13.09.2017 (as) Drucken
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Interview mit Hartwig von Saß zur Neuausrichtung der Cebit

Mit neuem Datum und neuen Veranstaltungsformaten soll die Cebit im nächsten Jahr ein völlig neues Bild abgeben. Wird sich dabei die ECM-Branche wiederfinden, die in Halle 3 jahrzehntelang quasi ihr Wohnzimmer hatte? Um dies zu klären und weitere Hintergründe zu den Planungen zu erfahren, sprach ECMguide.de mit Hartwig von Saß, Leiter Cebit Presse.

Die neue Cebit will einen Festival- und Community-Charakter bekommen. Wird es den klassischen Messecharakter auch noch geben, wo Interessenten sich bei Anbietern über konkrete Lösungen informieren können?

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Hartwig von Saß, Leiter Presse CebitHartwig von Saß, Leiter Presse Cebit, sieht die Hallen 14 bis 17 künftig als neue Heimat für ECM-Anbieter (Bild: Deutsche Messe)von Saß: Aber natürlich, wir verbinden Messe, Networking, Konferenz und Festival miteinander – oder wenn Sie so wollen, Business mit Emotionen, digitale Technologie mit Festival. Wir planen, mindestens zehn Messehallen zu nutzen.

Wie wird der Messeteil aussehen und wo wird er stattfinden?

von Saß: Wir werden die Hallen rund um das EXPO-Dach nutzen und schaffen so mit dem neuen »d!campus« in der Mitte das neue pulsierende, emotionale Herz der Cebit. Hier begegnen sich tagsüber die Besucher zum Networking in entspannter Atmosphäre, abends wird es Livemusik und weitere Angebote geben. Deshalb öffnen wir die Cebit fortan auch um 10.00 Uhr. Die Messehallen schließen dann um 19 Uhr, der »d!campus« aber wird bis 23 Uhr Programm bieten.

Die Halle 3 war in der Vergangenheit die Heimat der ECM-Branche mit Hard- und Softwarelösungen und Anbietern, die zum Teil jahrzehntelang Cebit-Aussteller waren. Wo werden diese Anbieter sich auf der neuen Cebit wiederfinden?

von Saß: Von den vier Plattformen, die die neue CEBIT ausmachen, wird der »d!conomy-Bereich« für diese Themen reserviert sein, weil es dort um die Digitalisierung von Unternehmen und öffentlicher Verwaltung geht. Konkret sehen wir das Thema ECM und alles rund um das Digital Office und Data Management in den Hallen 14 bis 17.

Können Sie beispielhaft skizzieren, welche Teilnahmemöglichkeiten es für Aussteller der Cebit geben wird und was diese kosten?

von Saß: Wir haben die Möglichkeit, als Unternehmen bei der Cebit dabei zu sein, erheblich verbreitert, vereinfacht und die Preise gesenkt. Es reicht nun vom eher klassischen Messestand bis hin zum Sponsoring einer geeigneten Band im Programm des »d!campus«, dem hochwertigen Sprecher auf einer der 12 Bühnen des Konferenzprogramms »d!talk« bis hin zu einem Working-Space im Startup-Umfeld von scale11. Für jedes Teilnahmeziel eines Unternehmens können wir jetzt die beste Beteiligung zusammenstellen.

Welche Resonanz erzielt das Konzept der neuen Cebit auf ECM-Ausstellerseite aktuell?

von Saß: Wir sprechen mit dem Markt und stellen fest, dass wir die neue Cebit nur mit wenigen Worten erklären müssen, und bei vielen Beteiligten sofort Lust entsteht, mitzumachen. Dieser kreative und mutige Transformationsprozess der Cebit scheint ansteckend zu sein.

Wie viele Teilnehmer aus der ECM-Branche haben Sie in welchen Größenordnungen bereits gewinnen können?

von Saß: Lassen Sie uns bitte noch ein wenig Zeit. Wir sind zurzeit mit allen Beteiligten im Gespräch und diskutieren die Formen der Teilnahme. Und es ist so, dass wir eine völlig neue Veranstaltung verkaufen.

Welche Highlights planen Sie für ECM-affine Besucher?

von Saß: Eine Veranstaltung wie die CEBIT lebt stark von der Anfassbarkeit und der Inszenierung von Technologie. Wir sehen zur Zeit, dass die Branche erkannt hat, dass sich auch digitale Produkte überzeugender über die konkrete Anwendung verkaufen lassen.

Mit wie vielen Ausstellern und Besuchern rechnen Sie für 2018?

von Saß: Wir bauen die Cebit komplett neu auf, neuer Termin im Juni, neue Inhalte, neue Formate, neue Themen, erweiterte Zielgruppen: An dieser Stelle konkrete Zahlen zu nennen, wäre nicht seriös, weil wir nicht auf den Erfahrungswerten der Vorjahre aufbauen können.

Waren ECM-Vertreter an der Gestaltung des neuen Konzepts beteiligt? Wenn ja, welche Erwartungen verbinden diese mit dem neuen Konzept?

von Saß: Wir haben die neue Cebit mit verschiedensten Beteiligten entwickelt und die jeweiligen Ideen und Entwürfe immer wieder mit dem Markt gespiegelt. Da steht natürlich unser Messeausschuss mit den großen Unternehmen im Zentrum. Das Ziel ist für alle das gleiche: Wir wollen eine starke Cebit, die den Ausstellern Geschäft bringt.