Die Konsolidierung auf dem ECM-Sektor schreitet weiter massiv voran. Der britische Such-Spezialist
Autonomy blättert den stolzen Betrag von 775 Millionen US-Dollar in Cash für
Interwoven hin, einen US-Spezialisten Web-Content-Management (WCM). Der Deal ist auch insofern interessant, als damit ein europäisches Unternehmen in den USA zulangt – normalerweise ist es anders herum, wie beispielsweise die zahlreichen Akquisitionen von
Open Text in Europa zeigen.
Autonomy will mit dem Erwerb von Interwoven seine Kompetenz bei Justiz und Behörden ausbauen. Zusammen haben beide Unternehmen eine Basis von 20.000 Kunden, das Management von Autonomy sieht sehr gute Cross-Selling-Möglichkeiten. Die Analyse-Tools von Autonomy können Inhalte auswerten, die mit den Werkzeugen von Interwoven erstellt werden. »Interwovens Produkte kennen die Interaktionen der Kunden«, heißt es aus dem Hause Autonomy, »und Autonomys IDOL sagt den Kunden, was das heißt und was es bedeutet.«
Autonomy steht derzeit gut im Futter da. Man schreibt regelmäßig Gewinne. Erst im vergangenen vierten Quartal hatte man – im Kontrast zur weltweiten Wirtschaftskrise – verdoppelte Gewinne ausgewiesen. Aus diesem Grund hatte man auch keine Schwierigkeit, die Übernahme mit einem Kredit von 200 Millionen US-Dollar von
Barclays mitfinanziert zu bekommen. Die Erfolgsgeschichte von Autonomy-Übernahmen ist aber auch beeindruckend: 2005 übernahm man das US-Unternehmen
Verity – und konnte das Geschäft schnell und geldgenerierend integrieren. Auch die jüngeren Akquisitionen
Zantaz und
Meridio wurden nach Meinung der Analysten von
Ovum sehr erfolgreich integriert. Ovum glaubt übrigens, dass nun
Vignette in das Akquisitionsrampenlicht rücken könnte.
Interwoven konnte zuletzt einen Jahresumsatz von 225 Millionen US-Dollar vorweisen. Also mehr als das Dreifache für den Umsatz zu bezahlen, ist schon mutig. Die Übernahme soll im zweiten Quartal 2009 abgeschlossen werden.
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