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[13.04.2011] (as)
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Im Interview: Coextant

Von Sharepoint profitiert auf Anbieterseite nicht nur Microsoft als Hersteller. Weitere Nutznießer sind auch ECM-Anbieter, die ergänzende Lösungen anbieten und Integrationsspezialisten. Wie diese die Vorteile von »SharePoint 2010« bewerten und welche Schwächen die Lösung noch hat, beschreibt uns Paul Caspers, Vorstand von Coextant.

Welche Strategie verfolgt Ihr Unternehmen im Zusammenhang mit »SharePoint«?

 Paul Caspers
Paul Caspers
Caspers: Mit »Hyper.Net« haben wir ein Produkt entwickelt, das sich vollständig in Sharepoint integrieren lässt und somit eine automatisierte Aufbereitung und Verteilung von Inhalten in Sharepoint und über dessen Grenzen hinaus ermöglicht. Auf diese Weise können individuelle Kundenlösungen geschaffen werden für die Erstellung, Publikation, Ablage sowie die Archivierung von Dokumenten und anderen Inhalten.

Wie sieht Ihr Produkt- und Dienstleistungsangebot rund um Sharepoint aus?

Caspers: Wir bieten Lösungen für die automatisierte Informationsbereitstellung an, also insbesondere eine Sharepoint-PDF/A-Compliance-Lösung für die Ablage und Archivierung, elektronische Akten für Behörden sowie Mitarbeiterportale mit automatisierter Informationsbereitstellung. Wir realisieren aber auch Sparkassen Informationsportale oder content-intensive Websites und Publishing Sites. Außerdem bieten wir »Content Deployment as a Service«-Lösungen für Rechenzentren an und last but not least Social Publishing Sites.

Welches Integrationskonzept verfolgen Sie hinsichtlich Sharepoint?

Caspers: Wir integrieren unsere Technologie als Sharepoint Solution - sodass eine einfache und standardisierte Installation möglich ist.

Welche bedeutenden Verbesserungen ergeben sich aus Sharepoint 2010 für Sie als Anbieter?

Caspers: Im Unterschied zu vorherigen Versionen verfügt Sharepoint 2010 über eine größere Anzahl von Standardschnittstellen, die einfacher zu nutzen sind. So können wir mit unserer Technologie ohne großen Aufwand an das System »andocken«.

Welche bedeutenden Verbesserungen bringt Sharepoint 2010 aus Ihrer Sicht den Anwendern?

Caspers: Für die Anwender kommen mit Sharepoint 2010 eine ganze Reihe von Verbesserungen: Zunächst lässt sich das System besser administrieren und skalieren. Es bietet aber auch exzellente Business Connectivity Services zur Integration von externen Daten oder Systemen. Besonders einzelne Features begeistern, etwa das integrierte Videostreaming, die Offline Replikation, Audit Trails, Vorgangsmappen oder eindeutige Dokument-IDs – die Liste ist lang, man kann sie gar nicht alle auf einmal aufzählen.

Was fehlt Sharepoint 2010 im Vergleich zu einer reinen ECM-Lösung?

Caspers: Das ist eine sehr philosophische und konträr diskutierte Frage. Im Grunde hängt es davon ab, wie man ECM definiert. Unserer Meinung nach tritt Sharepoint gar nicht als »Allround«-ECM an, sondern eher als System, das die flexible Nutzung bestehender und die Erstellung neuer leistungsfähiger Applikationen rund um strukturierte und unstrukturierte Informationen in hervorragender Weise ermöglicht. Die Stärken von Sharepoint liegen in der Integration von Daten und Systemen und in der umfassenden Unterstützung von Information-Workern in ihrer Arbeit mit allem was moderne Systeme und Web 2.0 heute bieten. Dazu gehören beispielsweise auch die Möglichkeit der unternehmensweiten Suche oder auch Business-Intelligence-Anwendungen. Sind dagegen spezialisierte »vertikale« ECM-Lösungen gefragt, wie das Scannen und Verarbeiten von Eingangsrechnungen, dann können dies reine ECM-Systeme sicherlich besser abwickeln. Aber bei vielen anderen Themen stoßen diese Systeme an ihre Grenzen. Betrachtet man jedoch die Vielzahl gerade entstehender Anwendungen auf der Sharepoint-Plattform, dann kann man davon ausgehen, dass sich diese Situation auch in den genannten »Nischen« bald ändern wird. Sharepoint wird in Zukunft noch wesentlich mehr Bereiche abdecken können. Es ist also letztlich die Frage, was man möchte, eine »One for all« oder viele »All for one«-Lösungen.

Was kann Sharepoint 2010 im Vergleich zu einer reinen ECM-Lösung besser?

Caspers: Die Vorteile von Sharepoint beginnen dort, wo man den Bereich »vertikaler ECM Spezialanwendungen« verlässt. Die Vielzahl der Möglichkeiten, die sich dann eröffnen, ist enorm, wie etwa die unternehmensweite Suche oder eine individuelle Anwendungsentwicklung. Sie können auf Basis von Sharepoint Web Sites aller Art erstellen und auch das dazugehörige Web Content Management betreiben. Es bietet unter anderem die Möglichkeit zur Realisierung von Collaboration-Anwendungen, von Business-Intelligence-Lösungen, von Mitarbeiterportalen sowie Social Networks oder die Nutzung unternehmensweit einheitlicher Taxonomien.

Wo sehen Sie bei Sharepoint 2010 noch Verbesserungspotenzial?

Caspers: Bei dieser Frage muss ich passen. Sharepoint verfügt über eine derart breite Palette unterschiedlicher Anwendungsmöglichkeiten, dass es einem bereits zum jetzigen Zeitpunkt einigen Aufwand abverlangt, um sich einen Überblick darüber zu verschaffen.

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