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[26.11.2009] (ubr)
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Im Interview: Open Text

Bernd Hennicke, Portfolio Manager Microsoft Solutions Group, Open Text

SharePoint 2010 steht in den Startlöchern und soll die Anwender von seiner Funktionalität überzeugen. Häufig muss den Anwendern aber noch erklärt werden, was genau Sharepoint kann und nicht kann.
Wir sprachen dazu mit Bernd Hennicke, Portfolio Manager Microsoft Solutions Group bei Open Text.

Kommt Sharepoint wirklich bei den Anwendern an oder herrscht hier eher noch Unklarheit, wofür sich Sharepoint einsetzen lässt?

 Bernd Hennicke 
Bernd Hennicke
Hennicke: Zur Beantwortung dieser Frage möchte ich gern die Umfrageergebnisse von Open Text auf der weltweiten Sharepoint Konferenz 2009 heranziehen: 43 Prozent der Besucher setzen Sharepoint auf Abteilungsebene ein, 49 Prozent haben es bereits unternehmensweit im Einsatz. Ich denke, diese Zahlen sprechen für sich, denn auch wenn dies Sharepoint-affine Kunden waren, geht der Trend für diese Lösung in Richtung einer unternehmensweiten Document-Management-, Collaboration- und WCM-Plattform. SharePoint 2010 wird diesen Trend noch verstärken.

Noch immer lebt Sharepoint durch die Veredelung von anderen Anbietern. Wofür reichen die Kernfunktionen wirklich?

Hennicke: Das Potenzial von Sharepoint wird nicht wirklich ausgenutzt und liegt brach. Wenn man eine solch zentrale Plattform hat, dann sollte dies nicht nur als »File Share 2.0« genutzt werden. Dafür sind die mit Sharepoint verbundenen Kosten auch zu hoch. Interessant wird der Wert von der Lösung doch erst dann, wenn man Geschäftsprozesse abbildet, Sharepoint als User Interface und Content-Plattform für Inhalte aus anderen Systemen – E-Mail, ERP-Dokumenten oder Daten - nutzt und somit Sharepoint quasi zum Application-Server für ECM-Funktionalitäten und Anwendungen im Unternehmen wird. Dies ist entweder mit Customizing-Aufwand verbunden oder es macht »Veredelungen« jetzt oder auch in Zukunft notwendig.

Wo hat Sharepoint immer noch Lücken und wie füllt man diese?

Hennicke: Diese Frage würde ich gerne umformulieren: Was muss man tun, um Sharepoint noch besser zu nutzen? Ein wichtiger Punkt ist das Schaffen von Verbindungen zu vorhandenen Systemen, eine Steigerung der Interoperabilität. Oft können vorhandene Systeme mit Sharepoint verbunden werden, so dass zum einen Poweruser die nativen Oberflächen als User Interface mit erweiterten Funktionalitäten weiterhin nutzen können. Consumern oder auch »Information Workern« dient Sharepoint als Zugriffsmechanismus zu diesen Inhalten, um diese dann weiterzuverarbeiten und in weiterführende Geschäftsprozesse einzubinden. Oft gilt eben »Better Together« – dies sagen wir auch unseren Kunden.

Wie weit kann man als Sharepoint-Partner am Produkt mit entwickeln?

Hennicke: Gerade Lösungen, die spezifische Industriekenntnisse oder spezifische Technologien erfordern, müssen von Partnern wie Open Text entwickelt und bereitgestellt werden. Unser Unternehmen und unsere Partner sind hier aus zwei Gründen in einer hervorragenden Ausgangssituation: Indem wir Sharepoint mit unseren Repositories verbinden, können unsere Kunden quasi »out of the box«-Sharepoint mit Inhalten aus anderen Content-Silos wie E-Mail und SAP verbinden. Dadurch profitieren sie von einem hohen Interoperabilitätsmehrwert und können sogar dieselbe Infrastruktur nutzen, die sie bereits für andere Zwecke einsetzen. Zum anderen bieten wir ein Regelwerk für Compliant-Deployments an. Damit lässt sich das Sharepoint-Roll-Out, Site-Provisioning und IT-Management im großen Stil und mit großen Datenmengen bewältigen. Des Weiteren bieten wir so einen Rahmen für jede Art von Sharepoint-Anwendung und geben der IT auch noch die Möglichkeit, die nötigen Verwaltungsprozesse zu kontrollieren.

Was sind die Hauptprobleme beim Kunden, die er mit Sharepoint lösen will?

Hennicke: Im Mittelpunkt steht die Herausforderung, traditionelle Content-Management-Anforderungen mit den neuen Social-Networking- und Collaboration-Features zu verbinden und diese über flexible und leicht verständliche User-Interfaces wie dem PC oder das Telefon anzubieten. Ziel ist eine hohe Akzeptanz bei den Anwendern, eine Herausforderung dabei ist, die Governance und Compliance, also die Kontrolle und Rechtskonformität, dabei nicht aus den Augen zu lassen.

Welche Trends zeichnen sich für Sharepoint ab?

Hennicke: Derzeit mag die Anzahl von wirklich produktiven Sharepoint-Installationen in Deutschland noch hinterherhinken, aber auch bei uns wird sich das Produkt als Dokumentenverwaltungs- und Kollaborationsplattform bei Unternehmen etablieren, möglicherweise wird dies bereits mit dem neuen »SharePoint 2010«-Release der Fall sein. Dies ist für die gesamte ECM-Branche – ob Hersteller oder System-Integrator – von Vorteil. Das Thema ECM rückt dadurch bei Unternehmen in den Fokus und in die Budgets. Schließlich sind ECM vor allem Konzepte, die über Branchen-Lösungen umgesetzt werden, welche es auf einer immer besser werdenden Sharepoint-Plattform für Unternehmen zu entwickeln und implementieren gilt.
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