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[22.12.2006] (eh)
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ECM-Branche »diskutiert gern aneinander vorbei«

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Dr. Ulrich Kampffmeyer
Die IT-Branche im Allgemeinen ist bereits dafür bekannt, dass sie mit neuen Schlagworten nicht geizt. Aber die ECM-Branche im Speziellen setzt noch einen drauf. »Die Hersteller forcierten Themen wie Enterprise-Content-Management, elektronische Rechnungseingangsverarbeitung, Records-Management, Information-Lifecycle-Management (ILM), Compliance, Service-Oriented-Architecture (SOA), Business-Process-Management«, sagt Dr. Ulrich Kampffmeyer, Geschäftsführer des ECM-Beratungsunternehmens Projekt Consult im ECMguide.de-Interview. »Die Anwender bewegten eher Fragen der besseren Informationserschließung, elektronische Aktenführung, Bereinigung der Speicherinfrastruktur, mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit in der EDV auch zur Erfüllung gesetzlicher Vorgaben und zur Lösung des E-Mail-Problems. Man sieht bereits an den Begriffen, dass gern aneinander vorbei diskutiert wurde.«

Nichtsdestoweniger – laut Dr. Kampffmeyer hat sich bei seinem Rückblick auf das ECM-Jahr 2006 »bei einigen Produkten etwas in Richtung SOA getan – neue Architekturen sind bei ECM-Lösungen auf dem Vormarsch«. Gute Beispiele sind seiner Meinung nach Easy, ELO, Stellent oder Braintribe. Open-Source gewinne an Bedeutung – D.velop setze z.B. auf Zusatzkomponenten aus dem Open-Source-Umfeld und Alfresco als eines der wichtigeren Open-Source-Dokumentenmanagement-Produkte habe jetzt mit DMC auch einen guten deutschen Integrator.

»Bei der automatischen Klassifikation ist jetzt die zweite Generation der Produkte marktreif und liefert wesentlich bessere Ergebnisse in der Vergangenheit«, betont Dr. Kampffmeyer. Auch Anbieter außerhalb der klassischen Branche würden verstärkt auf Klassifikation setzen, so z.B. Google. Interessant ist nach Meinung von Dr. Kampffmeyer der Vorstoß von Microsoft mit »MOSS 2007« und dem neuen Sharepoint-Portal-Server: »Microsoft definiert hier den Markt neu, Dokumentenmanagement wird zum Allgemeingut. Da auch EMC, Oracle, IBM, SAP, HP, Computer Associates und andere Standardsoftwareanbieter sich verstärkt um das Thema ECM und ILM kümmern, wird sich hier ein Wettlauf entwickeln.« Bereits heute würden sich kaum noch klassische DMS-Anbieter in den oberen Quadranten der Analysten finden – IBM, EMC, Microsoft und Oracle setzten sich auch hier durch.

Das komplette ECMguide.de-Interview mit Dr. Ulrich Kampffmeyer >>

Project Consult >>
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Kommentare
von StorFan - Saturday, January 06, 2007
Nicht uninteressant, das Interview. Aber irgendwie glaube ich, wird SOA überbewertet. Die Technologie gibts doch schon rund 5 Jahre, vielleicht sogar schon fast an die 10 Jahre. Es lief bloß unter anderen Etiketten. Die Firma BEA kann ein Lied davon singen. Jetzt hat das ein neues Label bekommen - und soll auf einmal der Heilsbringer sein. Aber mit ILM funktioniert das auch ganz, hieß ja auch früher HSM o.s.ä. Grüsse, StorFan

von Godwin - Monday, January 08, 2007
Hr. Kampffmeyer könnte die Problematik im ECM-Markt nicht treffender formulieren. Da ist kein miteinander, die Anbieter denken nur bis zu ihrem eigenen Tellerrand. Bedenklich ist, dass nun ausgerechnet Microsoft wieder alle um sich scharrt. Zu SOA: Wer braucht das wirklich? Wer in einem Unternehmen hat wirklich Zeit sich mit einem Begriff zu beschäftigen, den die Branche mal wieder in die Welt bläst, in der Hoffnung selber interessant zu bleiben? Salve Godwin

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