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[08.10.2009] (rhh)
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Für BPM ist flexible Prozessausführung nötig

Nur wer die komplexen Prozesse im Unternehmen schnell mit Hilfe von flexiblen Process-Engines umsetzen kann, wird das volle Potenzial des BPM (Business Process Management) ausschöpfen können. Diese Quintessenz haben die Vorträge im Rahmen der BPM-Vision ergeben. Zudem fand auf dieser Bühne ein Wettbewerb unter vier Herstellern statt, die vor Publikum einen Geschäftsprozess zu modellieren und mit einem Workflow zu hinterlegen hatten.

von Rainer Huttenloher

Shootout-Wettbewerb auf der »BPM-Vision« (von rechts): Axel Ensinger, Markus Besch, Thomas Zehetner, Frank Puhlmann und Marcus Armbruster.
Shootout-Wettbewerb auf der »BPM-Vision« (von rechts): Axel Ensinger, Markus Besch, Thomas Zehetner, Frank Puhlmann und Marcus Armbruster.
Mit Ascentn (mit »Ascentn Agilepoint«), Inubit (mit der »Inubit BPM-Suite«), Soreco (mit »Xpert.ivy«) und dem WJ&P Systemhaus (mit dem »Jobrouter 3.0«) traten vier Hersteller auf der »BPM-Vision« vergangenen Monat während der »DMS Expo 2009« an, um sich an der Umsetzung eines Geschäftsprozesses messen zu lassen. Die Aufgabenstellung hat Sven Schnägelberger erarbeitet. Der Vorsitzende des »BPM Clubs« und Mitbegründer der KPMO GmbH/BPM-Akademie hat dazu eigene Erfahrungen herangezogen: Es ging um die Beantragung eines Online-Bankkontos, wobei nach kurzer Zeit der Online-Zugriff auf dieses Konto machbar sein sollte. In diesem Kontext galt es Fehlerfälle mit einzubeziehen – wie etwa, dass der Kunde auf das Konto nicht rechtzeitig zugreifen kann. Dabei waren Reklamations- und Eskalationsstufen in der Lösung mit abzudecken.

Die Bewertung der Lösung lag zum einen beim anwesenden Publikum sowie einer Fachjury. Als Experten waren hier Sven Schnägelberger, Markus Wiedeler vom Fraunhofer ISST sowie der Fachjournalist Rainer Huttenloher aufgeboten. Als Bewertungskriterien für die Leistungen der vier Teilnehmer waren die Punkte in den fünf Kriterien »Erfüllungsgrad der Anforderung«, »Ergonomie der Anwendung«, »Grafische Darstellung des Ergebnisses«, »Herangehensweise bei der Darstellung« sowie der »Gesamtdarstellung der Präsentation« vorgesehen. Der Siegerkranz ging an Thomas Zehetner und das Tool »Xpert.ivy« von Soreco – so die einhellige Wertung von Jury und Publikum.

Prozessmanagement der nächsten Generation

Einen Ausblick auf die künftige Generation der BPM-Systeme gab Professor Peter Dadam von der Universität Ulm. »Wie schnell sind neue Gleise zu verlegen, sprich neue Prozesse aufzusetzen«, lautet seine erste Frage an die Hersteller von GPM-Werkzeugen. Doch danach zielt er vor allem auf Änderungsmöglichkeiten an bereits laufenden Prozessen: »Wichtig ist auch, welche Flexibilität ein Tool bietet, wenn eine laufende Prozessinstanz geändert werden muss, etwa weil ein externes Ereignis eingetreten ist, das in der Modellierung des Prozesses nicht vorherzusehen war.«

Dabei stellt sich für Dadam generell die Frage, wie ein System mit nicht vormodellierten Fällen und Ausnahmebedingungen zur Laufzeit umgeht. »Hier ist zu berücksichtigen, dass diese Fälle zu beliebigen Zeitpunkten auftreten können«, erklärt Dadam.

Es sind nicht triviale Prozesse abzubilden

Die Einführungsproblematik von BPM in Unternehmen umreißt Dadam wie folgt: »In der Regel sind nicht triviale Prozesse im Unternehmen abzubilden. Und oftmals bleibt trotz allem Testen nur das Hoffen, dass das stabil läuft.« Daher sei die Hemmschwelle sehr hoch, einen nicht komplett ausgegorenen Prozess in Produktivbetrieb zu nehmen. Denn im laufenden Betrieb kann man ja bei unflexiblen Tools nichts mehr ändern: »Sobald der Prozess die Testphase verlassen hat und zum Einsatz kommt, muss er funktionieren.«

Ein weiterer problematischer Faktor ergibt sich für Dadam in der mangelhaften Einbindung der Fachanwender: »Der IT-Spezialist versucht irgendwie von ihm zu erfahren, wie der Prozess läuft. Am Ende übersetzt er das aber in Prozessmodelle, die er selbst womöglich nicht mehr versteht.« Damit erkenne man es unter Umständen erst dann, wenn der Prozess läuft, ob er wirklich so arbeitet wie er soll. Das sei natürlich zu spät. Daher dauere auch die Einführung eines komplexen Prozesses lange. »Wir müssen dahin kommen«, sagt Dadam, »dass die Fachexperten von Anfang an viel stärker involviert sind.«

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