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[26.06.2008] (ubr)
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Archive müssen weg vom verstaubten Image

Editorial von Ulrike Rieß, Redaktion speicherguide.de
 Ulrike Rieß  Ulrike Rieß, Redaktion speicherguide.de
Daten ablegen und archivieren – ist doch so einfach. Man sichert die Daten auf das Medium seiner Wahl und lagert dieses im günstigsten Fall irgendwo anders als im Büro. Im Keller, in einem dedizierten Lagerraum oder tief in einem Berg. Ist Datenarchivierung wirklich so einfach? Mitnichten. Archivierung ist eben nicht einfach das Verschieben der Daten in den Ordner »Ablage Archiv«. Zu viele technische Möglichkeiten, gesetzliche Bestimmungen und interne Bedingungen geben zwar vielfache Optionen, aber auch einen bestimmten Rahmen für die Archivierung vor.

Da steht zum einen die Auswahl der technischen Mittel. Wie soll archiviert werden und worauf? CD/DVD, Blu-Ray, MO, Bandspeicher und selbst die Diskfraktion versuchen, sich einen festen Platz im Markt zu erobern und somit auch bei den Anwendern. Stromvorteile, Lagerfähigkeit und Automatismen sprechen für Bänder, aber die Anschaffungskosten sind meist hoch. CDs und DVDs sind einfach zu bedienende Medien, aber nicht gerade sehr lagerbeständig – man denke nur daran, ob man seine erste selbst gebrannte CD noch abspielen könnte. Festplatten verbrauchen mehr Strom, benötigen mehr Platz und so richtig Auslagern funktioniert hierbei auch nicht. Darüber hinaus muss der IT-Verantwortliche, unabhängig vom Medium, an Zukunftstauglichkeit denken und das heißt in jedem Fall, dass er nach einer Zeit migrieren muss. Stimmt wirklich, egal was der Hersteller Ihnen verspricht.

Bei der Technik hat der IT-Manager noch freie Wahl. Bei der Lagerzeit und dem, was archiviert werden muss, sieht das schon anders aus. Geschäftsrelevante Daten, E-Mails und Anhänge – alle Informationen haben eine vom Gesetz vorgeschriebene Vorhaltungszeit, meist sieben oder zehn Jahre. Versicherungsdaten, medizinische Aufzeichnungen, Grundbuchdokumentationen, Bibliotheksarchive und andere spezifische Inhalte müssen meist noch länger vorgehalten werden, 100 Jahre sind hier keine überzogene Angabe.

Das wichtigste aber ist, dass Archivdaten nicht nur irgendwo sicher lagern sollen – und im besten Falle vergessen werden und einstauben – sie müssen vor allem wiederherstellbar und lesbar sein. Ja, auch nach 100 Jahren. Daran müssen IT-Verantwortliche bei der Wahl der Archivtechnik und Speicherstrategie denken. Und hier müssen viele umdenken. Archive sind keine eingestaubten Mausoleen, in denen veraltete Technik läuft. Archive müssen über stets neueste technische Bedingungen verfügen, permanent die Integrität der Daten überprüfen und Informationen nutzbar vorhalten. Also weg vom angestaubten Kellerimage und hin zu dem, was Archive eigentlich sind oder sein müssten: leistungsfähige Speichersilos mit problemlosem Zugriff auf Wissen.

Ulrike Rieß, Redaktion speicherguide.de
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