So einfach funktioniert im Prinzip »ECOD« (Bild: Comarch Software)
Die EDI-Plattform »ECOD« für den elektronischen Datenaustausch soll nach dem Willen der Dresdner
Comarch Software und dessen Adoptivtochter
SoftM stärker auf dem Markt aufschlagen. Dazu hat jetzt SoftM die entsprechenden EDI-Schnittstellen in ihre ERP-Pakete »SoftM Suite« und das neuere »Semiramis« integriert. Damit können Kunden dieser Lösungen EDI zum Datenaustausch nutzen, ohne selbst in eine EDI-Anbindung investieren zu müssen.
Denn Comarch offeriert parallel dazu die EDI-Plattform »ECOD«, die sozusagen EDI-as-a-Service anbietet. Der Kunde wird hierbei vom üblichen Aufwand bei der EDI-Implementierung, -Erweiterung sowie -Administration entlastet und kann die Kosten wesentlich reduzieren.
ECOD (Electronic Center of Documents) wurde von Comarch dahingehend entwickelt, den elektronischen Daten- und Dokumentenaustausch zwischen Unternehmen zu vereinfachen und zu beschleunigen. Ein EDI-fähiges ERP-System wie z.B. das von SoftM versendet dazu die erzeugten Ausgangsdaten – Rechnungen, Lieferavise etc. – an die ECOD-Plattform im Comarch-Rechenzentrum. Dort werden diese Nachrichten in das vom jeweiligen Geschäftspartner gewünschte Format umgesetzt und an diesen auf dem bevorzugten Kommunikationskanal versandt. Statt über starre Punkt-zu-Punkt-Verbindungen kommuniziert der ECOD-Kunde mit dem zentralen Clearing-Center. »Das hat den Vorteil, dass neue Geschäftspartner schnell und ohne zusätzlichen Aufwand für den Kunden angebunden werden können«, erläutert
Michael Ulbricht, Business Development Manager EOCD bei Comarch gegenüber
ECMguide.de. Die Implementierung von Inhouse-Konvertern entfalle.
ECOD existiert bereits seit dem Jahr 2000 und wurde anfangs für das Handelsunternehmen
Ahold entwickelt, um zahlreiche Lieferanten des niederländischen Handelskonzerns per EDI anzubinden. Mittlerweile nutzen laut Ulbricht 11.000 Firmen in 28 Ländern die Dienste, vielfach sind das Handelsketten und deren Zulieferer. In Polen seien bereits rund 3.500 Lieferanten an ECOD angeschlossen. Hierzulande ist die
Metro größter ECOD-Kunde.
Mit ECOD will man das Büro ein Stückchen papierärmer machen. Dass man wirklich mal das papierlose Büro ermöglicht, daran glaubt auch Ulbricht nicht. »Aber es soll schon in die Richtung gehen, dass man das Büro mit ECOD zumindest papierlos verwalten könnte«, betont der Comarch-Manager.
ECOD unterstützt alle heute gängigen Datenformate (XML, EDIFACT, IDoc, Flatfile etc.) und Standards (GS1, AKH etc.) sowie alle relevanten Dokumenttypen bzw. Nachrichtenarten (wie z.B. ORDERS, INVOIC, DESADV, RECADV). Hauptzielgruppen des neuen EDI-Angebots sind mittelständische Unternehmen im Handel und in der Industrie. Ein besonderer Fokus liegt auf Zulieferbetrieben der Handelsketten. Im Bereich der Industrie sind dies vor allem die Hersteller von Lebensmitteln und Konsumgütern; im Bereich des Handels werden insbesondere Groß- und Zwischenhändler adressiert, die eine zentrale Rolle als Mittler in der Lieferkette spielen.
ECOD zeichnet sich durch eine transparente Preisgestaltung aus, bei der die Kosten je Transaktion berechnet werden. Die Preise pro versandtes Dokument sind nach Mengen gestaffelt. Bei einem Volumen von 100 Dokumenten/Monat beträgt der Preis ca. 0,33 Euro je Dokument, bei 1.500 Dokumenten/Monat ca. 0,17 Euro je Dokument bzw. 251 Euro pro Monat. Demgegenüber steht die manuelle Bearbeitung, wobei Ulbricht mit 0,60 Euro pro Minute bei etwa fünf- bis zehnminütiger Bearbeitungszeit kalkuliert, was etwa drei bis sechs Euro pro Beleg ergibt. Dazu kommen Verwaltungskosten noch von 10 bis 20 Euro pro Beleg. Selbst wenn man nur mit den niedrig angesetzten drei Euro rechnet und sie mit der monatlichen Anzahl von 1.500 Belegen multipliziert, belaufen sich die Kosten auf 4.500 Euro pro Monat.
Freilich kann man über diese Modellrechnung streiten. Trotzdem dürfte eines klar sein: Günstiger ist EDI-as-a-Service allemal. »Ein Mittelstands-Einstiegspaket beginnt bei 16 Euro pro Monat«, erklärt Ulbricht.
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