Von Sharepoint profitiert auf Anbieterseite nicht nur Microsoft als Hersteller. Weitere Nutznießer sind auch ECM-Anbieter, die ergänzende Lösungen anbieten und Integrationsspezialisten. Wie diese die Vorteile von »SharePoint 2010« bewerten und welche Schwächen die Lösung noch hat, beschreibt uns Roger David, Geschäftsführer von Windream.
Welche Strategie verfolgt Ihr Unternehmen im Zusammenhang mit »SharePoint«?
David: Windream bietet schon seit einigen Jahren eine Integration des ECM-Systems windream in Sharepoint an. Unsere Strategie besteht darin, Defizite, die Sharepoint in einigen Bereichen zweifellos hat, durch die Integration ECM-spezifischer Funktionen auszugleichen, um den Anwendern dadurch einen Mehrwert im Bereich ihrer Dokumenten-Organisation und -Verwaltung zu verschaffen. Auch die deutliche höhere Performance eines ECM-Systems ist hier zu nennen.
Wie sieht Ihr Produkt- und Dienstleistungsangebot rund um Sharepoint aus?
David: Mit unserem Hauptprodukt für Sharepoint, dem »windream SharePoint StorageManager«, bieten wir eine spezielle Storage- und Archivverwaltung für Sharepoint an, die den gesamten Dokumentenbestand einer Sharepoint-Datenbank transparent in das ECM System windream auslagert. Abgerundet wird unsere Sharepoint-Lösung durch »SharePoint Web Parts«, mit denen sich etwa die Inhalte von Windream-Verzeichnissen mit ihren Dokumenten direkt in Sharepoint abbilden und auch Suchen nach Attributen und Volltext abbilden lassen. Auch eine gezielte Dokument-Recherche sowie die webbasierte Ansicht der gesamten Ordnerstrukturen eines Windream-Laufwerks ist direkt in Sharepoint möglich.
Welches Integrationskonzept verfolgen Sie hinsichtlich Sharepoint?
David: Die genannten Möglichkeiten der windream ECM-Integration in Sharepoint sind für den Anwender jederzeit transparent und nachvollziehbar. In der Transparenz sehen wir einen wichtigen Aspekt der Integration.
Welche bedeutenden Verbesserungen ergeben sich aus Sharepoint 2010 für Sie als Anbieter?
David: Sharepoint 2010 bietet im Vergleich zur Version 2007 eine bessere und schnellere Anpassungsfähigkeit an individuelle Anforderungen und damit auch eine verbesserte Integrationsfähigkeit in Drittprodukte. Ausschlaggebend dafür ist unter anderem eine bessere Integration des Sharepoint-Designers in das Visual Studio 2010 und eine bessere Aufteilung der Sharepoint-Datenbanken.
Welche bedeutenden Verbesserungen bringt Sharepoint 2010 aus Ihrer Sicht den Anwendern?
David: Sharepoint 2010 zeichnet sich durch eine überarbeitete Benutzeroberfläche aus. Durch die generell schnellere Ausführung benutzerspezifischer Aktionen ergeben sich deutlich kürzere Wartezeiten, zum Beispiel beim Aufbau von Websites. Auch die Suche auf Basis der neuen »FAST-Search-Technologie« ist schneller geworden.
Was fehlt Sharepoint 2010 im Vergleich zu einer reinen ECM-Lösung?
David: Sharepoint 2010 kann sich zwar Kundenwünschen anpassen, ignoriert dabei aber in wichtigen Bereichen – zum Beispiel beim Storage Management und der Archivierung – ECM-spezifische Leistungsmerkmale. Beispiel: Sharepoint 2010 erlaubt das nachträgliche Ändern seiner Inhaltstypen, was aus ECM-Sicht nicht erlaubt ist. Denn die Möglichkeit der nachträglichen Änderung führt zu einer inkorrekten Archivierung, die aber besonders im Hinblick auf eine rechtskonforme Dokument-Archivierung unabdingbar ist.
Was kann Sharepoint 2010 im Vergleich zu einer reinen ECM-Lösung besser?
David: Ein wesentlicher Aspekt ist in diesem Zusammenhang, dass Sharepoint viele Optionen in der »Collaboration« bietet. Dies ist sicherlich eine Stärke des Systems. Allerdings befinden sich nur immer zirka zehn Prozent der in einem Unternehmen vorhandenen Dokumente in der aktuellen Bearbeitung. Die anderen 90 Prozent überlässt Sharepoint somit einem leistungsstarken ECM-System.
Wo sehen Sie bei Sharepoint 2010 noch Verbesserungspotenzial?
David: Die insgesamt immer noch geringe Performance muss an dieser Stelle genannt werden, die sicherlich noch weiter verbesserungswürdig ist. Mangelnde Performance kann zwar auch durch den Einsatz leistungsstarker Rechensysteme kompensiert werden, doch führt dies schnell zu einem hohen Investitionsaufwand in Unternehmen. Hier besteht deutliches Verbesserungspotenzial. Allgemein ist es immer noch zwingend erforderlich, Zusatzprodukte – wie zum Beispiel ECM-Systeme – einzusetzen, um die Schwachstellen in den Bereichen Integration zu Fremdsystemen, Storage Management, Archivierung sowie Lebenszyklusverwaltung auszugleichen.