Wegen ECM zur CeBIT (Bild: Deutsche Messe)
Viele CeBIT-Ankündigungen der ECM-Anbieter beschäftigen sich mit den Trendthemen Mobility und Cloud.
Die
CeBIT bietet ECM-Anwendern eine gute Gelegenheit, entsprechende Lösungen zu vergleichen und den Stand der Technik zu begutachten. Natürlich gibt es im ECM-Umfeld viele weitere interessante Lösungen und Programmpunkte, denen sich Messebesucher annehmen können. Worauf man als ECM-Interessierter besonders achten sollte, verrieten ECMguide.de die beiden Branchenexperten
Dr. Ulrich Kampffmeyer, Geschäftsführer der Project Consult Unternehmensberatung und
Bernhard Zöller, Geschäftsführer des Beratungshauses Zöller & Partner in Interviews.
Beide sind der Auffassung, dass das Interesse für ECM-Mobility-Lösungen besonders groß sein wird. Hervorgerufen ist dies vor allem durch die Verbreitung der Tablet-PCs, mit denen besonders Knowledge-Worker und Führungskräfte auf Unternehmensdaten zugreifen wollen. Allerdings warnt Kampffmeyer vor zu großen Erwartungen bei der Unterstützung der beliebten Apple-Produkte: »Bei Mobile sind sicher wieder schöne neue Oberflächen für Smartphones und Tablets zu sehen. Vieles wird sich auf Apple-Produkte mit dem »i« konzentrieren und dabei die Tatsache ignorieren, dass es in der Apple-Server-Welt fast überhaupt keine ECM-Produkte gibt. Shiny User Interfaces führen bei Apple IOS unter Umständen ins Leere und so werden viele das »i-Gerät« nur zum Zugriff auf andere traditionelle Backbone-Systeme nutzen.« Zöller schraubt insgesamt die Erwartungen im Hinblick auf mobile ECM-Lösungen herunter, da selbst große Hersteller mit hohem Entwicklungsbudget ihren Kunden keine 1:1-Funktionalität im Vergleich zwischen mobilen Möglichkeiten und den lokal installierten Anwendungen bieten können, da der Entwicklungsaufwand sehr hoch ist: »Es gibt verschiedene Plattformen wie iOS, Android und Windows, demnächst mit Windows 8 deutlich Tablet-orientierter als frühere Windows-Versionen. Für diese Plattformen muss man häufig neu programmieren, wenn es sich nicht um reine Web-Browser-Anwendungen handelt. Und selbst bei einer Plattform wie Android oder iOS hat man unterschiedliche Varianten und Bildschirmformate, für die die Anwendungen sinnvoll lauffähig sein sollten.«
ECM-Cloud ist noch nicht so weit wie ECM-Mobile
Beim Thema Cloud herrscht noch größere Skepsis seitens der Experten. Die ECM-Lösungen sind häufig tief mit Fachanwendungen verbunden, was den Betrieb in einer losgelösten Cloud erschwert. Bei vielen ECM-Plattformen wären auch die Grundlagen völlig neuer Softwaregenerationen nötig, wenn man unter Cloud-Lösung mehr versteht als Outsourcing. »Erst wenn ECM-Cloud-Lösungen individuelles Customizing einer in der Cloud-gehosteten Anwendung zulassen, bedeutet das für mich eine echte Innovation. In diesem Zusammenhang bin ich schon sehr gespannt, was die Hersteller auf der CeBIT vorstellen«, erklärt Zöller. Kampffmeyer sieht die Herausforderung ebenfalls in echten SaaS-Lösungen mit beispielsweise Mandanten-Fähigkeit, Abrechnungsmodellen, Schnittstellen in eine offene Welt, Konfigurations-Werkzeugen und vorgefertigten Easy-to-Use-Muster-Anwendungen.
Was es sonst noch auf der CeBIT gibt
Neben Cloud und Mobility gibt es weitere interessante CeBIT-Themen, die die Experten empfehlen. »Ich persönlich freue mich auf ein paar Lösungen, die semantische Technologien umgesetzt haben, multilinguales Vorlagen-, Thesaurus- und Klassifikations-Management beherrschen, Web-Seiten- und Web-Transaktions-Archivierung einfach gestalten, und als »Dreiknopf-ECM-Lösungen« sinnvoll in andere Anwendungen wie technische Dokumentation, CRM, PLM etc. integriert sind. Spaßmachen werden hier Lösungen, die das Leben mit den komplexen Systemen einfacher machen, zum Beispiel Exchange und Sharepoint einfach verbinden oder Social Business vom Hype in den Rang einer nutzbaren Lösung heben«, berichtet Kampffmeyer. Zöller erwartet viel Gesprächsstoff durch die elektronische Signatur, die nun nicht mehr zwingend für elektronisch übermittelte Rechnungen vorgeschrieben ist, um die Umsatzsteuer geltend zu machen. »Unternehmen haben nun mehr Möglichkeiten für die elektronische Rechnungsübermittlung, die sicher auf der Messe diskutiert werden. Außerdem steht eine BSI-Richtlinie zur Diskussion, die auch außerhalb von kaufmännischen Dokumenten die Vernichtung der gescannten Papieroriginale erleichtern soll.«
Informationen zu den genannten Themen gibt es auf verschiedenen Vortragsforen. Im Mittelpunkt stehen dabei in Halle 3 sowohl das ECM-Forum des VOI am Stand D34 als auch des Bitkom am Stand A18. Interessantes bietet aber auch das Business Intelligence Forum vom BARC-Institut in Halle 6 Stand A16, das thematisch ECM mit Business Intelligence verbindet.