Karl Fröhlich, ChR speicherguide.deFür Unternehmen und IT-Manager läuft es speziell im NAS-Markt perfekt. Der Preisverfall bei Festplatten ist hier deutlich spürbar. Beispielsweise erhält man im Vergleich zum Vorjahr aktuell bei einem 8-Bay-Array rund zwei TByte mehr Speicherkapazität zum gleichen Preis. Für Oktober hat Seagate Laufwerke mit 1,5 TByte angekündigt, damit würden sich zwölf TByte ergeben. Bis diese dann auf dem heutigen Preisniveau ankommen, dauert es sicher noch gute zwei Jahre. Dass immer mehr Speichervolumen in die Geräte passt, ist natürlich nichts Neues. Diesen Weg beschreiten wir schon seit Jahren.
Allerdings müssen wir uns fragen, wie weit wir diesen Weg noch mitgehen wollen bzw. können. Der Hatz nach möglichst viel TByte für wenig Geld stehen bereits heute Probleme bei der Leistung gegenüber. Es dauert entschieden länger als ein Arbeitstag eine defekte TByte-Platte wiederherzustellen. Ohne RAID 6 schweben die Daten in dieser Zeit in Lebensgefahr. Wobei natürlich RAID 6 ebenfalls auf die Systemgeschwindigkeit drückt. Je mehr Kapazität sich auf wenige Laufwerke verteilt, desto größer werden die Schwierigkeiten. Dies macht sich auch im laufenden Betrieb bemerkbar. Nicht umsonst gilt im Highend-Sektor die Faustregel »je mehr Spindeln, desto mehr I/Os«.
Muss dies künftig auch für Einstiegs- und Midrange-Disk-Arrays mit bis zu 24 Platten gelten? Es werden nämlich viele SATA-Systeme entgegen der allgemeinen Empfehlung als Primärspeicher eingesetzt und dadurch auch in punkto Durchsatz und Zugriffszahl stark belastet. Das heißt, wer zum Beispiel zwölf TByte benötigt, sollte diese nicht mit zwölf oder gar mit acht Laufwerken realisieren, sondern besser mit 24 mal 500 GByte. Allerdings erfordert dies auch ein Umdenken bei den Festplattenherstellern: Unter anderem müssen ältere Harddisks mit geringerer Kapazität künftig länger im Sortiment bleiben.
Sind Sie anderer Meinung?
Dann schreiben Sie mir ...
kfroehlich@speicherguide.deIhr
Karl Fröhlich, Chefredakteur speicherguide.de