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[26.11.2009] (ubr)
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Im Interview: Alegri International Group

Marco Schmucker, Senior Consultant, Alegri International Group

SharePoint 2010 steht in den Startlöchern und soll die Anwender von seiner Funktionalität überzeugen. Häufig muss den Anwendern aber noch erklärt werden, was genau Sharepoint kann und nicht kann.
Wir sprachen dazu mit Marco Schmucker, Senior Consultant bei der Alegri International Group.

Kommt Sharepoint wirklich bei den Anwendern an oder herrscht hier eher noch Unklarheit, wofür sich Sharepoint einsetzen lässt?

 Marco Schmucker 
Marco Schmucker
Schmucker: Je nach »Sharepoint-Reifegrad« der Anwender und Architekten wird es hauptsächlich für klassisches File-Sharing und Projektarchive genutzt. Erfahrenere Nutzer haben aber das Potenzial als integrative Applikationsplattform erkannt für prozessorientierte Formular- und Workflowlösungen wie auch als personalisierbaren Einstieg für Reporting- und Dashboardlösungen. Im Bereich Enterprise Search wird die Lösung vermehrt eingesetzt, um übergreifende Suche über Teamsites, File-Shares als Archive und andere Quellen wie »Lotus Notes«-Datenbanken zu ermöglichen. Der Hauptnutzen wird in der schnellen Anpassbarkeit und den kurzen Realisierungszeiträumen kleiner Kollaborationslösungen gesehen.

Noch immer lebt Sharepoint durch die Veredelung von anderen Anbietern. Wofür reichen die Kernfunktionen wirklich?

Schmucker: Werden die wichtigen Basis-Features wie Listen, Websitespalten und Inhaltstypen richtig verstanden und sinnvoll kombiniert mit Sharepoint-Workflows und der E-Mail-in Funktionalität, entstehen innerhalb weniger Tage Lösungen zur abteilungs-übergreifenden Zusammenarbeit ohne Medienbrüche. Die Suche ist bei einem Großteil der Firmen bisher aus Kostengründen kein Thema gewesen – hier bietet der Sharepoint-Standard mit ein wenig Erweiterungen und Konzeptarbeit schon einen riesigen Informationsvorsprung an.

Wo hat Sharepoint immer noch Lücken und wie füllt man diese?

Schmucker: Das Thema Langzeitarchivierung kann mit Bordmitteln nicht bewältigt werden – hier sind Partnerlösungen wie »M/Archive« von Merentis notwendig. Um schnell komplexere Workflows zu modellieren und umzusetzen, sind aktuell noch Partnerprodukte wie NINTEX »Workflow« heranzuziehen. Dies lohnt sich meist schon bei einer Implementierung von fünf Workflows, die zum Beispiel auch eine automatisierte Anlage von AD-Userkonten erlauben. Die derzeitige Sharepoint-Such-Oberfläche bietet wenig Komfort – obwohl die Suche selbst viel kann. Eigenentwicklungen oder Partnerprodukte bereichern das Sucherlebnis enorm. Auch im Bereich Security-Reports sind administrative Tools absolut notwendig.

Wie weit kann man als Sharepoint-Partner am Produkt mit entwickeln?

Schmucker: Partner dienen mit ihrem Prozess- und Technikverständnis als Sprachrohr zum Kunden und Feedbackgeber an Microsoft. Sie erkennen als erste meist verborgene Fehler oder fehlende Funktionalität. Auch machen sie dem Kunden den Nutzen begreif- und anwendbar. Wiederkehrende Anfragen resultieren schnell in Zusatzprodukten oder landen als Musterlösungen in den Communities.

Was sind die Hauptprobleme beim Kunden, die er mit Sharepoint lösen will?

Schmucker: Zentralisierung ehemals verteilter Fileserver mit redundanter Ablage sowie das engere Zusammenarbeiten traditionell getrennter Bereiche im Unternehmen sind meist die ersten Punkte zur Verbesserung, in denen Sharepoint durch Flexibilität und Baukastenprinzip auch voll punkten kann. Durch vermehrte Merger und Akquisitionen sowie verstärkte Partnernetzwerke mit Zulieferern und Dienstleistern müssen die Unternehmensgrenzen aufgehoben werden. Dies kann durch Sharepoint-Extranets schnell erreicht werden.

Welche Trends zeichnen sich für Sharepoint ab?

Schmucker: Stärkere Vernetzung von business-kritischen Daten aus ERP und CRM-Systemen mit Dokumenten und Reports in »SharePoint 2010«-Sites und -Portalen erleichtern die Alltagsarbeiten und verringern Medienbrüche. Dabei greifen »Office 2010«-Dokumente über »SharePoint Web Services« zukünftig auf Geschäftsdaten lesend und schreibend zurück. Diese Daten können auch sofort in webbasierten Formularen und komplexeren Workflows genutzt werden, um viele Service-Prozesse im Unternehmen und mit Externen zu vereinfachen. Sharepoint wird somit immer mehr zum Dreh- und Angelpunkt vieler Unternehmensbereiche, um Mitarbeiter mit den richtigen Ansprechpartnern und den richtigen Informationen zeitnah zu versorgen.
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