Elektronische Akten von unterwegs auf dem E-Reader bearbeiten – dieses Szenario zeigt der IT-Dienstleister Materna auf der diesjährigen CeBIT (2. bis 6. März in Hannover). Hierzu hat das Dortmunder Unternehmen einen »E-Reader Connector« entwickelt, der die Collaboration-Plattform »Microsoft Office SharePoint Server 2007« (MOSS 2007) mit einem handelsüblichen elektronischen Lesegerät mit handschriftlicher Notizfunktion – kurz E-Reader – verbindet. Eigenen Angaben zufolge kann die entwickelte Schnittstelle auch für eine Integration mit Dokumenten-Management-Systemen (DMS) und Applikationen für die öffentliche Verwaltung eingesetzt werden.
Einsetzen lässt sich der E-Reader-Connector beispielsweise, um Anträge, Formulare oder andere Dokumente unterwegs mobil auf dem E-Reader zu prüfen und mit Notizen oder Kennzeichnungen zu kommentieren. Die so erfassten Daten werden gespeichert und anschließend synchronisiert. Der Anwender kann in den auf diese Weise transferierten Dokumenten wie in einem Buch blättern und sie kommentieren. Der dazugehörige Touch-Pen verhält sich dabei wie ein gewohntes Schreibutensil, so dass sich beispielsweise auch Anmerkungen erfassen lassen. Auf dem E-Reader bearbeitete Anträge lassen sich anschließend wieder einlesen und stoßen beispielsweise automatisiert einen Workflow in MOSS an – um beim genannten Beispiel zu bleiben.
Einsatz in öffentlichen Verwaltungen
Darüber hinaus zeigt Materna mit der Integration in »DOMEA« (»Dokumentenmanagement und elektronische Archivierung im IT-gestützten Geschäftsgang«) einen weiteren Einsatzbereich für den E-Reader-Connector. Diese Integration richtet sich speziell an Justizverwaltungen, deren Alltag stark von Akten geprägt ist. Denn ein E-Reader gilt auch hier als eine zeit- und kosteneffiziente, ergonomische Alternative zur gewohnten Arbeitsweise mit herkömmlichem Papier und Stift. Zuvor gekennzeichnete elektronische Dokumente (wie zum Beispiel Tabellen, Grafiken und Bilder) seien schnell auf das Gerät transferierbar. Dies schaffe die erforderliche Mobilität, die benötigt werde, um Akten oder deren Bestandteile flexibel und einfach elektronisch weiterzubearbeiten.
Über den Connector könnten beispielsweise Richter, Staatsanwälte und Rechtspfleger elektronische Gerichtsakten auf dem E-Reader unterwegs bearbeiten. Der E-Reader hat laut Materna gegenüber Notebooks den Vorteil, dass auch umfassende Akten ermüdungsfrei auf dem Gerät gelesen werden können. Auf dem E-Reader bearbeitete Verfügungen sollen sich anschließend wieder einlesen lassen, in die elektronische Akte einfließen und beispielsweise automatisiert einen Workflow in DOMEA anstoßen. Eine manuelle Nachbearbeitung der handschriftlich bearbeiteten Akten entfalle durch die Integration zwischen E-Reader und elektronischer Akte.
Materna auf der CeBIT 2010:
Halle 9, Stand C68
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