gute Resonanz erhielten wir bereits im Vorfeld der Messe durch das Matchmaking. Erfreulich zahlreich waren die Besucher bei der Podiumsdiskussion zur Technischen Dokumentation. Ein gelungener Auftakt hier in Köln!«
Ein Ausstellungsplatz blieb leider leer: Die
daa musste kurz vor der Messe Insolvenz anmelden. Trotzdem: Insgesamt beteiligten sich 345 Unternehmen an der DMS Expo.
Natürlich stimmte auch das Abendprogramm.
d.velop vergab zum zweiten Mal den »d.velop-digital-art-award«. Der Preisträger
Manfred Mohr erhielt den mit 20.00 Euro dotierten Preis für sein Lebenswerk.
Und nächstes Jahr?Die nächste DMS Expo findet vom 25. bis 27. September 2007 in der Halle 7 des neuen Kölner Messegelände parallel zur »Net Solutions Expo«, der neuen Messe für Netzwerklösungen, statt.
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