Gero Neidlinger, geschäftsführender Gesellschafter, neeb & partner
»Enterprise Content Management (ECM) mit all seinen Facetten gewinnt an Dynamik und wird zunehmend ‚Commodity’«, erklärt
Gero Neidlinger, geschäftsführender Gesellschafter beim Beratungs- und Systemhaus
neeb & partner auf die Frage nach den wichtigsten ECM-Trends für 2007. Von dieser Entwicklung profitieren auch die Darmstädter ECM-Berater, die 2006 das erfolgreichste Geschäftsjahr der Firmengeschichte verbuchen konnten.
»Sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis konnten wir um über 20 Prozent zulegen«, weiß Neidlinger zu berichten. Entscheidend für die positive Entwicklung sei die Lösungsorientierung von neeb & partner. »Wir kombinieren erfolgreich die Produkte marktführender Unternehmen zu kundenindividuellen Lösungen. Dabei helfen uns besonders die strategischen Partnerschaften mit
EMC Documentum und
Adobe.«
Mit dieser Strategie befinde sich neeb & partner voll im Einklang mit dem aktuellen Trend, weg von unflexiblen »Fertiglösungen«. Neidlinger: »Der Kunde bevorzugt Maßanzug statt Konfektionsware.« Und für die Zukunft ist Neidlinger optimistisch. Weitere Marktimpulse erwartet sich der ECM-Spezialist von der Integration unterschiedlicher IT-Welten zum Nutzen des Anwenders: »Das Phantom Information-Lifecycle-Management (ILM) bekommt Konturen.«
Die Gründe für die positive Entwicklung des ECM-Marktes sind nach Ansicht von Neidlinger vielfältig. Er konstatiert ein wachsendes ECM-Engagement namhafter IT-Anbieter. Darüber hinaus würden die nationalen wie internationalen Compliance-Anforderungen die Unternehmen immer stärker unter Druck setzen. Der Marktentwicklung geholfen hätten zudem verbesserte Integrationsmöglichkeiten von unterschiedlichen Produktansätzen.
»Proprietäre Insellösungen ohne offene Schnittstellen zu anderen Enterprise-Systemen sind ‚out’«, meint Neidlinger. Er sagt voraus, dass diese im Laufe der nächsten Jahre weitestgehend vom Markt verschwinden würden. »Lösungsanbieter bevorzugen modulare, offene und hochgradig skalierbare Systeme, die sich mit überschaubarem Aufwand und transparent an die sich ändernden, steigenden Anforderungen der Unternehmen anpassen lassen.« Dies setze voraus, dass sich ECM-Lösungen in bestehende Infrastrukturumgebungen und Systeme anderer Hersteller über standardisierte Schnittstellen und Formate integrieren lassen.
Als technologisch spannend bezeichnet Neidlinger den Eintritt von
Microsoft in den ECM-Markt mit dem »Sharepoint Portal Server 2007« und der »Office 2007 Ultimate Suite«. Zudem sei Adobe mit seiner Flash-Technologie im Kontext mit benutzerfreundlichen Oberflächen und dem Web 2.0 sowie die Anerkennung von PDF/A als anerkanntes ISO-Langzeitformat wegweisend. »Wir bereiten uns vor, für unsere Kunden ‚
SAP Forms’ auf der Basis von Adobe zu entwickeln und untersuchen gleichzeitig, ob Microsoft Office 2007 und Sharepoint Server 2007 sich zukünftig als Front-Ends für andere ECM-Anwendungen anbieten.«
Anwender würden von der neuen Dynamik des ECM-Marktes stark profitieren, besonders wenn es um eine integrative Verbindung von heterogenen Systemen als Basis für eine optimierte Kommunikation in Unternehmen geht. Möglich sind dann »grenzenlose Informationssysteme«, in denen »beispielsweise eine SAP-Welt mit Microsoft-Sharepoint und Microsoft-Office verheiratet wird, wobei es möglich ist, plattformübergreifend intelligente Adobe-PDF-Dokumente auszutauschen, die wiederum aus Compliance-Gründen in Systeme von
IBM, Open Text oder EMC Documentum fließen«, erwartet Neidlinger.
Das komplette ECMguide.de-Interview mit Gero Neidlinger >>neeb & partner >>