»DD880«: 50 TByte in einem 12-Stunden-Zeitfenster zu sichern ist möglich (Bild: Data Domain)
IT-Administratoren, die mit großen und größten Datenbanken hantieren, können aufatmen. Mit dem neuen Inline-Deduplizierungs-Speichersystem »DD880« von
Data Domain befinden sich die Zeitfenster von professionellen Backup- und Archivierungsanwendungen wieder in vernünftigen Größenordnungen. Ein einziges DD880-System kommt auf einen Gesamtdurchsatz von bis zu 5,4 TByte/h, einen Single-Stream-Durchsatz von bis zu 1,2 TByte/h und einen zugeordneten Adressraum (also vor der Deduplizierung) von bis zu 71 TByte. Ein voll konfiguriertes DDX-Array mit 16 DD880-Controllern erhöht die gesamte Durchsatzleistung auf bis zu 86 TByte/h und bietet eine nutzbare Kapazität von bis zu 56 PByte – das dürfte auch für sehr große konsolidierte Rechenzentren mit wirklich großen Datenbanken reichen. 50 TByte in einem 12-Stunden-Zeitfenster zu sichern ist mit nur einem System nun keine Kunst mehr.
Im Gegensatz zu vielen VTL-Systems (Virtual Tape Library) dedupliziert das DD880 nach dem Inline- und nicht nach dem Postprocessing-Verfahren. Das Inline-Verfahren hat freilich den Anspruch, extrem CPU-Resourcen-fressend zu sein, während Postprocessing höhere zwischengeschaltete Festplattenkapazitäten benötigt. Aber neue CPU-Generationen ermöglichen nun ein günstigeres Preis-Leistungs-Verhältnis des DD880-Systems mit ihrer rechenintensiven SISL-Skalierungsarchitektur (Stream-Informed Segment Layout); hierbei wird die Zahl der für den Deduplizierungsprozess notwendigen Plattenzugriffe minimiert.
Das DD880 verwendet ein standardmäßiges Vier-Sockel-Xeon-Design. Hätte Data Domain auf die neuesten 5500-Nehalem-Prozessoren von
Intel gesetzt, wäre der Performance-Schritt gegenüber den Vorgängermodelle vermutlich noch deutlicher gewesen. Aber die Data-Domain-Roadmap braucht auch noch Raum für Entwicklungsmöglichkeiten…
Wie alle Systeme von Data Domain unterstützt das DD880 standardmäßig NFS und CIFS und bietet sowohl »NetBackup OpenStorage« (OST) von
Symantec als auch VTL als Softwareoption.
»Es gab ein verbreitetes Missverständnis, demzufolge Inline-Deduplizierungssysteme-Backups nicht so schnell verarbeiten können, wie Backup-Lösungen, die direkt auf die Festplatte schreiben und anschließend einen Datenreduktionsprozess vornehmen«, erklärt
Brian Babineau, leitender Analyst bei der
Enterprise Strategy Group (ESG). »Vielleicht war dies zu einem bestimmten Zeitpunkt oder für spezielle Implementierungen tatsächlich der Fall. Data Domains DD880 jedenfalls beweist, dass Inline-Deduplizierung in Bezug auf die Geschwindigkeit äußerst wettbewerbsfähig ist, sogar im Vergleich zu VTLs und anderen auf Festplatten basierenden Backup-Targets, die ohne Deduplizierung arbeiten.«
Ebenfalls erhältlich ist eine aktualisierte Version des »Data Domain Enterprise Manager«. Administratoren können mit diesem nun weitere Systemfunktionen überwachen oder konfigurieren. So ist beispielsweise eine zentrale Verwaltung mehrerer Knoten jetzt ebenso möglich wie die Konfiguration der Systemreplizierung oder von Migrationsfunktionen. Mithilfe der optionalen Replicator-Software von Data Domain ist ein DD880 überdies in der Lage, WAN-Vaulting im Rahmen einer Notfallwiederherstellung, bei der Ferndatensicherung und bei der Tape-Konsolidierung für mehrere Standorte zu automatisieren.
»Bisher galt immer, dass auf vollen Touren laufende VTLs bei der Direktspeicherung auf der Festplatte ohne Deduplizierung schneller sind«, erläutert
Brian Biles, Vice President für Produktmanagement bei Data Domain. »Dies war eines der wenigen, noch vertretbaren Argumente zugunsten einer Postprocessing-Deduplizierungs-Systemarchitektur. Aber das ist mittlerweile dermaßen überholt. Das DD880-System setzt nicht nur neue Maßstäbe, es entzieht dem Postprocessing-Argument schlichtweg jegliche Grundlage.«
Das DD880 soll noch im Laufe dieses Quartals auf dem Markt kommen. Der Einstiegspreis für ein System mit etwa 22 TByte nutzbarer Speicherkapazität liegt bei rund 300.000 Euro.
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speicherguide.de-Interview mit Dr. Thore Rabe, Geschäftsführer, Data Domain Germany, über den Deduplizierungsmarkt >>
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