25.04.2012 (eh) Drucken
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Pitney Bowes: »Brief wird zu kleinen Meisterwerken«

Einer der Trends auf der kommenden »drupa 2012« (3. bis 16. Mai in Düsseldorf) wird das Verschmelzen von Output und ECM sein. ECMguide.de sprach darüber mit Annette Friedl, Manager Marketing Communications DMT Northern Europe bei Pitney Bowes.

Druckerhersteller im Büro- und Enterprise-Segment haben es in ihrem traditionellen Geschäftsfeld schwer. Sie verbünden sich immer stärker mit Anbietern von Enterprise-Content-Management-Software, um durchgängiges Dokumentenmanagement vom Input bis zum Output zu schaffen. Macht sich dieser Trend auch in Ihrem Unternehmen und Ihrem Drupa-Auftritt bemerkbar?

Annette Friedl
Friedl: Nein, wir bieten unseren Kunden schon seit Jahren Soft- und Hardware für die End-to-End-Kommunikation von Unternehmen mit ihren Kunden. Wir setzen also auch auf ECM-Software, erstellen diese jedoch im Unternehmen, da wir sie so am besten auf unsere Hardware einerseits und andererseits auf die Bedürfnisse unserer Kunden anpassen können.

Wie wird sich das Verschmelzen von Output und ECM in Zukunft entwickeln und welche Auswirkungen hat dies auf die Hersteller- und Anwenderlandschaft?

Friedl: Wir sehen in dieser Entwicklung die Zukunft des Briefes: Aus der Massenware Brief werden kleine Meisterwerke mit individueller Gestaltung und auf den einzelnen zugeschnittenen Botschaften. Das heißt auch, dass immer mehr Hersteller ihr Produktportfolio in diese Richtung ausbauen werden – und auch müssen.

Enterprise-Content-Management und Big-Data-Analyse ermöglichen zielgerichtete personalisierte Werbung und Customer Communications Management. Wie spiegelt sich diese Entwicklung in Ihrem Unternehmen und Ihrem Drupa-Auftritt wider?

Friedl: Personalisierte Werbung und Customer-Communications-Management sind ein wichtiges Element unserer Strategie und die inhaltliche Klammer des gesamten Messeauftritts auf der Drupa: Unter dem Motto »The Art Of Success« zeigen wir unsere Tools und Lösungen, mit denen Unternehmen dies umsetzen können. Und mit unserer Ansatz White-Paper-Factory müssen Unternehmen dafür nicht einmal spezielle Materialien kostspielig produzieren und lagern, sondern können weiße Briefbögen und Kuverts individuell bedrucken – mit der Geschwindigkeit eines herkömmlichen Schwarz-Weiß-Druckes und ohne Qualitätsverlust der Farben.

De-Mail und E-Postbrief sollen die Briefpost zum Teil ersetzen. Wie sehen Sie die Zukunft von De-Mail und E-Postbrief?

Friedl: Wir sehen De-Mail und E-Postbrief als zusätzlichen digitalen Kommunikationskanal, der – für eine zunächst relativ überschaubare Zielgruppe – zu einer Alternative werden könnte. Diesem Weg verschließen auch wir uns nicht, wie wir auf der Messe zeigen werden. Bis die Nutzung dieser beiden Angebote jedoch auch nur annähernd an die aktuellen Briefvolumina herankommt, wird jedoch noch einige Zeit vergehen.

Welche Chancen und Risiken entstehen aufgrund von De-Mail und E-Postbrief Ihrer Meinung nach für Druckdienstleister und den Inhouse-Druck in Unternehmen, die viele Privatkunden adressieren?

Friedl: Es wird Unternehmen dazu anhalten, noch mehr Kreativität darauf zu verwenden, wie sie die Vorteile beider Welten am besten für sich nutzen können: Die Seriosität des Briefes und das Vertrauen dieser über Jahrhunderte etablierten Kommunikationsform und die Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung mit Hilfe moderner Datenverarbeitung und digitaler Drucktechnik. Wer diese Entwicklung verschläft oder ignoriert, könnte langfristig Probleme bekommen.

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