Doris Störtzer, Project Consultant, Scintillations
Ein Mittelständler, der sich prinzipiell für eine ECM-Lösung interessiert, fragt noch nicht nach einem Komplettsystem. Der Trend geht anscheinend zunächst eher zu Einzellösungen oder Einstiegspakete, die zu einer ECM-Gesamtlösung ausgebaut werden können.
Wir sprachen mit Doris Störtzer, Project Consultant bei Scintillations (ein unabhängiges Beratungsunternehmen für CRM/DMS/ECM mit Sitz in Dietzenbach), über die Herausforderungen, wie der Mittelstand für eine ECM-Lösung zu begeistern ist, und welche Schritte ein Mittelständler beachten sollte.
Wenn sich ein Mittelstandsunternehmen für ein ECM-System interessiert, wird dann eher eine Komplettlösung nachgefragt? Oder eher zunächst ein Basissystem, das sich mit Komponenten, z.B. für BPM, nachrüsten/erweitern lässt?
Störtzer: Nein, Komplettlösung wird so nicht nachgefragt, sondern die Lösung für das Problem des Kunden. Und das kann beides sein.
Wie vertraut sind Mittelstandsunternehmen mit der ECM-Thematik? Müssen Sie noch viel Basisarbeit leisten?
Störtzer: Das variiert ganz stark. Es gibt außerordentlich gut informierte Unternehmen und Firmen, die erst in das Thema einsteigen. In beiden Fällen gibt es nach wie vor Informationsbedarf, nur eben in verschiedenen Bereichen.
Ein ECM-System kann sicherlich nicht »so nebenbei« eingeführt werden. Was empfehlen Sie Unternehmen, die in Sachen ECM vorangehen wollen?
Störtzer: Ganz wichtig: Eigene Anforderungen (Pflichtenheft) und Budget definieren. Danach Projektteam festlegen, Anbieterselektion starten und Ablaufplan festlegen. Will der Unternehmer damit nicht konfrontiert werden, dann gibt es sehr gute unabhängige Berater, die helfen. Ich kenne da auch zufällig einen…
Mit welchen Trends rechnen Sie auf der kommenden »DMS Expo«?
Störtzer: Enterprise 2.0 ist ein heißer Trend und wird es noch ein bisserl bleiben. Das Thema beinhaltet so viele Unterthemen wie E-Learning, Wissensmanagement und so weiter. Und gerade im Bildungsbereich gibt es starke Defizite, denen damit vielleicht begegnet werden kann. »Wissen teilen« und »Spielerisch Lernen« sind die Schlagworte.
Erste Anbieter offerieren eine Art Managed-Service rund um die Dokumentenverwaltung, also eine Art DMS-as-a-Service bzw. ECM-as-a-Service. Ist das ein Trend, der sich durchsetzen kann? Oder eher ein Hype mit letztendlich wenig Aussichten auf größere Marktanteile?
Störtzer: Ich bin leider kein Hellseher, aber diese Art Service ist spannend und könnte durchaus ein paar Marktanteile gewinnen. Für kleine, mittelständische Firmen und auch bestimmte Bereiche in großen Unternehmen bringt solch ein ASP-Service Erleichterung. Es wird und wurde ja auch bereits teilweise ein zusätzliches Tool auf dem DMS/ECM-Markt.
Ist aus Ihrem Hause mit einem Managed-Service rund um die Dokumentenverwaltung zu rechnen bzw. offerieren Sie schon etwas?
Störtzer: Wir sind unabhängiger Berater für CRM/DMS/ECM. Für uns ist der Kunde, dessen Anforderungen und die Budget-Vorgabe ausschlaggebend. Wenn ein Managed-Service für DMS/ECM passt und für den Kunden genau das Richtige ist, dann stellen wir verschiedene Anbieter vor. Fakt ist, der Kunde soll die unterschiedlichen Möglichkeiten kennenlernen.