02.01.2009 (ubr) Drucken
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Die 20 ECM-Trends in 2009

Das Augenmerk im ECM-Markt liegt vor allem darin Inseln zu einer Lösung zusammenzufassen. ECM-Funktionalitäten werden laut Project Consult künftig in Standardanwendungen integriert. Ziel ist es unter anderem die Informationsqualität der Daten zu erhöhen und sie schneller mehr Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen.

von Ulrike Rieß

Das Beratungsunternehmen Project Consult führt die aktuellen Trends der ECM-Branche auf. Mit diesen muss sich der Anwender auch 2009 auseinandersetzen, wenn er weiterhin erfolgreich seine internen Geschäftsprozesse entsprechend verwalten möchte. Die Liste stellt eine reine Aufzählung dar und ist nicht nach Prioritäten geordnet.

20 aktuelle Trends für das ECM/DMS-Jahr 2009

Integration von ECM-Funktionalität in Standardanwendungen und betriebssystemnahe Funktionen sind ein Muss, eigentliche ECM-Produkte verlieren an Bedeutung.
Die Weiterentwicklung von SOA-Ansätzen und Webservices zu einer »echten« SOA wird vollzogen. Portale und Enterprise-Service-Bus-Konzepte gewinnen dabei an Bedeutung.
Nutzung von SOA-Architekturen für durchgängiges Prozessmanagement. Business-Process-Management und Business-Intelligence beginnen zu verschmelzen.
Open-Source-Produkte gewinnen im engeren WCM- und im eigentlichen ECM-Markt an Bedeutung.
Verstärkte Unterstützung von Mobile Devices mit Einbindung in die Unternehmensprozesse und Nutzung von ECM-Funktionalität erfolgt.
Software as a Service (SaaS) wird stärker angenommen und die Anwender vertrauen immer mehr auf die von Providern angebotenen Anwendungen. »Cloud Computing« und »Grid Computing« gewinnen an Bedeutung.
Das Thema Informationsqualität gewinnt über die bisherigen Ansätze der Verbesserung der Datenqualität auch im ECM-Umfeld an Bedeutung. Master Data Management wird auch für ECM als nutzende und zuliefernde Systeme wichtig.
Die Unterstützung der Organisationsentwicklung im Umfeld von Collaboration-, Workflow-, Wissensmanagement- und E-Learning-Anwendungen besonders zur Unterstützung der Einführung und Nutzung von Enterprise Content Management eröffnet neue Einsatzgebiete für integrierte Werkzeuge.
Business-Continuity wird unter dem Gesichtspunkt der Verfügbarkeit und Sicherheit der Informationssysteme und gespeicherten Informationen durch die zunehmende Abhängigkeit der Unternehmen bedeutsam.
Compliance ist und bleibt einer der Markttreiber für den Einsatz von Enterprise Content Management und besonders Records Management. Facetten sind E-Mail-Management und Dokumenten-Management mit Ablösung der Fileshares.
Hersteller- und Produktkonsolidierung im Sinne einer Marktkonzentration. Die großen Software-Hersteller nehmen verstärkt Einfluss und bestimmen die Trends der Weiterentwicklung.
Mehr Funktionalität für Sicherheit und Vertraulichkeit für Daten und Dokumente. Themen wie Verschlüsselung, Watermarks, Nutzungsprotokollierung und kontrollierter Export werden angesichts der Datenschutzskandale in Deutschland wichtiger.
»Ready-to-work« - vorkonfigurierte, einfach einzuführende Branchen- und Fachlösungen werden gerade von mittelständischen Anwendern bevorzugt.
Automatisierung der Erfassung, Erschließung, Indizierung und Verteilung von Informationen machen das Capture für Papierdokumente ebenso wie für elektronische Dokumente zu einer der wichtigsten Anwendungen.
»Virtuelle Akte« und »elektronischer Posteingangskorb« sind aktuell die wichtigsten ECM-typischen Anwendungen.
Ablösung dedizierter Archive durch Archivspeicher in netzwerkbasierten Information-Lifecycle-Management-Konzepten, die von allen Anwendungen genutzt werden können, stehen bei Speicherkonsolidierungsprojekten im Vordergrund.
Die vermehrte Einführung von »MOSS« für projektorientierte und einfache Dokumentenmanagementlösungen öffnet den Markt für ECM-Zusatzprodukte.
Die Integration oder Nutzung von Web-2.0-Funktionalität wird wieder auf ein sinnvolles Maß bei Enterprise-Lösungen reduziert.
Browser-basierte Oberflächen und das »Enabling« von anderen Anwendungen über Standardschnittstellen oder als Portlets sind »State-of-the-Art«.

Darüber hinaus wird es im nächsten Jahr auch geringere Projektbudgets durch die drohende wirtschaftliche Verschlechterung in Deutschland geben. Dies wird zudem von den Anbietern selbst durch den Preiskampf gefördert. Mehr denn je wird im nächsten Jahr das Preis/Leistungs-Verhältnis beim Entscheidungsprozess zählen.