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[26.11.2009] (ubr)
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Im Interview: it-function

Luca Piras, SharePoint-Spezialist und Senior-Consultant, it-function

SharePoint 2010 steht in den Startlöchern und soll die Anwender von seiner Funktionalität überzeugen. Häufig muss den Anwendern aber noch erklärt werde, was genau Sharepoint kann und nicht kann.
Wir sprachen dazu mit Luca Piras, SharePoint-Spezialist und Senior-Consultant bei it-function.

Kommt Sharepoint wirklich bei den Anwendern an oder herrscht hier eher noch Unklarheit, wofür sich Sharepoint einsetzen lässt?

 Luca Piras 
Luca Piras
Piras: Abhängig vom Kontext des Anwenders punktet Sharepoint häufig schon durch Fähigkeiten, die wir zu den Basisfunktionen zählen, zum Beispiel Versionierung, Metadaten oder Layout und Design. Trotzdem ist vielen Nutzern am Anfang nicht klar, welche weiteren Fähigkeiten im Sharepoint verborgen liegen. Anwender nutzen diese fortgeschrittenen Features meistens erst dann, wenn die organisatorischen Voraussetzungen, wie neue Arbeitsweisen, Prozessanpassungen oder IT-System-Anpassungen, geschaffen sind. Zudem muss sich meistens erst die notwendige Balance zwischen Effizienz und Effektivität bei der Verwendung der Funktionen einstellen.

Noch immer lebt Sharepoint durch die Veredelung von anderen Anbietern. Wofür reichen die Kernfunktionen wirklich?

Piras: In den meisten Fällen lässt sich mit den Kernfunktionen des Sharepoints, von der Verwaltung informeller Inhalte bis zur Förderung von Zusammenarbeit und dem Auffinden von Informationen, eine fast vollständige Abdeckung der Anforderungen erreichen. Fähigkeiten von Sharepoint-Spezialisten sind dann gefragt, wenn es um die Verbindung spezieller IT-Lösungen eines Kunden mit Sharepoint geht. Beispiele dafür sind Zulassungsverfahren in der Pharmaindustrie oder Genehmigungsverfahren in der Luftfahrtindustrie mit elektronischen Signaturen und anschließender rechtssicherer Archivierung.

Wo hat Sharepoint immer noch Lücken und wie füllt man diese?

Piras: Hierbei muss man die Intention berücksichtigen, unter der Sharepoint auf dem Markt gestartet ist. Nämlich als Plattform zur Informationsverwaltung in der Organisationsmitte. Betrachtet man diesen Aspekt, fällt auf, dass die dabei notwendige Integration in die bestehende IT-Landschaft noch immer schwer fällt. Die Anwender sind häufig gezwungen, eine Point-to-Point-Anbindung zu implementieren. Wie sich jedoch bereits abzeichnet, wird Sharepoint in der Version 2010 mit Hilfe der Business Connectivity Services (BCS) einen weiteren großen Schritt in Richtung Enterprise-Bus gehen. Momentan ist man beim Thema Integration entweder auf die Bemühungen der Hersteller selbst oder die Fähigkeiten eines spezialisierten Partners angewiesen.

Wie weit kann man als Sharepoint-Partner am Produkt mit entwickeln?

Piras: Bereits in der jetzigen Version bietet Sharepoint eine passable Schnittstelle an, die es uns als Partner ermöglicht, unsere Lösungen auf der Sharepoint-Plattform zu entwickeln. Unsere Erfahrungen, aber auch das Feedback der Anwender, werden von Microsoft ernst genommen. Somit findet eine ständige Rückkoppelung zwischen Hersteller, Partnern und Anwendern statt. Gerade in der neuen Version des Sharepoints spiegelt sich dies wider.

Was sind die Hauptprobleme beim Kunden, die er mit Sharepoint lösen will?

Piras: Wir beobachten, dass die meisten Kunden versuchen mit Hilfe des Sharepoints die Informationsinseln in der Organisation entweder aufzulösen, zu verschmelzen oder transparent zu machen. Aber auch einfache klassische Themen, wie beispielsweise die Verschlagwortung elektronischer Dokumente, die Verwaltung von Teamkalendern oder das komfortable Ausfüllen von Formularen möchten die Kunden mit Sharepoint angehen. Leider wird die Bedeutung der organisatorischen Veränderung dabei häufig unterschätzt.

Welche Trends zeichnen sich für Sharepoint ab?

Piras: Wie bereits angedeutet, wird Sharepoint noch stärker für sich den Anspruch erheben, der elektronische Dreh- und Angelpunkt in der Organisation zu sein. Die nächste Version wird zusätzlich Themen wie Enterprise 2.0 oder Sharepoint als Internetportal bedienen. Auch im Bereich Business Intelligence wird es Neuerungen geben, wie zum Beispiel die »PerformancePoint Services«. Generell werden auch die Möglichkeiten der Partner steigen. Ein Kennzeichen dafür ist der Entwurf eigener so genannter Service-Applications, die sich verschiedene infrastrukturelle Fähigkeiten, wie unter anderem Skalierung, Load-Balancing oder Failover, des Sharepoints zunutze machen können.
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