15.03.2017 (as) Drucken
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Interview mit Andreas Karge, WMD Group

Besonders aufgrund ihrer internationalen Anziehungskraft schätzt Andreas Karge, Geschäftsführer des Anbieters von DMS- und Workflow-Lösungen WMD Group, die CeBIT, und sieht sie als »Must«. Im Interview mit ECMguide.de betont Karge auch, dass er die erneut eingeläutete Business-Ausrichtung der Messe sehr begrüßt.

Welche geschäftlichen Erwartungen verbinden Sie mit der CeBIT 2017?

Andreas Karge, Geschäftsführer WMD Group (Bild: WMD Group)Karge: Für die WMD Group mit ihren zunehmend internationalen (Groß-)Kunden, Partnern sowie Tochtergesellschaften ist die CeBIT ein bevorzugter Ort, um einmal im Jahr mit diesen Geschäftspartnern den direkten Austausch zu pflegen. Regionale oder Hausmessen haben sich zwar als Eventformat etabliert, verfügen aber natürlich nicht über die gleiche internationale Anziehungskraft. Auch der Kontakt zu anderen Unternehmen kann hier sehr gut hergestellt werden. Da wir unser Partnernetz national und international vergrößern und weiter ausbauen möchten, ist für uns die CeBIT dafür eine ideale Gelegenheit und weiterhin ein »Must«.

Welche Themen stehen bei Ihrem CeBIT-Messeauftritt besonders im Vordergrund?

Karge: Wir zeigen in diesem Jahr aktuelle Weiterentwicklungen unserer »xSuite«-Lösungspalette. Dabei stellen wir dar, wie sich deren einzelne, technisch aus einem Guss gefertigten Module für Posteingang, Rechnungen, Bestellungen, Aufträge, Akten, Verträge und Archiv über die Xsuite als zentrale Plattform zu ganzheitlichen Arbeitsabläufen verknüpfen lassen.

Wo besteht derzeit der größte Informationsbedarf seitens Ihrer Kunden?

Karge: Wir stellen ein starkes Interesse daran fest, workflowgestützte Geschäftsprozesse übersichtlich, durchgängig und jederzeit nachvollziehbar darzustellen – mit einer Technologie, die jeden Browser und die individuelle Gestaltung der Benutzeroberflächen zulässt.

In welche Projekte investieren Kunden aktuell am meisten?

Karge: Viele sind bestrebt, das Potential ihrer bereits papierlosen Prozesse noch weiter auszuschöpfen. Deshalb gehen die Investitionen in die Richtung, bisherige digitale Insellösungen abzuschaffen zugunsten integrierter Systeme. Prozesskosten sollen auf diese Weise gesenkt, die IT-Infrastruktur verschlankt werden.

Wie werden sich die Segmente, in denen Sie tätig sind, Ihrer Meinung nach in den nächsten zwölf Monaten entwickeln?

Karge: Unter den SAP-Anwendern wird das Thema der ERP-basierten Prozesslösungen noch weiter an Fahrt gewinnen im Hinblick auf die technologischen SAP-Weiterentwicklungen in Richtung »HANA« und »S/4HANA«.

Wie lange sind Sie als Unternehmen bereits auf der CeBIT vertreten und welche Veränderungen haben Sie im Zusammenhang mit der Messe im Verlauf dieser Zeit bemerkt?

Karge: Unsere erste Teilnahme datiert auf das Jahr 1995. Wir sind dort seit vielen Jahren als Mitaussteller an Partnerständen vertreten. Im letzten Jahr präsentierten wir uns erstmals im ECM Solutions Park. Auch in diesem Jahr sind wir wieder auf dem Bitkom-Gemeinschaftsstand dabei. Dass die Messe Hannover vor drei Jahren damit begonnen hat, die CeBIT wieder verstärkt als Business-Messe zu präsentieren, registrieren wir positiv. Die ganz großen Geschäftsabschlüsse erfolgen hier naturgemäß zwar nicht - dazu sind die Vorlaufzeiten für erklärungsbedürftige Prozesse auch einfach zu aufwändig - doch das internationale Networking mit Geschäftspartnern ist für uns sehr wichtig; vor zwei Jahren haben wir zum Beispiel mit Abyor International PT, einem der größten SAP Gold Partner Indonesiens, in Hannover ein Partnerschaftsabkommen geschlossen.

WMD präsentiert sich am Bitkom-Gemeinschaftsstand in Halle 3, Stand B17. Welche Vor- und Nachteile bringt Ihnen diese Standortwahl?

Karge: Mit zunehmendem Engagement nimmt sich der Bitkom seit einigen Jahren des Themas ECM an. Der Bitkom-Stand ist für ECM-Interessierte daher erste Anlaufstelle für einen hersteller- und produktneutralen Überblick zum Thema. Hier sehen wir für uns gute Chancen, die Vorteile unserer Lösungen, auch gegenüber dem Wettbewerb, herauszustellen.

Sehen Sie Verbesserungspotenzial seitens des Messeveranstalters oder des Bitkoms?

Karge: Derzeit nicht.

Wohin soll sich die CeBIT aus Ihrer Sicht in Zukunft entwickeln?

Karge: In jedem Fall sollte der Business-Fokus gewahrt bleiben, das heißt die B2B-Ausrichtung.

Welche weiteren Veranstaltungen nutzen Sie deutschland- und weltweit, um WMD zu präsentieren?

Karge: Neben dem jährlichen DSAG-Kongress sind in Deutschland für uns vor allem eigene und Partner-Events, die sich gezielt an ein spezielles Branchenpublikum richten, die beste Methode, um den unmittelbaren Kontakt zu Bestands- und potenziellen Neukunden zu pflegen. International verfolgen wir grundsätzlich dasselbe Konzept, also eigene und Partnerevents. Zudem stehen länderspezifisch Messen und Foren im Fokus wie die SAP Financials in Las Vegas oder die CFO Innovation Foren in Asien.

Sehen Sie Bedarf für weitere IT- und/oder ECM-Veranstaltungen in Deutschland?

Karge: Eher nicht.