»Sun StorageTek 5800«: für unveränderbare Archivierungsdaten (Bild: Sun)
Erneut hat
Sun Microsystems den Quellcode eines bedeutenden Produkts der Open-Source-Gemeinde übergeben. In diesem Fall geht es um das Festplatten-basierende Archivierungssystem »Sun StorageTek 5800«, in dem Inhalte unveränderbar aufbewahrt werden können. Für diese Art der Dokumenten-orientierten Speicherung hat sich das Kürzel CAS für Content-Adressed-Storage etabliert.
Das Storagetek 5800 benützt Sun-Fire-Server als Hardware-Grundlage. Es besteht aus Speicherknoten mit jeweils einem Opteron-Prozessor, 3 GByte RAM und 2 TByte Festplattenplatz (vier Platten von jeweils 500 GByte). Ein Service-Prozessor ergänzt das System, das unter »OpenSolaris« läuft. Die gesamte Speicherkapazität kann 16 bis 64 TByte betragen.
Den Code für das Open-Source-Archivsystem erhielten die Communities »OpenSolaris Storage« und »Java.net«. Der
Storage Networking Industry Association-Community (SNIA) wurde der Code zur Diskussion vorgelegt. Hier überlegt man, ob man den Code für die Definition des Objekt-Zugriffs-Standards XAM verwenden kann.
Der Binärcode des Systems ist offenbar in Java geschrieben und daher auf den meisten x86-Systemen von
Intel und
AMD lauffähig. Er war bereits bisher vom Projekt »Honeycomb« kostenlos zu beziehen. Mit dem jetzigen Schritt hat Sun auch den Quellcode unter einer BSD-Lizenz veröffentlicht. Damit tritt das Unternehmen Bedenken entgegen, die bei allen, die Daten langfristig archivieren müssen, immer wieder aufkommen. So stellt sich bei proprietären Systemen die Frage, ob die Daten verloren gehen, wenn der Anbieter vom Markt verschwindet. »Wir gehen davon aus, dass Open Source solche Bedenken zerstreuen müsste«, erläutert
Arndt Müller, Product Manager Network Storage bei Sun, im Gespräch mit
speicherguide.de. »Wir hoffen jetzt, dass unser Code zum Standard werden wird.«
Außerdem, so Müller, hegt man im Hause Sun die Hoffnung, dass sich nun mehr Softwareschreiber von Applikationen mit dem Storagetek 5800 beschäftigen: »Sun schreibt nun mal keine Applikations-Software.« Wenn sich aber mehr Softwarehäuser zu dem System bekennen, wird es zunehmend zu einem Standard, und Sun verdient zukünftig stärker an Hardwareverkäufen.
Die Sun-Entscheidung ist freilich eine böse Breitseite gegen
EMC und ihr CAS-System »Centera«. EMC hat es verstanden, ihre Hardware geschickt mit marktführenden ECM- (Enterprise Content Management) und DMS-Applikationen (Dokumenten Management System) durch Zukäufe (Documentum, Legato etc.) eng zu verzahnen. Diese Strategie ging bislang durch entsprechend anziehende Umsätze in diesem Segment auf. Centera war vorübergehend die am schnellsten wachsende Produktlinie bei EMC.
Entwickler können den Quellcode hier abrufen >>Mehr über »Sun StorageTek 5800« >>Storage von Sun Microsystems >>