25.01.2012 (as) Drucken
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Im Interview: Amagno

Der mobile Zugriff auf Daten steht laut Amagno-Geschäftsführer Jens Büscher ganz oben auf der Prioritätenliste der ECM-Anwender. Die Cloud-Technologie bewirkt die größten Veränderungen in der Branche. Als Startup-Unternehmen konnte er mit seiner ECM-Lösung auf der grünen Wiese beginnen und für die Kunden sowohl eine Cloud- als auch eine klassische Software-Variante entwickeln.

Welcher der drei Trends Cloud, Web 2.0 und Mobility ist für Ihr Unternehmen am wichtigsten und warum?

 Jens Büscher
Jens Büscher
Büscher: Die Auswahl ist schwierig, denn alle Themen greifen langfristig ineinander. Neben Cloud steht die Verfügbarkeit der Daten, also Mobility, an hoher Stelle. Die Erwartung, überall und zu jederzeit auf die aktuellsten Inhalte des Unternehmens zuzugreifen, sollte jeder Anbieter heute erfüllen. Bei Amagno bieten wir das auf ganz spezielle Weise.

In welchen der drei Bereiche investieren Ihre Kunden momentan bereits am meisten und wie sehen die entsprechenden Lösungen in der Praxis aus?

Büscher: Der Weg von ECM in die Cloud läuft an, aber der Invest in den sicheren, mobilen Zugriff auf die Daten steht im Fokus.

Welcher Bereich verändert Ihrer Meinung nach die ECM-Landschaft am stärksten?

Büscher: Natürlich die Cloud. Derzeit ist die Cloud für die meisten Unternehmen mit Angst und Skepsis verbunden. Ebenso schwer, wie der Übergang von Papier auf digitale Belege wird der Übergang von lokalem Storage in die Cloud verlaufen. Aber für viele Unternehmen rechnet es sich. Die Preisstrukturen werden durch die Cloud und Apps günstiger und übersichtlicher. Die dauerhafte Sicherheit muss sich noch bewähren.

Was sind aus technischer Sicht auf diesen drei Gebieten die größten Herausforderungen?

Büscher: Der Übergang von der Client/Server-Architektur der klassischen Anbieter in Cloud-Lösungen. Derzeit bieten die Cloud-Plattformen noch nicht alle technischen Möglichkeiten, um alle speziellen Funktionen einer ECM-Lösung abzubilden. Viele Unternehmen werden von der In-House-Lösung eines Anbieters auf eine Cloud-Lösung wechseln wollen. Hier gibt es die größten Herausforderungen. Wir haben uns daher gleich von Anbeginn für eine Doppelstrategie entschieden, um dies zu ermöglichen.

Gehen wir konkreter auf Mobility ein. Welche speziellen ECM-Apps bieten Sie Ihren Kunden bereits an?

Büscher: Für Informationskonsumenten (lesende Benutzer) ist nur bedingt eine App notwendig. Wir haben dafür eine Portallösung entwickelt, die sich den verschiedenen Endgeräten anpasst. Dauerhaft wollen wir natürlich viele wertvolle Funktionen der mobilen Plattformen für die produktive Arbeit verwenden. Dazu werden wir Apps für die wesentlichen Plattformen entwickeln.

Welche sonstigen Lösungen ermöglichen das Arbeiten von unterwegs aus?

Büscher: Unser »amagno Mobile Explorer« (amagno.me) stellt einen Web-Zugriff aus dem Internet (oder Unternehmensnetzwerk) zur Verfügung, der sich den jeweiligen Endgeräten anpasst. Die Bedienung ist dabei selbsterklärend und schnell. Ideal für die Arbeit unterwegs. Überflüssige Funktionen, die auf mobilen Plattformen unpassend wären, haben wir schlicht rausgelassen.

Wie sieht es beim Thema Cloud aus? Welche ECM-Cloud-Angebote können Sie Ihren Kunden aktuell anbieten?

Büscher: Als Startup konnten wir auf einer grünen Wiese beginnen. Daher bieten wir mit unserer Doppelstrategie eine Cloud-Lösung sowie eine On-Premise-Lösung an. »amagno NETWORK« kann als Cloud-Lösung sofort aus dem Internet heruntergeladen und benutzt werden. Wir möchten, dass so viele Menschen wie möglich zusammenarbeiten können - und dies mit speziell neu durchdachten ECM-Funktionen.

Skizzieren Sie kurz, wie ihr Cloud-Angebot in der Praxis aussieht.

Büscher: Unsere Amagno-Network-Lösung trennt sich in eigene Cloud-Server für die Meta-Daten, Kommunikation, Verschlüsselung etc. sowie der eigentlichen Storage von Dateien. Der Clou ist, dass wir Dateien bereits verschlüsselt und ohne Klarnamen in der »Microsoft Azure Cloud« auf europäischen Servern redundant anlegen. Damit schützen wir unsere Kundendaten bereits im Vorfeld gegen hoffentlich nie eintretende Sicherheitsprobleme beim Cloud-Anbieter.

Und in welcher Art unterstützt Ihr ECM-System Social-Media-Anwendungen?

Büscher: Viele Unternehmen schalten beliebte Social-Media-Anwendungen ab. Wir glauben aber daran, dass die Art und Weise dieser Kommunikation, die künftige Art zusammenzuarbeiten bestimmen wird. Daher haben wir Aspekte des Social-Networking bereits im Kern unserer Amagno-Lösungen integriert. Die Praxis hat gezeigt, dass teilweise über 50 Prozent an E-Mail-Aufkommen damit gespart werden kann. Zudem motiviert es die junge Mitarbeitergeneration. Damit stellen Unternehmen sicherheitskritische Social-Networking-Plattformen ab, profitieren im ECM aber trotzdem von diesem Lösungsansatz.

Wie profitieren die Anwender von der Social-Media-Unterstützung?

Büscher: Bislang wurde hauptsächlich via E-Mail kommuniziert und Dateien ausgetauscht. Die Anwender lernen schnell den Komfort eines integrierten Social-Networks. Antworten werden strukturierter und schneller zwischen Beteiligten ausgetauscht. Inhalte werden direkt diskutiert, Entscheidungen schneller getroffen, Fragen schneller beantwortet. Der Administrator freut sich, weil erhebliche Ressourcen von E-Mail-Servern nicht mehr verbrannt werden.

Weiterführende Links
Mobiles ECM beschleunigt Geschäftsprozesse
Die ECM-Top-Trends: Mobility, Cloud und Social Media
Interview mit Oliver Schulze, Geschäftsführer von Agorum Software
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Interview mit Karl Heinz Mosbach, Geschäftsführer von ELO
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